Kostenlose Wochenzeitungen: Opt-out-Test

In dem von mir positiv formulierten Beitrag „Blogger relations go Local“ habe ich ja bereits meinen Ärger über die briefkastenfüllenden kostenlosen Wochenzeitungen kundgetan. Diese lassen sich auch mit dem Schild „Bitte keine Werbung“ nicht verhindern. Und dass, obwohl sie vollgepackt mit Werbung geliefert werden – das ist meines Erachtens eine gesteuerte und gewollte Umgehung des Einwurfverbots für Werbung. Insgesamt rund 1,2 kg Papier, die ich jede Woche entsorgen soll, obwohl ich sie nicht gewollt und nicht bestellt habe.

Jede Woche das gleiche Bild: überquellende Briefkästen.

Jede Woche das gleiche Bild: überquellende Briefkästen.

Offenbar geht es nicht nur mir so, denn hier wurde nun eine Unterschriftenaktion gegen im Treppenhaus frei fliegende Kostenloszeitungen gestartet – dabei wehren sich die Bewohner doch nur gegen die ungewollten Entsorgungsaufgaben. Und die Hausverwaltung vermeidet es (bewusst?), Schilder anzubieten, die auch das Einwerfen von kostenlosen Wochenzeitungen untersagen.

Unterschriftenaktion gegen im  Treppenhaus entsorgte Kostenloszeitungen.

Unterschriftenaktion gegen im Treppenhaus entsorgte Kostenloszeitungen.

Opt-Out-Test für kostenlose Zeitungen

Ich werde primär von Hallo München und dem Wochenanzeiger belästigt. Nun bietet Hallo München tatsächlich an, ein Zustellverbot zu erteilen. Sehr lobenswert, finde ich. Ich probiere das jetzt aus und bin gespannt, wie es funktioniert. Der Wochenanzeiger bietet diese Option leider nicht.

Auf der Webseite von Hallo München: Zustellverbot aussprechen. Lobenswert. Ob es funktioniert?

Auf der Webseite von Hallo München: Zustellverbot aussprechen. Lobenswert. Ob es funktioniert?

10 Gedanken zu „Kostenlose Wochenzeitungen: Opt-out-Test

  1. Geschickt, der Hallo-Verlag: Generiert mit dem Opt-out-Formular prima valide Adressen nebst aktuellen Telefonnummern. Eine Bestätigung des Eingangs oder gar des Willens, nun wirklich sein Werbeblättchen nicht mehr zuzustellen, erhält man dagegen nicht – oder kommt das später per Post?

    Mein eskalierendes Modell war bisher stets folgendes:

    1. Briefkastenaufkleber »Keine kostenlosen Zeitungen«
    2. Im Fall der Zuwiderhandlung Anruf beim Verlag mit der Aufforderung, diese eindeutige und verbindliche Willenserklärung zu respektieren. Kurze Gesprächsnotiz mit Datum, Urzeit und Namen des Gesprächspartners.
    3. Im Fall weiterer Zuwiderhandlung das Ganze noch einmal paragraphen- und präzendenzurteilsgespickt per Einschreiben mit Rückschein
    4. Im Fall weiterer Zuwiderhandlung kostenpflichtige Abmahnung mit Aufforderung zur Unterlassungserklärung bei 500 Euro Vertragsstrafe für jede weitere Zuwiderhandlung.

    Spätestens dann hatte ich noch in jedem Fall Ruhe. Ja, das ist mühsam, aber anders lernen sie’s nicht.

    • Danke für deinen Kommentar. Auf die Idee mit der Adress-Verifizierung bin ich gar nicht gekommen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das in der Praxis funktioniert – wie sollen Prospektverteiler bei jedem Briefkasten wissen, ob sie etwas einwerfen dürfen oder nicht. Wegen der Paragraphen komme ich dann gerne auf dich zurück 😉

  2. Abmahnen ist super, tolle Idee! Ist ja eine ganz besondere Tugend der Deutschen und eine Besonderheit unseres Justizsystems.
    Wenn Blogger z.b. wegen eines fehlerhaften Impressums abgemahnt werden, ist das voll gemein, aber die Holz-Werber kann man ruhig abmahnen …

  3. Hallo Markus,
    dein Beitrag ist schon älter, aber immer noch brandaktuell. Frage vorneweg: Problem gelöst oder aufgegeben?

    Als ich heute nach Bildern zum Thema „Wochenblatt“ gesucht habe, bin ich hier gelandet und habe mich festgelesen. Im September 2016 hatte ich mich in meinem Blog auch mit diesem Nervkram beschäftigt.
    http://betrachtenswert.blogspot.de/2016/09/always-look-on-bright-side-of-life.html

    Dort wo ich selber wohne, tobt seit Monaten ein „Papierkrieg“: Manche Bewohner schmeißen die Zeitungen aus Gewohnheit auf den Boden vor die Briefkästen, andere stören sich daran und werfen den Stapel gut sichtbar in den Aufzug. Das gibt jedes Mal einen Aufschrei! Der Haufen unter den Briefkästen stört offenbar niemanden.
    Genervte Dritte oder der Hausmeister tragen das Zeug schließlich zur Papiertonne. Keiner bemüht sich mal darum, das Problem grundsätzlich abzustellen.

