weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Wie Politiker Gesetze machen…

Geschrieben von Markus am 06.03.2009

Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Tourist-Information Badenweiler Da fragt man sich (leider wieder einmal), wie Politiker Gesetze machen. In aller Kürze: Die französische Regierung möchte das “Flatrate-Trinken†unter Jugendlichen verbieten, eigentlich erstmal ein sinnvoller Ansatz – zumindest um die Symptome zu kurrieren (dass an den Ursachen gearbeitet wird, erwartet man ja erstmal gar nicht). Dass mit dem Gesetz dann aber auch quasi jeder Alkoholausschank, der pauschal bezahlt wird, verboten würde, haben die Paragraphenschreiber des Justizministeriums dann nicht zu Ende gedacht. Die Winzer mussten zwangsläufig auf die Barrikaden gehen, weil damit jede pauschal bezahlte Weinprobe verboten würde. Details dazu gibt es ausführlich bei Spiegel online.

Leckere schwarze Katze

Geschrieben von Markus am 21.02.2009

Schwarze Katze 2006 aus 60 Prozent Zweigelt und 40 Prozent Merlot mit 13,5 Prozent Alkohol, Preis ca.20 Euro. Betörende Nase, vielschichtig: tiefe rote Frucht (saure Johannisbeere), Kaffee, Zeder, würzig, leicht mentholisch, Würze bleibt im Abgang erhalten, Tiefe fehlt etwas, evtl. zu jung.

Produziert und vermarktet von neun Winzerinnen aus Göttlesbrunn in Carnuntum unter dem Namen “schwarze Katze”. Dazu gehören Grassl Susanne, Graßl Maria, Markowitsch Christine, Netzl Christine, Oppelmayer Barbara, Pitnauer Edith, Wiederstein Margarete und Birgit. Sie stellen jeweils ein Fass ihres besten Weines für diese Cuvée zur Verfügung. Mehr zu den Winzerfrauen auf der Homepage www.schwarzekatzen.com, die leider keine Informationen zu dem Wein bietet. Schade auch, dass die Web-Adresse auf dem ansonsten sehr schönen Etikett falsch angegeben ist.

Mehr über Katzen in der Kulturgeschichte des Weines gibt es übrigens hier bei Vinaria.

Acht rote Portugiesen und ein Deutscher roter.

Geschrieben von Markus am 08.02.2009

portugal

Montefino Tinto Riserva Vinho Regional Alentejano 2004 (Francisco B. Fino in Monte da Penha), 13% A, Rebsorten: Aragonès (=Temparanillo), Touriga Nacional, Trincadeira, Alicante Bouschet, ein Jahr ausgebaut in Eichenfässern: schlanke Würze, fleischig, fruchtig, dichte Tannine, Mövenpick 8,90 Euro. Weitere Infos zum Weingut unter: www.montedapenha.com

Periquita 2005 Vinho Regional Terras do Sado (Jose Maria da Fonseca in Azeitao), 13% A, Rebsorten: Castelao, Trincadeira, Aragonès, ausgebaut vier Monate in gebrauchten und neuen französischen und amerikanischen Eichenfässern: bissiger, tanning, extrem, 7,50 Euro. Weitere Infos zum Weingut unter: www.jmf.pt , nicht erschrecken, zum Starten der Seite muss man erst sein Geburtsdatum (Geburtsjahr reicht auch) eingeben, um zu bestätigen, dass man bereits Alkohol trinken darf… Die Seite ist extrem “animiert†und im Hintergrund läuft Musik. Auf der Seite ist auch erkennbar, dass es sich bei dem Produzenten um ein portugiesisches Spirituosenimperium handelt.

Quinta da Espiga 2007 Vinho Regionla Estremadura, (Casa Santos Lima in Quinta da Boavista) 12,5% A, Rebsorten: Castelao, Tinta Roriz, Touriga Nacional und Syrah, ausgebaut in Zement- und Stahltanks und anschließend drei bis vier Monate in Barriques: “westiberischerer Duftâ€: nasse Wollsocken und Macchia, geschönt, vordergründig fruchtig.  Weitere Infos zum Weingut unter: www.casasantoslima.com

Septimus 2005 Vinho Regional Terras do Sado (Jose Maria da Fonseca in Azeitao, s.o.) 13% A, Rebsorten: Castelao, Trincadeira und Aragonès: Schöne warme Frucht, dezent , wenig Farbe, Wenig im Abgang, nicht richtig spannend, Rossmann 4,95 Euro. (Die oben angegebene Webseite zu dem Weingut führt diesen Wein übrigens nicht auf und sonst findet das Internet ihn auch nur bei Rossmann.)

