Ein Samstag mit dem blauen Kurfürsten – Lustwandeln

Schloss Schleissheim, Lustwandeln

Eingangshalle und Gartensaal, prunkvoll und doch nur ein Vorgeschmack

Nein, der bayerische Kurfürst Max Emanuel (1662 – 1726) war wohl nicht besonders prunksüchtig und auch nicht der reichste unter den europäischen Fürsten des 17. und 18. Jahrhunderts. Aber offenbar wusste er genau, was er wollte: die Kaiserkrone für sich oder zumindest seine Kinder. Diesem Ziel schien er alles unterzuordnen, dafür orientierte er sich an dem prunkvollsten der damaligen Zeit, dem französischen König Ludwig den Vierzehnten, genannt Sonnenkönig. Einen Eindruck davon, was das für den bayerischen Monarchen bedeutete, bekommt man noch heute im Neuen Schloss Schleißheim bei München: Der Prunk der Architektur als Ausdruck des absolutistischen Herrschaftsanspruchs.

Schloss Schleissheim, Lustwandeln

Mit blauer Schärpe in der Schlacht: Max Emanuel

Schloss Schleißheim, Lustwandeln

#Lustwandeln startet mit rund 20 Teilnehmern vor dem Neuen Schloss Schleißheim

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Geheimtipp im Chiemgau: Torfmuseum

Torfmuseum Rottau Chiemgau

Kleinod am Rande des Chiemsees. Feldbahnfahrt im Torfmuseum Rottau.

Kann ein Moor mit ehemaligem Torfabbau spannend sein? Klingt erst nicht so, ist aber so, selbst für Kinder (ab 8 Jahren). Das liegt erstens an der Lage des Torfmuseums Rottau, das in einem Torfbahnhof beheimatet ist; dem ehemaligen Verladebahnhof von der Feldbahn auf die Normalspur an der Bahnlinie München – Salzburg. Ziemlich abseits rund fünf Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt, ziemlich einsam im Moos, aber direkt am Radlweg.

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Meine Top 5 Songs von der BrassWiesn 2015

BrassWiesn München Eching 2014

Bier, Blech, Blasmusik – das ist die BrassWiesn in Eching bei München.

Sie steht wieder vor der Tür, die BrassWiesn vor den Toren Münchens vom 5. bis 7. August – dieses stimmungsvolle Festival für Musik unter Beteiligung von Blasinstrumenten. Vieles kommt dort aus dem bayerischen Raum, verständlich, aber eben nicht alles. Das Line-up, also die Auswahl der Gruppen und Bands, letztes Jahr war abwechslungsreich bis hinein in die späte Nacht. Als ich nach zweieinhalb Tagen Festival wieder Ruhe vor dem Bildschirm fand, galt es die besten Lieder auf Spotify zu finden. Hier die Auswahl meiner Top 5 für die Blogparade Top 5 Songs von Sascha Walk – auch um zu zeigen, dass das Blasmusikfestival weit mehr zu bieten hat, als den Bayerischen Defiliermarsch (den es natürlich und zu Recht auch gibt).

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Outdoor-Kulturtipp: Spoerri Skulpturengarten in der Toskana

Schnittkanten an den Olivenbäumen leuchten golden, erst recht bei dem Wetter.

Schnittkanten an den Olivenbäumen leuchten golden, erst recht bei dem Wetter.

Ostern in der Toskana hat aufgrund der Überraschungen, die das Wetter bieten kann, immer etwas spannendes. Es kann schon fast sommerlich warm werden, andererseits habe ich im April auch schon in tieferen Lagen Schneeregen erlebt.

Letzteres Wetter kam mir bei dem Aufruf zum „Outdoor-Kulturtipp“ in den Sinn, denn Outdoor verbindet man ja immer mit etwas Anstrengung und Abenteuer, also für den Stadtmenschen Unbequemlichkeit im weitesten Sinne. Wir hatten also Novemberwetter zu Ostern Ende März 2008 erwischt, weshalb wir mal aus der Bude mussten, trotz Schneeregen und kühlem Wind.

