Archive for Januar, 2007
Posted by Markus
Gestern Abend stand bei uns ein Cabernet-Sauvignon aus Deutschland auf dem Tisch. Und zwar “S”, Jahrgang 2005, vom Weingut Beiser aus Vendersheim in Rheinhessen (Achtung: langsame Webseite). “S” steht natürlich für Selektion. Nachdem wir zuvor eine bereits angebrochene Flasche zimmertemperierten Blaufränkisch leerten, überraschte uns der frisch aus dem Keller geholte “S” im wahrsten Sinne des Wortes “kalt”. Der erste Eindruck in der Nase war klar Cab-Sauv: bissig, krautig, fast sauer; über dem recht tanninarmen, klaren Wein schwebten außerdem die 14,5 Prozent Alkohol deutlich. Wir wollten uns schon fragen, warum wir den Wein überhaupt gekauft haben. Doch je länger der Abend am Kamin und je wärmer damit auch die Flasche wurde (und je mehr Luft an den Wein kam), desto mehr mundete der “S” uns. Erstaunlicherweise verschwand der Alkohol über dem Glas nahezu vollständig und es kamen warme würzige Noten nach Brombeere und schwarzer Johannisbeere zum Vorschein. Auch im Mund wurde der zunächst sperrige Wein zunehmend zugänglicher und setzte im Gaumen fort, was die Nase versprach.

Unser Fazit: ein sehr guter Cabernet-Sauvignon aus Deutschland, bei erstaunlich wenig Dichte ein komplexes Bouquet und viel Freunde im Mund. Ein Cabernet-Sauvignon mit einer Fülle und Kraft, die nicht versucht französische oder überseeische Weine zu kopieren, sondern eine individuelle rheinhessische Variante und damit eine willkommene Abwechslung zu vielen überbarriqueisierten 08/15-\’dcbersee-Weinen. Ach so, Preis ab Hof: 6,40 Euro. Ein Besuch lohnt übrigens auch wegen der Gutsschenke.
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Posted by Markus
Gestern habe ich den seltenen Newsletter von enobooks bekommen. Besonders auffällig dabei das Editorial, in dem sich der Herausgeber dieser Seite kritisch mit der aktuellen Weinserie im Stern auseinandersetzt. Insbesondere kritisiert er fachliche Mängel im einleitenden Beitrag dazu. Ich bin nun etwas verwundert, da die mir vorliegenden Beiträge der Stern-Ausgaben 3, 4 und 5 von den ansonsten recht renommierten, wenn auch teilweise unkonventionellen Autoren, Cornelius und Fabian Lange verfasst sind. Die einseitigen Vorstellungen der Weine glänzen nicht durch fachliche Tiefe, da sich jeweils nur auf ein Weingebiet beschränken (nämlich auf das, aus dem der aktuell angebotene Wein der Serie stammt) und die möglichen Spielarten der Rebsorte in anderen Regionen der Welt vernachlässigen (bei Sauvignon Blanc fehlt z.B. erstaunlicherweise jeder Verweis auf die Steiermark). \’dcber den Sinn und Wert dieses sogenannten Redaktionsmarketing über Weinangebote, wie z.B. auch in der Süddeutschen Zeitung, kann man trefflich streiten, auch wenn wir einen Wein aus dem SZ-Angebot bereits probiert und für gut befunden haben (siehe unten).
Wir ziehen es aber weiterhin vor, Weine selbst zu probieren, bevor wir sie kaufen-zum Beispiel übernächstes Wochenende auf dem Vinland in Erding - und werden weiterhin an dieser Stelle berichten.
Am Wochenende übrigens waren wir Samstags in München, im Bamberger Haus, in der Churrascaria und haben Fleisch vom Spieß gegessen. Die probierten Rotweine - aus den USA, Italien und der schließlich bestellte Chilene - waren nicht der Rede Wert, das Augustiner schon
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Posted by Markus
Gestern haben wir die lang ersehnte Lieferung Blaufränkisch Selektion vom Weingut Limbeck sowie Schilcher Junker weiß gepresst von Weingut Langmann bekommen. Beide haben wir schon probiert. Wenn wir die nächsten Flaschen davon aufmachen, stehen Details an dieser Stelle.
