Forum Vini Weinmesse München

Forum Vini zum 33. Mal: Weinmesse in München

Stell dir vor, du gehst auf eine Weinmesse und das erste, was du findest ist Feinmechanik. Nein, kein filigraner Wein, sondern Metall, Gewinde und Handkurbeln. Damit zäumst du eigentlich eine Weinmesse von hinten auf, denn gedacht ist die handgefertigte Maschine zum Ausgießen von Weinflaschen. Einfach reinlegen die Flasche und kurbeln, denkst du, ist auch richtig, aber der Trick dahinter ist interessant: Vor allem bei größeren Weinflaschen ändert man aufgrund des Gewichts beim Ausschenken, den Winkel in dem man die Flasche hält. Dadurch kommt der Wein in der Flasche durcheinander, was manch sensibles Gäumchen verwirren kann. Um das zu vermeiden, hat der Feinmechaniker nachgedacht und eine Maschine gebaut, die den Winkel beim Ausschenken konstant hält und zweitens Flaschen bis zur einer Größe von 18 Litern aufnimmt. Das Gerät ist natürlich ein Hingucker,

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Traunstein, Hochfelln

Bild der Woche

Nebel am Simsee

Nebel am Simsee wieder bei der Vorbeifahrt mit dem Zug Richtung München aufgenommen. Es deutet sich an, dass es der letzte Herbstnebel vor dem Winter war.

Aufgrund des schlechten Wetters am Wochenende war so viel im Haus(halt) zu tun, dass keine Zeit zum bloggen war. Deshalb bleibt es bei drei Bildern der Woche: Nochmal ein traumhafter Nebel-Sonne-Morgen bei der Zugfahrt nach München, ordentlich Schnee auf dem Hochfelln und nur wenig Lichtblicke über, aber viel Wasser in der Traun.

Traunstein, Viadukt

Traunstein am Viadukt: wenig Lichtblicke, dafür viel Wasser. Zeit, es sich drinnen gemütlich zu machen; mit aller Arbeit, die dazu gehört.

Traunstein, Chiemgau, Ettendorf

Spaziergänge am Chiemsee, in Traunstein und Umgebung

Nachdem die Chiemsee-Bilder schon auf Instagram erfolgreich waren, möchte ich hier noch ein paar Bilder der letzten Tage ergänzen. Es gilt, wie immer, der Satz:

Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat.

(Angeblich von Elliott Erwitt, zeitweise Präsident der amerikanischen Fotoagentur Magnum.)

Entweder hat das Wetter nicht für die große Ausrüstung motiviert oder der Familienspaziergang ließ keine Motivsuche erwarten. Die Bilder sind deshalb alle mit dem Smartphone, Huawei P9 plus, entstanden.

Es wurde bei seiner Neuerscheinung ja gelobt für seine doppelte Linse und die Zusammenarbeit mit Leica bei der Kameraentwicklung, vermutlich der Software, weniger der Optik. Die Software ist dann auch gut gelungen und bietet viele Einstellmöglichkeiten. Mit dem zweiten Sensor kann beispielsweise nachträglich die Tiefenschärfe verändert werden. Kleines Manko ist allerdings, dass die Kamera gute Lichtverhältnisse benötigt; bei schlechtem Licht braucht es Erfahrung und Glück, dass das Bild etwas wird.

Zu den Motiven: die Bilder vom Chiemsee sind entstanden zwischen Chieming und dem Campingplatz Seehäusl. Bei der Kirche handelt es sich um das Ettendorfer Kircherl bei Traunstein aus dem 15. Jahrhundert, bekannt durch den jährlichen Georgiritt. Details zur Kirche und dem Georgiritt gibt es beim Blogger-Kollegen Bernhard Strasser. Für mich ist das Kircherl quasi hinter der Haustüre, deshalb wird das Motiv wohl noch öfter auftauchen.

 

Morgenkaffee Rituale

Männer in Boxershorts

Ist ein Bier zum Essen Sucht oder Ritual? Eine Zigarette danach Gewohnheit oder Ritual? Oder der Morgenkaffee, Sucht, Gewohnheit oder Ritual? Für mich ist ein Morgenkaffee Ritual. Ich schreibe bewusst, ein und nicht DER Morgenkaffee. Denn eigentlich bin ich bei Kaffee ein bisschen wählerisch, uneigentlich ist mir Kaffee wichtig. Im Hotelzimmer musste ich mir unlängst selbst einen kochen, die Milch war jedoch verdorben, sehr ärgerlich, ganz schlechter Start in den Tag: weiße Flöckchen im rehbraunen Instant-Kaffee. Aber Instant-Kaffee hätte ich ertragen.