Dafür sorgte das Wetter für eine ganz besondere Stimmung im Garten von Daniel Spoerri. Der Skulpturenpark wurde von dem Schweizer Künstler Anfang der 90er Jahre angelegt und ist seit 1997 zu besichtigen (von Ostern bis November). Er liegt an den Hängen des Monte Amiata, der aufgrund des schlechten Wetters manchmal schneebedeckt durch die Wolken spitzte. Weiterlesen

Erst wenn ihr die letzte Webseite geschlossen habt…

… werdet ihr merken, dass Facebook nur euer bestes will: eure Inhalte. Dabei definiert natürlich Facebook nach ganz eigenen Regeln oder besser gesagt geheimen Algorithmen, was die besten Inhalte sind. Sind Facebook eure Inhalte nicht mehr gut genug, werden sie Facebook auch nicht mehr interessieren. Das heißt, ihr habt von jetzt auf gleich erheblich weniger Leser und damit setzt eine Abwärtsspirale in Gang: weniger Leser heißt, weniger Sichtbarkeit in den Timelines und das geht so weiter, bis ihr verschwunden seit. Naja, fast. Denn wenn ihr immer schön liked und teilt und versucht, im Gespräch mit euren Freunden und Fans zu bleiben, wird euch die Timeline nicht ganz vergessen.

Edelfeder: Lösen einzelne Publizisten die Medienmarken im Internet ab? (Foto: Fred Guillory: Pen and Ink via Flickr CC BY-SA 2.0)

Edelfeder: Lösen Blogs einzelner Publizisten die Medienmarken im Internet ab? (Foto: Fred Guillory: Pen and Ink via Flickr CC BY-SA 2.0)

Außerdem könnt ihr natürlich bezahlen dafür, dass eure Inhalte in den Timelines angezeigt werden. Die Konkurrenz, die den Wettbewerb und damit die Preise für die besten Timelineplätze bestimmt, ist von euch nicht zu sehen, die kennt nur Facebook und bestimmt damit, wie viel ihr zahlen müsst.

Also nur, dass das klar ist: Dann müssen nicht eure Leser dafür bezahlen, dass sie eure Inhalte zu sehen bekommen, sondern ihr müsst an Facebook bezahlen, dass eure Inhalte Leser bekommen. Merkt ihr was?

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2015 war mein Spotify Jahr

Spotify Werbung zum Jahresende 2015 in München.

Spotify Werbung zum Jahresende 2015 in München.

Ich muss gerade scharf nachdenken: wie viele CDs habe ich mir 2015 gekauft? Vier, drei oder doch nur zwei – auf jeden Fall nur im Sonderangebot, im Drogeriemarkt. Warum? Weil ich mittlerweile fast schon abhängig von Spotify bin. Musiksammlungen auf Spotify sind nicht nur platzsparender als CDs, sondern auch jederzeit verfügbar (Online-Verbindung vorausgesetzt) sowie stetig erweiter- und veränderbar, unabhängig von Ladenschlusszeiten. Und das für nur 10 Euro pro Monat.

Hier nur ein Beispiel, wie das funktioniert:

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Zeitschriften. Medienkritik: Bergwelten und Terra Mater

Manchmal verspüre ich Lust auf Zeitschriften – vielleicht ist mir nach haptischer Lust: blättern statt klicken, beim Thema bleiben, statt surfend prokrastinieren. Auf jeden Fall stand ich einem unscheinbaren Zeitschriftenladen und griff einfach aus (wahrscheinlich auch berufsbedingter) Neugierde, unter andere, zu zwei Zeitschriften. „Bergwelten“ und „Terra Mater“.

Was mich bei beiden Ansprach, auch wenn das Grunddesign völlig unterschiedlich ist, ist die wenig marktschreierische Titelseite. Während die Bergwelten eher daherkommen wie ein angenehmer Spätsommertag, der zu Entdeckungen einlädt, präsentiert sich Terra Mater nüchtern sachlich. Ich kannte beide Zeitschriften vorher nicht, wurde aber dann beim Blättern und Lesen angenehmen überrascht.

Bei den Bergwelten fehlt der alpenvereinshafte, bergführeroberlehrerhafte Stil, statt dessen wird erzählerisch geplaudert in einer Sprache, die leicht lesbar, aber nie schlicht ist; das sprichwörtliche Lesevergnügen stellt sich ein. Auch weil man auf die Schnelle zwischendurch mal eine Geschichte lesen kann. Die Bildsprache ist füllig, aber nicht übertrieben. Raum für Product Placement ist viel, aber nicht aufdringlich. Beispiel: Canyon-Retter stellen ihre Ausrüstung vor, da fallen viele Markennamen des Bergsports, seisdrum, wer macht schon Extreme Canyoning… Optisch ansprechend inszeniert, aber oberflächlich kommentiert die beliebige Auswahl von Fotokameras (aber vielleicht bin ich auch zu Experte.) Modern gemacht dagegen die Ratgeberseiten: mit anschaulichen Skizzen werden etwa fünf Punkte geschildert, die es in Klettersteigen zu beachten gilt. Das abwechslungsreiche aber nie unaufgeräumte oder unübersichtliche Layout trägt seinen Teil zum Lesevergnügen bei. Als prominenter Gastautor ist Reinhold Messner dabei (der über Erstbesteigungskatastrophen philosophiert), das sorgt sicher für zusätzliche Aufmerksamkeit. In Kürze: ich bin auf die nächste Ausgabe gespannt.