Jean-Raphael Two Hills Cuvée Noir 2006, Rheinhessen (Weinhaus J.R. Buscher in Bechtheim), 13,5% A, Rebsorten: Schwarzriesling und Pinot Noir. Abgesehen davon, dass dieser Wein es in die Portugalprobe geschafft hat, war er auch gleich noch die Überraschung des Abends (Was, möglicherweise, auch daran gelegen haben mag, dass unseren zentraleuropäischen Gaumen die Abwechslung uns bekannter Rebsorten gut getan hat…;-) Grund für diesen “deutschen Einschub†war, dass es auf der Weinmesse in Erding keinen zweiten guten Portugiesen zu entdecken gab.

Herdade dos Lagos Vinho Tinto 2005, Vinho Regional Alentejano (Herdade dos Lagos Sociedade Agricola in Mértola) 13,5% A, Rebsorten: Syrah und Aragonès ausgebaut in Stahltanks und “nachheriger leichter Reifeaufenthalt in französischen und amerikanischen Barriques†(2006), so die Webseite. Sauer im Abgang, fruchtig dicht, vgl. 1 Stilistik ähnlich. Mövenpick 8 Euro. Mehr Infos zum Weingut unter www.herdade-dos-lagos.com

Marques de Borba 2007  DOC Alentejo (Ramos Vinhos aus Estremoz) 13,5% A, Rebsorten: hauptsächlich Aragonès und Trincadeira ausgebaut ein Jahr in Stahltanks und ein zweites Jahr in Barriqes: typisch, Sauerkraut, 12,60 Euro. Mehr Infos zum Weingut auf der deutschen Webseite unter http://www.jportugalramos.com/de/home.htm

Crasto 2006 DOC Douro (Sociedade Agricola Quinta do Crasto in Sarrosa), 14% A, Rebsorten: Cuvée aus Tinta Roriz, Tinta Barroca, Touriga Franca und Touriga Nacional, die separat ausgebaut wurden: Rumtopf, Zwetschge, sehr (zu?) freundlich, 10 Euro. www.quintadocrasto.pt

Monte Barrao 2006 Vinho Regional Alentejano, (Sociedade Agricola do Monte Barrao),14,5% A, Rebsorten: Trincadeira und Aragonès und Tinta Caiada (Laut Händler: Petit Verdot (44%), Touriga Nacional (34%),  Alfrocheiro (22%)). “Hintenach fehlt wasâ€, ansonsten: Minze, Eukalyptus…  13,80 Euro

Durch einen penetranten Korkschmecker hat sich leider der Catedral 2005 aus der Region Dao aus der Probe katapultiert.

Zwei merkenswerte Weine

Geschrieben von Markus am 31.01.2009

Ein Sauvignon-Blanc aus dem Trentino und ein Pinot Noir aus dem österreichischen Kremstal:

Sauvignon-Blanc “Vigneti delle Dolomiti” IGT 2007 von Graziano Fontana aus Faedo im Trentino bei San Michele. Ein Sauvignon-Blanc, wie wir ihn mögen: trotz 2007 immer noch frisch und hellgelb im Glas, ideal zu Fisch und Vorspeisen. Preis ab Weingut ca. 8 Euro. Weitere Tipps zu guten neuen Weingütern im Trentino, abseits der Massenweine befinden sich hier.

Pinot Noir Reserve 2005 von Josef Edlinger aus Palt im Kremstal in der Nähe von Stift Göttweig. Ein Pinot Noir, der das Sortentypische schön hervorbringt und dabei sehr ausgwogen und nicht zu kräftig ist. Preis ca. 15 Euro im Handel.

Beide Weine begleiteten ein Zehn-Gänge-Menü.