Am liebsten mag ich den Morgenkaffee vor dem Frühstück; am besten wenn es noch ruhig ist, alle noch schlafen oder noch keiner im Büro ist oder schon alle aus dem Haus sind. Den Tag entschleunigt, aber nicht unbeschäftigt starten. Kaffee kochen: schlechtestenfall löslichen Kaffee mit heißem Wasser aufgießen und, noch schlechterenfalls, Kaffeesahne aus dem Plastikdöschen dazu. Bestenfalls echte Milch, im Zweifelsfall sogar auf die Hütte mitschleppen. Noch lieber ist mir allerdings das Ritual der Schraubkanne, von Bialetti oder einem anderen Hersteller.

Kaffee kochen als Ritual

Weil das Material die Hitze speichert, kann sie nicht nach Gebrauch direkt gereinigt werden. Das heißt, vor dem Kochen des frischen Kaffees steht das Entsorgen des alten Kaffeesatzes. Mit einem Löffel aus dem Sieb kratzen, ausspülen (von beiden Seiten) und dann Wasser abmessen, in den unteren Teil der Kanne einfüllen (nie ganz voll machen), Sieb mit Kaffee füllen (nichts daneben verlieren) – neuerdings sogar mit Handmühle vorher Kaffee mahlen, sofern der örtliche Händler nur Bohnen anbietet. Danach die beiden Kannenteile zusammenschrauben, auf den Herd stellen. Die Wartezeit, bis sich der fertige Kaffee röchelnd ankündigt, damit überbrücken, Milch aufzuschäumen. Morgens den heißen Kaffee zu gleichen Teilen mit heißer, geschäumter Milch (nicht steif geschlagen) aus hoher Höhe aufgießen, so dass sich Milch und Kaffee vermischen.

Morgenkaffee Rituale

Während die Kanne erhitzt wird, kann der Milchschaum gestartet werden. Da ich über keine Dampfmaschine für Espresso besitze, nutze ich nach wie vor die erste Generation des Nespresso Aufschäumers. Robust, komplett aus Metall. Ich mag es, wenn der Schaum nicht zu fest, aber gut temperiert ist, damit der Kaffee nicht so schnell auskühlt. An sehr kalten Tagen wärme ich sogar die Tasse mit heißem Wasser vor.

Der Aufwand der Zubereitungsschritte gibt das Tempo vor, kurze Wartezeiten lassen sich überbrücken: Handy aus dem Flugmodus holen, Alexa Zusammenfassung starten, Twitter gucken, Newsletter der Tageszeitungen checken. Oder am Wochenende: nur Twitter gucken. Zum Nachdenken über den startenden Tag gibts schon Kaffee.

Kaffee zum Gespräch unter Männern

Unvergesslich das Erlebnis bei der Familie einer guten Freundin auf dem Balkon mit schöner Aussicht. Ich wurde wach nach einem Zwischenstopp auf dem Weg aus dem Sommerurlaub nach Hause. Und stand auf dem Balkon, wie Männer morgens aussehen: zerknautschtes, ausgeleiertes T-Shirt und Boxershort. Plötzlich ein identisch gekleideter Morgenmann neben mir. Drei Worte: „Guten Morgen, Kaffee?“ Dann hörte ich im Hintergrund, die typischen Schraubkannengeräusche, sieben Minuten später hielten wir unsere Morgenkaffees in der Hand und blickten auf die Berge, ohne Frühstück. Der Ehemann meiner Freundin und ich konnten uns wie Männer unterhalten, vor dem Frühstück, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Obwohl wir uns vorher nur wenige Male gesehen hatten und uns nicht gut kannten, war einen Kaffee lang eine Vertrautheit da. Einen Kaffee lang, die Welt ausgebremst, die Zeit angehalten. Ein Ritual.

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Kleine Rituale“ von Lutz.

Kaffee beziehe ich meistens von Emilo (Gattopardo und Münchner Bio Espresso) und Vits (Einmal um die Welt oder Indien Summer) in München sowie Bohnenreich aus Kolbermoor bei Rosenheim (via kava coffee & kitchen in Traunstein).

