Ein Mensch aus Eisen mit Bier in der Hand: das muss ein Ironblogger sein.: gesehen auf dem Hofbräuhaus in München, vor weiß-blauem Himmel.

Farbgedanken zur Blogosphäre und überhaupt

Schloss Schleissheim, Lustwandeln

Mit blauer Schärpe in der Schlacht: Unumschränkter Herrscher, der bayerische Kurfürst Max Emanuel. Vom Blogger entdeckt beim #Lustwandeln

Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten.*

Das gilt ja irgendwie auch ein bisschen für die Münchner Blogosphäre, zumindest in meinem Dunstkreis, wie ich meine Filterblase oder meine Timeline lieber nenne. Wir bloggen über alles: Draußensein, Sport, Reisen, Essen, Fotografie, EDV, Kultur, Mode – aber Politik und politisierende gesellschaftliche Themen, dafür scheinen sich die Münchner Blogger dann doch etwas zu fein zu sein. Oder woran liegt es, dass Blogger Politik nur mit spitzen Fingern anfassen? So kann es einem zumindest vorkommen, wenn man die ersten zehn Beiträge der Blogparade weiß-blau / blau-weiß der Münchner Ironblogger liest:

Es geht um Vieles, um Farben, um Wasser, um Nivea (oder besser gesagt Creme 21), um Bilder und um Museen, aber um Bayern – die Heimat des weiß-blauen – geht es höchstens indirekt (zum Beispiel in den bayerischen Museen oder Landschaftsmotiven). (Und um „Schalke“, den Fußballclub mit den blau-weißen (nicht weiß-blauen!) Farben, geht es bei den Münchner Ironbloggern schon gar nicht.)

Draußen (Outdoor) unter weiß-blauem Himmel: auf den Heuberg.

Draußen (Outdoor wie Blogger sagen) unter weiß-blauem Himmel: auf den Heuberg.

Dabei könnte das vorgegebene Farbthema weiß-blau / blau-weiß der Blogparade durchaus Anlass für eine politisch gefärbte Reizwortgeschichte bieten:

  • Sind die Schwarzen so erfolgreich wegen Bayern oder ist Weiß-Blau-Land so erfolgreich wegen der CSU?
  • Sind die Roten im Weiß-Blau-Land so erfolglos wegen der Schwarzen oder eher wegen sich selbst?
  • Sind die Grünen in Bayern überhaupt erfolgreich und warum nicht erfolgreicher?
  • Wer sind die freien Wähler und warum heißen sie nicht die freien Politiker und welche Farbe haben sie eigentlich und sind sie außerhalb des weiß-blauen Dunstkreises auch irgendwie erfolgreich?
  • Warum wurden die Gelb-Blauen (ha, blau!) nach der erfolgreichen Regierungsbeteiligung mit den Schwarzen in Bayern, doch wieder nur die erfolglose FDP?
  • Wenn es rechts neben den Schwarzen keine Demokraten mehr gibt, wie erfolgreich wird dann die AfD in Bayern (ich habe nichts von braun gesagt)?
  • Sind links von den Schwarzen die orangen von der ÖDP oder sind die mehr rechts von Grünen, aber wo sind dann die roten, falls die überhaupt sind, in Bayern, s.o.?
Ob blau-gelb eine Erfolgsformel bleibt: hoffentlich, unter weiß-blauem Himmmel mit #PulseofEurope

Ob blau-gelb eine Erfolgsformel bleibt: hoffentlich, unter weiß-blauem Himmmel mit #PulseofEurope

Ist alles nur eine Frage der richtigen Farben – denn welche Partei außer der CSU hat eigentlich noch nennenswert weiß-blau in ihrem Farbraster? Oder kupfert jetzt die AfD dieses Erfolgsrezept ab? Und wenn Erfolg, warum sind die rot-weißen Bayern im Fußball so erfolgreich und die weiß-blauen 60er so wenig? Am weiß kann es also nicht liegen, also doch am rot – aber mit Blick auf die Roten im Landtag… Aber halt: im schwarz-goldenen (Stadtfarben nicht Lokalregierung) München sind doch regelmäßig die Roten an der Macht.

Ist der rot-weiße Fußballverein aus dem schwarz-goldenen (Stadtfarben!) München den blau-weißen aus Schalke deshalb überlegen, weil er aus dem weiß-blauen – NICHT blau-weißen – Bayern kommt?