    Wir haben in zwei Haushalten alle Schritte unternommen, die hier in den Kommentaren bereits erwähnt wurden und ES FUNKTIONIERT zu 95%. Ich bekomme nicht einmal mehr das „Samstagsblatt“, das vom Briefträger eingeworfen wird. Wenn also ein ernster Wille dahintersteckt, kann man diese unerwünschte Post tatsächlich abstellen. Kostet etwas Zeit und Energie, aber es geht.

    Wogegen offensichtlich kein Kraut gewachsen ist: die Teilnahmslosigkeit und das Desinteresse all derjenigen, die ihren unerwünschten Papiermüll einfach nur mit einer Handbewegung hinschmeißen, über die abgelegten Stapel drüberlaufen und sich bestenfalls denken „irgendeiner wird’s schon richten“. Wenn wirklich jeder, der sich über die Zeitungen ärgert, die Verlage mit den oben beschriebenen Schritten angeht, hätten wir ziemlich bald saubere Hausflure!

    • Hallo Jacquline, danke für deinen Kommentar zu meinem Beitrag. Ja, dafür sind Blogs immer wieder schön, um zu sehen, dass man mit seinen Gedanken nicht alleine ist, auf weiter Flur. Ich habe „meinen Altpapieranfall“ ehrlich gesagt nicht mehr intensiv weiter beobachtet, da ich seit zwei Jahren umgezogen bin. In dem Mehrfamilienhaus, in dem ich jetzt wohne, gibt es ein paar Mitbewohner, die sich offenbar aus zu viel an freier Zeit, darum kümmern, das tägliche Altpapier rund um die Briefkästen zu entsorgen. Zudem haben wir nun den Vorteil, dass die Altpapiertonne nur 15 Meter vom Briefkasten entfernt ist, d.h. von der Entnahme bis zum Wegschmiss sind es nur ein paar Sekunden, früher waren es bei mir halt 2,5 mal um den Block. An deinen grundsätzlichen Erwägungen (und meinen http://www.pflugblatt.de/blogger-relations-go-local-neue-chance-fuer-lokale-blogger/) hat sich aus meiner Sicht praktisch nichts geändert: dass das Internet (inkl. Blogger) auch für den Laden um die Ecke und das Möbelhaus im Gewerbegebiet interessant sein könnten, ist bei den Werbetreibenden offenbar immer noch nicht angekommen. Lieber investieren sie weiter in Altpapier. Wahrscheinlich muss sich auch die Anzeigenblättchenbranche daran gewöhnen, dass sie sich an die „digitale Transformation“ anpassen oder abdanken muss.

      • Hallo Markus,
        danke für das Update und die Antwort. Im Haus, wo meine Mutter wohnt, haben ein Nachbar und ich auch diese Aufgabe übernommen. WIR tragen die Zeitungen und die von den Mitbewohnern dazu geworfenen Flyer, Briefumschläge, Bonbonpapiere, verschlotzten Taschentücher etc. mehrmals wöchentlich zum Müll – der Hausmeister / Putzdienst kommt ja nur einmal in der Woche. Es ist nicht das „Zuviel an freier Zeit“, sondern einfach der Ekel, der mich überkommt, wenn ich jeden Tag zweimal an diesem Dreckhaufen vorbeigehe. In 14 Tagen ist Eigentümerversammlung, dann kommt das Thema zum x-ten Mal zur Sprache – unter der Rubrik „Sonstiges“ am Ende der Versammlung, wenn die meisten schon gegangen sind. 🙁
        Aufgeben will ich trotzdem nicht.
        Werbung digital: in Maßen finde ich es okay, aber wenn ich jeden Morgen in den Spam Ordner schaue, sehe ich darin auch nicht wirklich eine Alternative. Ich bin völlig bei dir, dass wir als Blogger auch irgendwie ein Stück vom „Werbekuchen“ abhaben müssten/könnten/sollten, aber man verliert auch schnell seine Glaubwürdigkeit und/oder Unabhängigkeit. Eine Gratwanderung…
        Ich bin wirklich gespannt, wie das mit den Anzeigenblättchen weitergeht. Wir werden es beobachten 🙂

        • Sehr lobenswert und wichtig für das Zusammenleben, wenn sich jemand freiwillig kümmert, finde ich. Wir werden weitersehen, ich werde bald aus einer Kleinstadt berichten können, wie der Müllanfall im Briefkasten dort so ist…

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