Und zum Schluss darf natürlich dieses Lied aus dem Jahr 1980 nicht fehlen, hier in einer sehr schönen akkustischen Fassung von 2011:

Mit dem Zug im Herbst durchs Chiemgau

Pendeln im Herbst

Hier geht es nicht um Esoterik, sondern ums Zug fahren, und zwar im Herbst. Seit einiger Zeit pendle ich regelmäßig auf der Strecke Salzburg-München.  Dort fährt der Meridian oder der Eurocity der Deutschen Bahn. Zugfahrten an sich schätze ich, da ich mich auf mich konzentrieren kann und nicht auf andere Verkehrsteilnehmer achten muss. Im Meridian habe ich in der Früh das Glück, aufgrund des Einstiegs eine gute Stunde vor München, immer einen Sitzplatz mit Tisch und Steckdose zu ergattern. So kann ich bequem lesen oder arbeiten oder arbeiten und lesen und nebenbei zur Sammlung, zur Besinnung aus dem Fenster schauen. Wenn Jahreszeit und Wetterstimmung passen, kann es allerdings sein, dass ich am Fenster hängenbleibe. So geschehen in den letzten Tagen des goldenen Oktobers. Wie schöne wäre es, ich könnte all diese Momente in Ruhe mit einer ordentlichen Kamera und nicht nur durch die Zugscheibe festhalten. So bleiben leider nur die Aufnahmen per Smartphone und etwas Nachbearbeitung mit Snapseed.

 

Salzburger Land unterwegs mit dem Oldtimer

Salzburger Landpartie

Festspielhaus, Festung, Dom, Museen, Gastronomie und Galerien; die Stadt Salzburg ist so reich an Attraktionen, dass das Umland oft in den Hintergrund tritt. Dabei gibt es im Salzburger Seenland auch zahlreiche attraktive und leckere Ziele, die als Kleinod zu beschreiben, viel zu kurz greift. Nur drei Beispiele: das berühmteste Weihnachtslied der Welt, „Stille Nacht, Heilige Nacht“, hat hier seinen Ursprung; ein Porsche-Enkel lässt seine Oldtimer-Sammlung ausstellen und eines meiner Lieblingsbiere kommt von hier: Trumer Pils. Im Rahmen der Salzburger Bloggerkonferenz „Salt and the City“ waren die Teilnehmer am Sonntag nach der Konferenz eingeladen, alle drei Attraktionen zu besuchen, Landpartie mit dem Oldtimer inklusive.

Jetzt folgt der Standardsatz mit dem Wettergott, der kein Einsehen hatte. Wobei es, glaube ich, weniger an Einsehen mangelte, eher an Koordination. Denn am Konferenztag, während wir fast durchgehend Drinnenprogramm hatten, strahlte draußen die Sonne. Zur Landpartie wurden wir dagegen standesgemäß vom Salzburger Schnürdlregen empfangen. Den Etappen tat dies keinen Abbruch, wenngleich sich die Organisatoren (ja und auch die Fotografen), sicherlich den blauen Himmel des Vortags gewünscht haben.

200 Jahre Stille Nacht, Heilige Nacht

Am 24. Dezember 2018 jährt sich die Uraufführung von Stille Nacht, Heilige Nacht, des berühmtesten Weihnachtsliedes der Welt, zum 200. Mal. Dabei war das Lied in seinen Anfangsjahren mehr Geheimtipp, als Hit.

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Salt and the City

sbgatc17: Das Salz in der Blogosphäre

Salt and the City

Begrüßung durch die Organisatorinnen der Bloggerkonferenz Salt and the City in Salzburg

So versteht Google nie, was ich meine. Das zumindest ist sicher: ein lokaler Hashtag (Salzburg and the City 2017) und zwei Begriffe von denen einer nichts mit dem anderen zu tun hat. Das muss Google verwirren. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass die künstliche Intelligenz, die Google derzeit bieten kann, auf dem Niveau eines sechsjährigen ist. Das heißt Ironie, Wortspiele und subtile Andeutungen gehören noch nicht zum Denkumfang der im deutschsprachigen Raum beliebtesten Suchmaschine. Und jetzt auch die Keywords, Salz und Blogger nicht in den drei ersten Sätzen verwendet, so wird das nie etwas…

Salt and the City: Instawalk am Freitag. Mit Siemens Österreich durch die Altstadt. Im Bild: Fremdnutzung eines Siemens Pollers.

Salt and the City: Instawalk am Freitag. Mit Siemens Österreich durch die Altstadt. Im Bild: Fremdnutzung eines Siemens Pollers.

