Geheimtipp im Chiemgau: Torfmuseum

Torfmuseum Rottau Chiemgau

Kleinod am Rande des Chiemsees. Feldbahnfahrt im Torfmuseum Rottau.

Kann ein Moor mit ehemaligem Torfabbau spannend sein? Klingt erst nicht so, ist aber so, selbst für Kinder (ab 8 Jahren). Das liegt erstens an der Lage des Torfmuseums Rottau, das in einem Torfbahnhof beheimatet ist; dem ehemaligen Verladebahnhof von der Feldbahn auf die Normalspur an der Bahnlinie München – Salzburg. Ziemlich abseits rund fünf Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt, ziemlich einsam im Moos, aber direkt am Radlweg.

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Bilder der #KW3

Das herrliche, bis Samstag, schneelose Wetter brachte wunderbare Sonnenunter- und Aufgänge. Samstag war dann ein Tag fürs Museum.

Sonnenaufgang aus der S-Bahn am Montag

Sonnenaufgang aus der S-Bahn am Montag

Sonnenuntergang vom Bürodach am Montag

Sonnenuntergang vom Bürodach am Montag

 

Samstag folgte dann Schnee bei Temperaturen um die Null Grad in München, Zeit fürs Museum. Leider sind die Außenstellen des Deutschen Museums eher Liebhabersammlungen als Ausstellungsräume mit einem didaktischen Anspruch. Wer sich also für die Fliegerei aus Oberschleißheim interessiert und Flugzeuge, Hubschrauber und sogar eine Rakete ansehen will ist in der Flugwerft richtig. Wer allerdings erfahren will, wie ein Düsentriebwerk funktioniert, oder was der Unterschied zwischen einem Stern- und Reihenmotor ist, oder wissen, will, wie ein Hubschrauber funktioniert, muss lange suchen – ich bin nicht fündig geworden. Schade bei dem Anspruch des Museums (die gleiche Erfahrung mache ich übrigens im Verkehrszentrum auf dem alten Messegelände auf der Theresienhöhe.)

Allegorische Fliegerstatue von 1912

Allegorische Fliegerstatue von 1912

Blick vom Umgang des Hangars in die Halle

Blick vom Umgang des Hangars in die Halle

Blick auf die Mercedes-Benz Arena und die Wolkenkratzer

China Art Museum in Shanghai mit moderner deutscher Kunst

China Expo Pavillon in Shanghai

China Expo Pavillon in Shanghai

Eine Fläche von rund 23 Fußballfeldern umfasste die gesamte Ausstellungsfläche des China Pavillons auf dem Gelände der Expo 2010 in Shanghai, nämlich 166.000 Quadratmeter. Soweit sind sich die Wikipedianer einig. Was davon jedoch als Ausstellungsfläche des China Art Museum gezählt werden darf, das sich jetzt im Gebäude befinden, muss jemand anders beurteilen.

Ausstellungsfläche: 8 Fußballfelder groß

Morgendliches Anstehen nach Einlass

Morgendliches Anstehen nach Einlass

Es ist wohl so, dass sich der Louvre mit einer Ausstellungsfläche von über 60.000 qm (ca. 8,5 Fußballfelder) größtes Museum der Welt nennt, in der  englischen Wikipedia werden für das China Art Museum 64.000 qm angegeben. Letztendlich aber ist der auch „Krone des Orients“ genannten Bau einfach nur eines: imposant. Bisher kannte ich ihn nur von der Ferne, vom anderen Ufer des Flusses an dessen zwei Ufern unter der Lupu Bridge, die Expo stattfand. Wenn man aber selbst davorsteht, merkt man erst, welche Dimensionen der Bau tatsächlich hat. Damit passt er sich also der Größe der Stadt angemessen an.

Umso kurioser, wenn man das China Art Museum besucht, um sich eine Ausstellung deutscher Künstler anzusehen.

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Salzburg vom Mönchsberg

Immer wieder eine Reise wert: Salzburg.

Museum der Moderne Salzburg

Museum der Moderne Salzburg

Zum Schifahren zu wenig Schnee und zu viele Leute, das Wetter nicht gut genug, um auf der Terrasse zu sitzen oder wandern zu gehen. Was macht man: Stadtkurztrip, diesmal nach Salzburg. Immer eine Reise wert. Diesmal: das Museum der Moderne im Mönchsberg. Ein großer Bau in den Felsen des Mönchsbergs geschlagen, nur sichtbar von unten: der vierte Stock und die Panoramaterrasse (von der die Aufnahme unten entstand).