Sehr angenehm überrascht war ich auch von Terra Mater. Letztendlich eine Konkurrenz zum Magazin Geo: Geschichten aus aller Welt, die Menschen und menschengemachte Ereignisse in den Mittelpunkt stellen. Auffällig ist das zurückhaltende Layout, das mit relativ viel Weißraum arbeitet und dabei immer einem strengen Layout folgt. Auch hier handelt es sich um angenehmes Lesevergnügen, auch wenn die Themen durchaus kritische sind: ausführlich wird etwa beleuchtet, was der Sojaanbau mit den Menschen in Argentinien anstellt, wo nur wenige reich, aber viele krank davon werden. Beeindruckt hat mich die Infografik, die darstellt wie viele Mannjahre in welches menschengeschaffene Werk geflossen sind. Die Mondlandemission der Amerikaner liegt hier noch vor den Pyramiden von Gizeh – Wikipedia und CERN sind dagegen ein Nichts.

Bei den Bergwelten bin ich schnell hinter den Urheber (Verleger) gekommen, schließlich wird im Heft laufend auf die Bergwelten Sendung in Servus TV hingewiesen. Eine Seite gibt auch eine Programmvorschau – wie gesagt, nicht aufdringlich, sondern informativ.

Überrascht war ich bei Terra Mater, die vom Design so ganz anders daherkommt: Werbung für Uhrenboutiquen in Wien und Automarkenwebseiten mit .at am Ende. Welcher österreichische Verlag gönnt sich so eine aufwändige Zeitschrift. Natürlich auch hier: Red Bull Media House, wie bei Bergwelten.


 

Ich bin positiv überrascht. Während die Branche diskutiert, inwieweit ein Brausehersteller selbst Medien herausgeben darf, um Werbung für sein Produkt zu machen, sehe ich nun eher den „Tchibo-Effekt“: Medienhaus mit angeschlossener Brauseproduktion, statt wie von vielen gedacht und erwartet umgekehrt. Was ist daran so schlecht, muss man sich fragen – auch deutsche Medienkonzerne wie Pro7 Sat1 verdienen mittlerweile fast mehr an ihren Internetaktivitäten, als an TV-Programmen.

Eigentlich ist es doch nur positiv, wenn die Medienlandschaft neue Unternehmer bekommt, die sich unabhängig von Einnahmen aus den Medienprodukten machen bzw. es verstehen durch geschickte Cross-Channel-Medien- und Vertriebsaktivitäten genug zu verdienen, dass (mindestens) zwei so gut gemachte Zeitschriften herauskommen.

PS: Obwohl ich  keinen Fernseher mehr besitze, werde ich jetzt wohl doch mal gezielt Servus TV schauen müssen. Und ich erwarte nicht, dass Red Bull Media House kritisch über sich selbst berichtet. Das müssen wiederum andere tun…

London in vier Stunden, das geht…

Blick auf The Shard, mit 310m das höchste Gebäude der EU

Blick auf The Shard, mit 310m das höchste Gebäude der EU. Im Hintergrund die Tower Bridge.

Auch wenn meine Ironblogger Kollegen schon kräftig, für die Blogparade zu München schreiben, so will ich mich heute doch kurz mit London beschäftigen. Offen gesagt, habe ich nie richtig Zugang zu London gefunden. Einige Spots haben mir gefallen: die Flohmärkte um die Camden Locks etwa oder der Stadtteil Notting Hill. Aber insgesamt hat sich die Stadt mir nicht geöffnet. Unlängst hatte ich dann anderthalb Tage in London beruflich zu tun, und konnte mir einen halben Tag Urlaub aus den Rippen schneiden. Nur, was macht man in einer Weltstadt wie London mit vier Stunden (wenn man die Standardfahrten mit den Touristenbussen, die mittlerweile alle Städte der Welt durchfahren, vermeiden will)?

Meine Devise ist immer: am besten zu Fuß erkunden, ob die Sehenswürdigkeiten noch da stehen, wo und wie sie sollen. Dazwischen entdeckt man immer noch anderes. Nun also London: ein Blick auf den Stadtplan zeigt, dass man an der Themse entlang zwischen Tower Bridge und Westminter Palace (Parlament), schon einen Großteil der wichtigen Monumente passiert. Was ich nicht wusste, wie es an der Themse entlang geht.

Tower Bridge von Bankside aus gesehen.

Tower Bridge von Bankside aus gesehen.