Auf die richtige Prise SEO kommt es an

Das war auch die Erkenntnis, des SEO-Vortrags auf der Salzburger Bloggerkonferenz „Salt and the City“, die am Samstag, 30. September 2017, stattfand. Christoph Huber wollte mit SEO-Mythen aufräumen und verunsicherte uns dabei eigentlich wieder alle, denn einen fixen Regelkatalog gibt es nicht. Von allem etwas, aber nicht zu viel und nicht zu plump, denn das merkt selbst ein sechsjähriger, also die jungen Google-Algorithmen. Aber wonach sollen sich Blogger richten? Letztendlich, an Standards halten, so dass der Google-Seitenleser (Crawler) alles versteht; und Keywords eindeutig verwenden.

In Frage gestellt wurde etwa die Notwendigkeit von Tags in Blogs, insbesondere, da in WordPress für jeden Tag eine neue Seite angelegt wird – das macht es für den Crawler mühsamer eine Seite zu durchsuchen. Für die strukturierte Ordnung empfahl Huber auf die unkontrollierte Verwendung von Tags zu verzichten und stattdessen die Kategorien einzusetzen.

Salt and the City: SEO-Mythen entzaubert

Salt and the City: SEO-Mythen entzaubert

Und vor allem gilt: relevant sein. Allerdings, der Vortrag zur Relevanz fehlte, wie in so vielen Konferenzen. Auch auf die Frage, wie man mit einem Apfelstrudelrezept, dem Tausendsten oder Zehntausendsten, relevant werden könnte, wusste niemand so recht eine Antwort. Erschwerend kommt hinzu, dass bei populären Themen, Backen, Reisen, Kochen,Mode etc., viele kommerzielle Anbieter unterwegs sind, die sich mittels bezahlter Werbung bei den Nutzern nach vorne spielen und dadurch Klicks generieren, die von Google wieder als Relevanz bewertet werden (oder auch nicht, wer weiß das schon…). Ein Vortrag, der hoffentlich dabei hilft, SEO als das einzuordnen, was es ist: eines von mehreren Werkzeugen sichtbar zu werden, aber nicht das allein selig machende Tool zum Erfolg.

Die richtige Stimme würzt jeden Vortrag

Den Einstieg machte am Samstag um zehn Uhr Arno Fischbacher. Der Stimmcoach erinnerte uns gleich zu Beginn wieder an die vielen Fremdschäm-Videos auf YouTube. Verkorkste Haltung und verklemmte Stimme bedingen einander und führen zu peinlichen Auftritten. Manche, die Experten in ihrem Fachgebiet sind, glauben es reicht, einfach mit Kamera und Mikro draufzuhalten; stimmt nicht sagt Fischbacher: „Voice sells“.

Salt and the City: Voice Sells mit Arno Fischbacher

Salt and the City: Voice Sells mit Arno Fischbacher

Während der Vortrag am Anfang etwas Columbo-Like von da nach dort schlingerte, nahm er nach dem ersten Drittel Fahrt auf und schärfte das Bewusstsein dafür, dass Körperhaltung und Stimme miteinander verbunden sind; und dass der Raum, der den Vortragenden umgibt, mit der Stimme „gefüllt“ werden muss. Der professionelle Redner, Coach, Schauspieler und Sprecher gab selbst die besten Beispiele: Schnellsprecher, Leiseredner, Äh-Sager usw. Lässt sich in 45 Minuten die Stimme trainieren – sicher nicht; aber es lässt sich das Bewusstsein dafür schärfen, was eine gute Stimme ausmacht und dass es Wege gibt, dorthin zu kommen. Ein gelungener Start in den Konferenztag.

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Einfach umdrehen: See auf dem Kopf. Tauplitzalm, Steiermark, Österreich.

Tipp: Fotobuch für bessere Bilder

Ich habe zu Dunkelkammerzeiten, zwischen 14 und 20 Jahren, schon mal versucht, mir mit Hilfe des ein oder anderen Fotobuchs einen besseren Blick anzulesen. Das fiel mir aber schwer, weil sie entweder Grundlagen behandelten, die ich schon kannte und verstand; oder weil sich viele Fotobücher so sehr mit Theorien der Bildgestaltung befassten, dass das Aufnehmen guter Bilder in den Hintergrund trat. Ich verlegte mich dann darauf, Fotobände anzusehen oder Fotozeitschriften durchzublättern oder besuchte hie und da Fotoausstellungen. Dabei reizen mich im Wesentlichen zwei Genres: Reportagen und Landschaften. Bilder, die sofort etwas in mir auslösen, spannende, traurige, dramatische Geschichten oder schöne Landschaften (gerne auch mit menschlichen Eingriffen).