Winterweine - und zwei Weiße

Geschrieben von Markus am 11.12.2008

Bei Winterweinen erwartet man nur die schweren Roten, wir hatten aber auch, erwartet und unerwartet, einige Leichtgewichte dabei. Erfreulich besonders die nicht eingeplanten Weißen zu Beginn vom Weingut Tagwerker (die ein Probierpaket vorbeigebracht haben). Hervorzuheben aus meiner Sicht, in der chronologischen Reihenfolge: der Italiener IGT Maremma von I Campetti, der Spanier Ventus 2005 von Bodega Venta d’Aubert und letztlich mein Sieger: ein reinsortiger Syrah, der trotzdem vielfältiger war als manche Cuvées, der Du Plessis 2002 von Havanah Hills in Südafrika. Insgesamt wieder eine gelunge Probe, schade übrigens, dass ich mich in diesem Blog auf Weine beschränke, so bleiben die kulinarischen Köstlichkeiten leider unerwähnt.

Österreich: Weingut Tagwerker, Weinviertel, Herrenbaumgarten, Grüner Veltliner DAC 2007, 13%, schönes Pfefferl, schöne Säure, kräftig, nur unmerklich Alterstöne, ca. 5 euro (ab Hof)
Österreich: Weingut Tagwerker, Weinviertel, Welschriesling 2007, 12%, zitronig, apfelig, schlank, feine Säure, ca. 5 Euro (ab Hof)

Deutschland: Pfalz, Speelzenhof Altdorf, Wintercuvée 2006, eher dünn und bitter, 13,5% Alkohol sticht leicht raus, Dichte fehlt, um Alkohol abzufangen, fällt zusammen
Österreich: Weingut Ewald Gruber, Weinviertel, Retz, Rote Mühle 2003, 13%, runder, dichter, fruchtiger, kirschig, sauerkrautig, würzige Röstaromen, für Hitzejahr erstaunlich frisch

Frankreich: Haute-Corse, Tallone, AOC Corse 2005, Clos Fornelli Niellucio Rouge (korsischer Name für Sangiovese, auch als naher Cousin des Sangioviese bezeichnet) mit einem geringen Anteil Syrah, Süße und Würze, leicht bärrbeißig, rote Früchte, SG spürbar, 11 Euro, www.weinhalle.de. Interessant ist übrigens die Webseite des Weinguts Clos Fornelli: komplett als blogspot Blog aufgebaut, erst gewöhnungsbedürftig, dann aber nett.

Italien: Toskana, Ribolla, I Campetti, IGT Maremma 2004, Cabernet-Sauvignon, Merlot, Sangiovese, konzentriert, Zwetschge, Rosine, würzig, , dicht violett, breites Spektrum an Aromen, Heidelbeerig, 15 Euro ab Weingut

Chile: Montes Chile Cabernet-Sauvignon  Carmenère, 2006, 14,5%, breite Süße im Abgang, teerig, Zeder, ölig, eindimensional, manche wohlig, umstritten, Jacques, ca. 8,90 Euro.

Spanien: Teruel, Baja Aragon, Bodega Venta d’Aubert (im Hochland des Bajo Aragon zwischen Barcelona und Zaragoza, nicht weit vom berühmten Priorat entfernt, geführt von Schweizern), Ventus 2005, 13%, 59 % Cabernet Sauvignon, 28 % Merlot, 9 % Syrah und 4 % Monastrell. Würzig, holzig in der Nase, differenziert, sehr würzig, rund, schöne Tannine, 9,90 Euro www.weinhalle.de

Spanien: Piqueras Almonsa Gran Marius Reserva Seleccion, Bodegas, 13,5%, Tempranillo (25%), Monastrell (25%), Garnacha Tintorera (25%) und Syrah (25%), Anteile unbestätigt aus dem Web recherchiert, zwölf Monate in amerikanischer und französischer Eiche, schmal, sauer, beschränkt, konzentriert rote frucht, Jacques 6,40 Euro

Südafrika: Coastal Region, Havanah Hills Syrah Du Plessis 2002, tabagik, rauchig , nasses leder, karamellig, entfernt Vanille, Röstaromen, knackige Würze, Kaffeearomen, 16 Euro, Quelle: http://www.wein-deko.de/