Die derzeitigen Ausstellungen mit Fotokunst und politischer Kunst sind engagiert, aber für den Laien wie mich nicht einfach selbst erklärend. Zumal ich mit journalistischem Hintergrund immer mehr zur Reportagefotografie tendiere bzw. wirklich schöne Fotos bevorzuge. Dennoch lohnt ein Besuch durch die großzügigen Ausstellungsräume des Museums immer. Eine willkommene Abwechslung zur berühmten aber überlaufenen Getreidegasse oder der typischen Burgbesichtigung.

Salzburg vom Mönchsberg

Salzburg vom Mönchsberg

 

Powerstation of Art in Shanghai – mein faszinierendes Kulturerlebnis

 

Ironblogger-Kollegin Tanja Praske hat zur Blogpararde gerufen und ich folge:

 

 

Schließlich muss ich mich aus der Strafzeit, 3 Wochen blogfrei, ohne Urlaub zu beantragen, herausarbeiten. Was passt da besser, als über den Urlaub zu bloggen. Zugegeben, auf der philippinischen Spaßinsel Boracay gab es keine berichtenswerte Hochkultur – allenfalls könnte man da noch das Fehlen bzw. Vertreiben derselben betrauern.

Blick auf den Schornstein, PowerstationofArt, Shanghai

Blick auf den Schornstein, PowerstationofArt, Shanghai

Umso erstaunter war ich in der Woche danach in Shanghai, als ich die vielfach empfohlene PowerstationofArt besuchen durfte. Nun ist es ja mittlerweile nichts mehr Außergewöhnliches, dass ausgemusterte Industriearchitektur zu Kulturzwecken umgewidmet wird. Selbiges aber in der chinesischen „Hauptstadt des Geldes“ zu erleben, ist dann doch etwas besonderes. Zumal nach übereinstimmenden Angaben von Reiseführern und Korrespondenten Peking der Ort ist, wo Kunst und Kultur in China ihren Mittelpunkt haben, während sich in Shanghai alles um das Verdienen und Ausgeben von Geld dreht.

[Update: Inzwischen war ich nochmal in Shanghai und besuchte auch die Powerstation of Art nochmal. Die neuen Eindrücke einer neuen Ausstellung sind auch in diesem Blog festgehalten. Außerdem war ich 2014 auch im China Art Museum im ehemaligen Expo-Pavillion von China auf dem Gelände der Expo 2010.

Mehr Leben für das Expo-Gelände

Unspektakulär: Eingang zur PowerstationofArt, Shanghai

Unspektakulär: Eingang zur PowerstationofArt, Shanghai

Die PowerstationofArt liegt am Rande des Expo-Geländes von 2010, am breiten Huangpu-Fluss, gegenüber vom chinesischen Expo-Pavillon und der Auster, der Mercedes-Benz-Arena. Die Umnutzung des Elektrizitätswerks als Museum für zeitgenössische Kunst und Ausstellungen ist wohl auch damit zu erklären, die Brache des etwas Abseits liegenden Expo-Geländes mit Leben füllen zu wollen.

Von Leben kann allerdings an einem ganz normalen Donnerstagvormittag in der Gegend um und im Museum nicht die Rede sein. Die unvermeidlichen, aber ungefährlichen Wachleute und Parkplatzanweiser stehen gelangweilt auf unübersichtlichen, aber leeren Asphaltflächen. In der Eingangshalle ist der Kassenschalter mit drei Angestellten besetzt, obwohl der Eintritt frei ist. Und in der riesigen Halle selbst befinden sich außer uns (2) noch etwa drei weitere Personen. Insgesamt schätze ich, dass uns auf dem Weg bis zur Dachterrasse etwa 30 bis 50 weitere Besucher begegnen.