Warum beachte ich ein Foto?

Ich glaube, wenn man beim Betrachten von Bildern plötzlich inne hält und zunächst nicht weiß warum, dann löst das Bild etwas in einem aus. Bei einem Bild, das einem überhaupt nicht gefällt, frage ich mich „Warum“? Warum wurde das Bild gemacht und warum hat es jemand ausgestellt; was hat das Bild besonderes, das ich nicht erkenne oder nicht verstehe, das versuche ich zu ergründen.

Wenn mir das Bild gefällt, frage ich mich genauso „Warum“. Warum verweile ich; was ist es, das den Impuls der Freude auslöst. Bei Reportagen ist es neben dem Interesse (oder Voyeurismus?) eher die Bewunderung, wie ein Fotograf, etwa im Krieg oder bei Katastrophen, die Ruhe bewahren kann. Bei Fotos frage ich oft auch nach der technischen Komponente: wie hat der Fotograf das gemacht. Kann ich das nachvollziehen oder kann ich vielleicht sogar nachmachen. Das ist, glaube ich, ist dann der Unterschied zwischen einem Künstler und einem guten Handwerker.

Foto-Künstler und Foto-Kopierer

Der Künstler (oder Kreative) schafft etwas Neues, Eigenes, noch nie dagewesenes. Der gute Handwerker schafft eben solche Dinge wie der Künstler, macht ihn aber nur nach, kopiert mehr oder weniger gut. Ich bewundere Fotografen, die es schaffen, einen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Mir reicht es, wenn ich es schaffe, Bilder, die mir gefallen, nachzumachen. Inspiration dafür können Bildbände sein, Ausstellungen, Fotomagazine, aber auch Reisebildbände oder sogar gute Postkarten oder Prospekte von Kamera- oder Objektivherstellern.

Anders ist es mir jetzt mit dem Fotobuch „Sehen und Gestalten“ von David duChemin aus dem dpunkt.verlag gegangen. Das Buch gelangte zufällig zu mir. Irgendwo in diesem Internetz habe ich gelesen, dass das Buch kostenlos als Download verfügbar ist. Diese Chance habe ich genutzt und das PDF dann auf mein Tablet geladen. Dort lag es dann bis auf den Weg in den Urlaub. Auf der 12-stündigen Fahrt von München nach Ostfriesland habe ich die ersten Kapitel gelesen und war begeistert.

Kapiteleinstieg. Sehen und Gestalten.David duChemin. dpunkt.verlag, Heidelberg, 2014

Sehen und Gestalten. David duChemin, dpunkt.verlag, Heidelberg, 2014

Endlich ein Autor, der in einfachen Worten beschreibt, warum ein Bild wirkt. Endlich ein Autor, der gute Bilder als Beispiele anführt, aber nicht mit theoriebegleitenden Bildern langweilt oder mit hyperperfekten Fotos den Leser frustriert. Endlich ein Autor, der zugibt, dass es zwar viele Theorien gibt, diese aber nicht strapaziert, sondern in leicht verstehbaren Bildern zeigt und immer wieder betont, dass alleine die korrekte Einhaltung der Theorie kein gutes Bild macht. Der Autor schreckt auch vor Photoshop und Filtern nicht zurück. Weiterlesen

Leben mit Alexa- Amazon Echo

Seit ungefähr zwei Monaten haben wir mit Alexa von Amazon nun ein weitere Dame im Haus. Zusammenfassend kann ich feststellen: Alexa hört ziemlich brav und macht meistens das, was man ihr aufträgt. Allerdings gibt es Beschränkungen. Und manchmal ist das, was man gerne hören würde, schwer zu verstehen. Und überhaupt fragt man sich manchmal, ob man Spracherkennung und eine neues elektronisches Gerät braucht und will. Alexa ist übrigens einer von vier „Namen“ mit dem man den Amazon Echo steuern kann.

Ich tippe das hier übrigens auf normaler Tastatur in die WordPresse – warum Alexa keinen „Sprache-in-Text-Modus“ hat, bei dem Aufwand, der in die Sprachempfangsfunktion gesteckt wurde, ist mir schleierhaft. Ein wesentliches Feature, das fehlt, aus meiner Sicht.