Sicher unterwegs zum Essenstagebuchschreiber: Kurier in weiß-blauer Uniform vom Feinkosthaus Dallmayr in München

Sicher unterwegs zum Essenstagebuchschreiber: Kurier in weiß-blauer Uniform vom Feinkosthaus Dallmayr in München

Fragen über Fra…, naaaa Farben – Farben über Fragen, Fragen über Farben. Apropos, Vorschlag für die nächste Blogparade, eben zu München: schwarz-gold / gold-schwarz; wäre vermutlich ähnlich offen, abstrakt und kreativ. Dann doch lieber schwarz-weiß, mit schönen Fotos und so?

weiß-blau/blau-weiß: schwarz-weuß geht auch draußen: Blick vom Hirschberg (Oberbayern)

weiß-blau/blau-weiß muss nicht sein, schwarz-weiß geht draußen auch: Blick vom Hirschberg (Oberbayern)

Wer konkrete Antworten auf die abstrakten Farbfragen weiß, darf sie gerne als Kommentar unten platzieren.

Gestern hat sich übrigens die liebe Doris Schuppe Gedanken über den Einsatz der Farben blau und weiß (nicht weiß und blau!) bei Webpräsenzen und auf Social-Media-Plattformen gemacht: Blogparade mit Nutzwert. Für  morgen freue ich mich im Rahmen der Blogparade auf tolle Fotos der Phototravellers Biggi und Flo, da gibts was auf die Augen.

* Übrigens: das oftmals Franz Josef Strauß zugeschriebene Zitat hat angeblich „nur“ der bayerische Kabarettist Gerhard Polt erfunden.

Erst wenn ihr die letzte Webseite geschlossen habt…

… werdet ihr merken, dass Facebook nur euer bestes will: eure Inhalte. Dabei definiert natürlich Facebook nach ganz eigenen Regeln oder besser gesagt geheimen Algorithmen, was die besten Inhalte sind. Sind Facebook eure Inhalte nicht mehr gut genug, werden sie Facebook auch nicht mehr interessieren. Das heißt, ihr habt von jetzt auf gleich erheblich weniger Leser und damit setzt eine Abwärtsspirale in Gang: weniger Leser heißt, weniger Sichtbarkeit in den Timelines und das geht so weiter, bis ihr verschwunden seit. Naja, fast. Denn wenn ihr immer schön liked und teilt und versucht, im Gespräch mit euren Freunden und Fans zu bleiben, wird euch die Timeline nicht ganz vergessen.

Edelfeder: Lösen einzelne Publizisten die Medienmarken im Internet ab? (Foto: Fred Guillory: Pen and Ink via Flickr CC BY-SA 2.0)

Edelfeder: Lösen Blogs einzelner Publizisten die Medienmarken im Internet ab? (Foto: Fred Guillory: Pen and Ink via Flickr CC BY-SA 2.0)

Außerdem könnt ihr natürlich bezahlen dafür, dass eure Inhalte in den Timelines angezeigt werden. Die Konkurrenz, die den Wettbewerb und damit die Preise für die besten Timelineplätze bestimmt, ist von euch nicht zu sehen, die kennt nur Facebook und bestimmt damit, wie viel ihr zahlen müsst.

Also nur, dass das klar ist: Dann müssen nicht eure Leser dafür bezahlen, dass sie eure Inhalte zu sehen bekommen, sondern ihr müsst an Facebook bezahlen, dass eure Inhalte Leser bekommen. Merkt ihr was?

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Die Wiesn – wahrlich eine fünfte Jahreszeit

Die chinesische Tourismusbehörde grüßt die Oktoberfestbesucher in München, gesehen in der Fraunhofer Straße.

Die chinesische Tourismusbehörde grüßt die Oktoberfestbesucher in München, gesehen in der Fraunhofer Straße.

Meine Ironblogger-Kollegin Alexandra Lattek hat die Blogparade zum 182. Oktoberfest angezettelt und mich dann auch noch persönlich eingeladen, daran teilzunehmen. Die Einladung nehme ich gerne an, zwingt sie doch, sich eine abschließende Meinung zu bilden. Schließlich geht das (nach eigenen Angaben?) größte Volksfest der Welt in einer guten Stunde zu Ende. Und ich habe keine Hendl-Story zu bieten und auch bei den Schützen bin ich kein Gast gewesen.

Aber ich wurde bei einem von meinen drei Wiesn-Besuchen dieses Jahr von einem Gast jenseits des Weißwurschtäquators gefragt: Wie finden Sie (nicht du, so gehts schon los, aber vielleicht ist das bei einer geschäftliche Einladung zu Mittag in „den Käfer“ so) als Münchner das Oktoberfest? Ja, wie finde ich die Wiesn eigentlich?  Weiterlesen