Blick von der Dachterrasse auf die Nangpu-Brücke über den Huangpu-Fluss

Blick von der Dachterrasse auf die Nangpu-Brücke über den Huangpu-Fluss

Die Dachterrasse würde ich übrigens als einen der wenigen Geheimtipps, die es in Shanghai noch gibt, bezeichnen. Auf einer riesigen Holzterrasse im fünften Stock, unterhalb des Schornsteins, hat man einen guten Blick auf das Expo-Gelände, die Nangpu-Hängebrücke und die Lupu-Bogenbrücke. An Sonnentagen im Sommer dürfte es da draußen allerdings unerträglich heiß werden. Auf die Konsumation haben wir verzichtet, da uns der Verzehr mangels Durchsatz durch fehlende Besucher, zu gefährlich erschien.

Exponate von Holzschnitten bis zur Installation

Holzschnitt in der PowerstationofArt, Shanghai

Holzschnitt in der PowerstationofArt, Shanghai

Neben der beeindruckenden Innenarchitektur der Halle, die sich über vier Stockwerke erstreckt und immer wieder zur Hallendecke öffnet oder Durchblicke zum Fluss bietet, haben mich vor allen in den unteren Geschossen die Werke der Malerei und Fotografie beeindruckt. Je weiter hinauf es ging, desto mehr nahmen die Installationen zu – ohne Erläuterungen, die die Exponate erklären und in einen Kontext einbetten, ist man hier allerdings hilflos (noch hilfloser als in deutschen Museen, natürlich).

Gemälde in der PowerstationofArt, Shanghai

Gemälde in der PowerstationofArt, Shanghai

Bei der Malerei, den Holzschnitten und Skulpturen haben mich vor allem die hohe handwerkliche Qualität beeindruckt sowie die damit verbundene Ausdrucksstärke. Zum Glück konnte ich vom Wissen profitieren, dass sich meine Begleiterin auf einer geführten Tour durch das Museum vorher angeeignet hatte. Dabei war es interessant zu erfahren, dass viele Exponate sich durchaus mit jüngsten Geschichte Chinas beschäftigen. Die Aufbruchsstimmung, die auch Intellektuelle erfasst hat, bis 1989, und die Resignation, die sich nach der Niederschlagung der Studentenrevolte breit gemacht hat. Wenn man die Depression spürt, die aus vielen Bildern spricht, könnte hier durchaus von einer „Lost Generation“ die Rede sein. Zumal die Partei und ihre Protagonisten, mal mehr, mal weniger unauffällig auf allen Darstellungen erkennbar sind oder, anders gesagt, über allem schweben und ständig unsichtbar sichtbar sind.

Geduldete Kritik

Skulptur in der PowerstationofArt, Shanghai

Skulptur in der PowerstationofArt, Shanghai

Auf die Frage, wieso der Staat, die Partei, diese Art von Kunst erlaubt und ihr sogar noch die Bühne bietet, haben wir viel spekuliert, ohne dafür eine bestätigte Erklärung zu finden. Meine Meinung ist, dass in Shanghai eben das Geld regiert und Kunst und Kultur eher als zweitrangig und damit ungefährlich betrachtet werden. Wenn man sich das Leben vieler Chinesen in den Straßen Shanghais ansieht, ist es zudem sehr fraglich, wer davon jemals freiwillig in ein Museum geht und noch dazu in eines moderner Kunst – das gilt im Übrigen für den shanghaierInvestment-Banker ebenso wie den Müllsammler. Die Massen mobilisieren die kritischen Kunstwerke also sicher nicht, auch wenn sie öffentlich ausgestellt werden.

Kritik am Fleischkonsum: Skulptur aus Kuhhäuten in der Eingangshalle

Kritik am Fleischkonsum: Skulptur aus Kuhhäuten in der Eingangshalle

Spannend bleibt es vor allem zu sehen, ob dieser offene Umgang mit der eigenen Vergangenheit erhalten bleibt. Es gibt Anzeichen, dass sich der neue chinesische Ministerpräsident sich wieder mehr an Mao orientiert und die Ansätze von Meinungsfreiheit schon wieder einschränkt. Für das Museum und die ausgestellten Künstler wäre es schade – ganz zu schweigen natürlich für den Rest der Bevölkerung.

Anmerkung: die Exponate wurden von mir zu privaten Erinnerungszwecken fotografiert. Die Fotografien sind nicht als bzw. für kommerzielle Kopien gedacht (wozu sie qualitativ, zumindest in meinem Sinne, auch nicht geeignet sind) und kommen auch hier lediglich privat zum Einsatz.