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Bilder der KW 24 – Social Media, Essen und Kirche

Ein längeren Blogpost von mir bzw. meine Zusammenfassung einer Bloggerumfrage gibt es im Blog meines Arbeitgebers vibrio hier zu lesen. An dieser Stelle gibt es ein paar Bilder der letzten Woche.

Sonntagabend, 7. Juni

Sonntagabend, 7. Juni

Einen traumhaften Abend gab es in München, mit der Folge eines heftigen Gewitters, das Montagfrüh den Verkehr streckenweise erheblich durcheinanderwirbelte.

In der alten Steuerzentrale der Münchner Straßenbeleuchtung

In der alten Steuerzentrale der Münchner Straßenbeleuchtung

Am Abend stand dann der Social Media Club München auf dem Programm. In der alten Münchner Steuerzentrale für die Straßenbeleuchtung (siehe Monitor auf dem Bild), heute Kreativquartier genannt, ging es um das Internet der Dinge. Mehr darüber steht hier.

Von dem Theaterabend in den Kammerspielen mit der sehenswerten Maria-Stuart-Aufführung gibt es Fotos nur auf der Webseite des Theaters.

Das Bild gibt nur unzureichend wieder, was geboten wird. Einer der Grüße aus der Küche des Werneckhofes.

Das Bild gibt nur unzureichend wieder, was geboten wird. Einer der Grüße aus der Küche des Werneckhofes.

Am Samstagabend war ausnahmsweise wieder einmal Werneckhof angesagt: Der halbjapanische Koch Tohru Nakamura kocht so abwechslungsreich wie ungewöhnlich wie experimentierfreudig. Ein aufregendes, abwechslungsreiches, aber nicht ganz billiges Erlebnis – dorthin geht man nicht um Hunger zu stillen.

Terrasse und Eingang des Landgasthof Forster in Hörgersdorf

Terrasse und Eingang des Landgasthof Forster in Hörgersdorf

Und Sonntag ging es dann aufs Land, ca. 50 Kilometer vor die Tore Münchens: In den kleinen Landgasthof Forster in Hörgersdorf im Erdinger Landkreis unterhalb des Hörgersdorfer Kirchleins gelegen. St. Bartholomäus ist ein Kleinod des bayerischen Barock und Rokoko, deshalb auch „kleine Wies“ genannt, in Anspielung auf die Wieskirche (Tipp: Im Lokal gut essen und die Wirtsleute bitten, die Mesnerin anzurufen, damit sie die Kirche aufsperrt. Die 40 Treppenstufen hinauf zur Kirche schaden nicht nach dem Essen und die Mesnerin kennt viele Details in der Kirche.)

Engel an der Kanzel

Engel an der Kanzel

Was sich im Laufe des Mittagessens andeutete, wurde anschließend zur Gewissheit. Ein Gewitter zu über den Ort und sorgte für ein paar laute Donner und gehörigen Platzregen.

Gewitter über Hörgersdorf

Gewitter über Hörgersdorf

#Lustwandeln: ein Tweetwalk durch den Schlosspark Nymphenburg in München

Ein besseres Programm hätte es für diesen Sonntagvormittag in München nicht gegeben: Mit der Münchner Social-Media-Kulturszene und den Experten der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung durch den Nymphenburger Schlosspark. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich 21 Twitterati und sonstige Onliner, um durch den Park des Schlosses zu streifen und dabei mehr über die Geschichte des Parks zu erfahren. Um es vorweg zu sagen: eine sehr gelungene Veranstaltung, die Lust auf mehr macht. Schloss Schleißheim vor den Toren Münchens wurde bereits mehrfach angesprochen, vielleicht lässt sich das ja im Herbst oder nächstes Frühjahr realisieren… Mehr zur  vorbildlichen Organisation steht übrigens am Ende des Beitrags. Aber zunächst zu Schloss Nymphenburg und seinem Park.

Nicht nur der Tweetwalk war unterwegs.

Nicht nur der Tweetwalk war unterwegs.

Die historischen Details gibt es unter anderem auf der Webseite des Schlosses und natürlich bei Wikipedia. Nur kurz soviel, es handelt sich um ein Barockschloss, das einen entsprechend angelegten streng symmetrischen Garten hatte. Selbst die angrenzenden Waldgebiete wurden durch sogenannte Sichtachsen, die Blicke vor allem auf die Gebäude des Parks bzw. von ihnen weg lenkten, durchschnitten. 1800 wurde des französische Garten dann in einen Landschaftsgarten umgewandelt. Er besteht heute noch so, wie er damals geplant wurde.

Von weitem sichtbar über die Auffahrtsallee: wahrlich königlich.

Von weitem sichtbar über die Auffahrtsallee: wahrlich königlich.

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