Dass sie brav hört, hat mich anfangs am meisten an der kleinen schwarzen Säule von Amazon erstaunt, die derzeit bei uns in der Küche steht. Als Kurzzeitmesserersatz bleiben beispielsweise die Hände frei, wenn man in der Küche hantiert, das ist komfortabel. Wenn die Hintergrundgeräusche allerdings zu laut werden, tut sie sich manchmal schwer. Blubberndes Kochwasser, laufender Geschirrspüler und Unterhaltungen im Hintergrund erfordern manchmal schon zwei bis drei Kontaktaufnahmen.

Anders ist es, wenn man frühmorgens alleine die Küche betritt Weiterlesen

Baltrum Nordsee Wattenmeer Strand

Einmal Wattenmeer und zurück

Wenn man aus Bayern kommt und im Wattenmeer der Nordsee steht, fragt man sich schon, mit was das vergleichbar ist: Berge, Gletscher, Lawine…? So richtig passender Vergleich ist uns keiner eingefallen. Nur so viel: wer im Wattenmeer nicht aufpasst und sich nicht an die Regeln hält, ist genauso verloren, wie jemand, der unvorsichtig, nicht richtig ausgerüstet und unerfahren eine anspruchsvolle Bergtour unternimmt. Die Einheimischen sind hier, wie überall in der Natur, im Vorteil, weil sie die Bedingungen kennen. Für Touristen sind die Gezeiten ein faszinierendes Schauspiel und das Wattenmeer ein einzigartiges Ökosystem, das man genauer unter die Lupe nehmen sollte – mit einem Wattführer natürlich. Auch wir profitierten von seiner Ortskenntnis und Erfahrung, nicht nur seinem Wissen.

Wattführer gibt es praktisch auch wie Sand im Wattenmeer; einige vermarkten sich gut, auch via Internet; Handzettel gibts im Touristenamt. Wir haben uns für eine Tour entschieden, organisiert vom Nationalpark. So hatten wir nicht die Qual der Wahl und das Nationalparkhaus auf der Insel Baltrum, genannt „Gezeitenhaus“, unserem Urlaubsstandort, empfiehlt sich immer schon durch seine engagierte Leitung, spannende Führungen und abwechslungsreiche Ausstellungen. Wenn Wanderung, dann schon von A nach B und nicht im Kreis, also wollten wir vom Festland zurück auf die Insel; das erschien uns praktisch, weil wir dann quasi zum Abschluss der Wanderung „zu Hause“ sind.

Wattenmeer: es gilt der Fahrplan der Gezeiten

Nun ist das mit den Gezeiten so eine Sache, eigentlich nicht kompliziert, ändern sich aber jeden Tag; der Gezeitenkalender, einschließlich Badezeiten, wird zur täglichen Anlaufstelle am Smartphone. Entsprechend ändern sich auch die Abfahrts- und Ankunftszeiten der Schiffe für die Überfahrt täglich. In unserem Fall mussten wir das Schiff um sieben aufs Festland nehmen, damit wir um elf an der Wanderung vom Festlandshafen in Neßmersiel zurück nach Baltrum teilnehmen konnten.

Schlimm war nicht nur das für Strandurlaubsverhältnisse frühe Aufstehen; für Abwechslung sorgt wenigstens die Überfahrt mit dem Schiff. Schlimm war bei der Ankunft am Hafen in Neßmersiel das schlechte Wetter und das geschlossene Restaurant über dem Strandbad. Dafür entsprach der Warteraum allen Vorurteilen: grelle Neonröhren beleuchteten lieblose Resopaltische und Plastikstühle; geheizt wurde durch zwei Automaten, einer für Getränke und Suppen der andere für die üblichen Süßigkeiten. Dass ein Zeitungskiosk fehlte, wurde durch schnelles WLAN wettgemacht. So ließen sich die dreieinhalb Stunden Wartezeit leichter überbrücken, zumal bei dem Nieselregen vor der Türe.

Der Regen wurde allerdings von Stunde zu Stunde schwächer und die Wolkendecke verlor ihr grau etwas und lichtete sich, Belohnung fürs Warten. Ab halb elf sammelten sich immer mehr Leute im Warteraum.  Man begutachtete gegenseitig die Ausrüstung: Ölzeug, Outdoorjacke, Gore-Tex-Umhang, Turnschuhe, Strandschlappen, Badeschuhe.

Wir vertrauten auf den Rat unseres Wattführers, der uns persönlich am Tag nach der Buchung nochmal angerufen hatte:

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