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Posted by Markus
Wie im Titel des Blogs geschrieben, sprechen wir von “uns” als Weinverkoster. Diesmal konnte ich leider nicht dabei sein, bei der Handels- und Gastronomie-Weinprobe der Sopexa in München, deshalb kann ich die Ergebnisse nur aus zweiter Hand berichten:
Begeistert waren die Verkoster von einem Syrah vom Chateau de Frauseilles (Eigentümer Ferdinand Graf von Thun und Hohenstein); den Notizen entnehme ich: VDP Cotes du Tarn, La Tarabelle 2004, ein rebsortenreiner Syrah, der 20 Monate im Barrique ausgebaut wurde: “Wilde Nase, Würze, Blaubeere, toll!!!”, Preis im Handel ca. 35,- Euro.
Begeistert haben weiterhin die Producteurs de Plaimont aus Saint-Mont (“site en construction”) , die mit 16 Weinen angereist waren, von denen jeder mindestens ordentlich war - bei so großer Auswahl oft eher eine Seltenheit. Sie bieten: AOC Cotes de Sain-Mont, AOC Madiran, VDP Cotes de Gascogne und AOC Pacherenc du Vic-Bilh (in dem Fall ein Süßwein…?).
Laut Aussagen des Präsentators, die mir übermittelt wurden, orientiert sich die Winzergenossenschaft streng an der Nachfrage. Das bürgt auch nicht immer für Qualität, dennoch scheint man sich hier entschlossen haben, auf die Nachfrager, die Qualität wünschen zu konzentrieren. Details folgen evtl. noch, wenn ich die Mitschriften entziffert bekomme.
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Posted by Markus

Wir haben beim Weingut Gehrig aus Weisenheim am Sand (Pfalz) ein Probierpaket bestellt. Inhalt: Sauvignon Blanc 2005, Riesling Kabinett 2005 und Pinot Blanc de Noir Sekt. Den Sekt haben wir noch nicht probiert, hier aber die Notizen zu den beiden anderen sowie dem Pinot Noir 2003, den wir noch im Keller hatten:
Sauvignon Blanc 2005, 12,5% Alk.: Schoene Nase, nach Melone mit leichten Anklaengen von Zitrus, im Mund fuellig und breit, aber ohne aufdringliche Frucht, evtl. ganz leicht Restsuess, wenig Saeure, die die Erinnerungen aus der Nase unterstuetzt, wenig Nachhall.
Riesling Kabinett 2005, 12% Alk.: schoene fruchtig spitze Nase, leichter gruener Apfel, unreifer Pfirsich, entfernt mineralische Noten. Findet sich im Mund wieder: jung, kraeftig, schoene Frucht, die von sauren Noten getragen wird, ohne Restsuesse und Sauere.
Beide Weine empfehlen wir gut gekuehlt zu trinken, da ansonsten die Fruchtigkeit alle feineren Noten ueberlagert.
Pinot Noir 2003, 13,5% Alk.: Mmmh, lecker. Ein samtiger, weicher Pinot Noir. Deutliche Noten von Doerrpflaume und Zartbitterschockolade, sowohl in der Nase als auch im Mund. Ueberhaupt keine unangenehmen oder stoerenden Noten. Trotz der 13,5%, die man uebrigens nicht schmeckt, ist der Wein kein Kraftprotz, sondern zeichnet sich aus sehr fein komponierte, aber trotzdem deutliche Noten. Als Essensbegleiter deshalb fast zu schade.
Neues Kapitel: Wir trinken wieder einen Aldi Wein, die wir zur Testzwecken ab und zu kaufen. Diesmal ein Nero d’Avola 2005 IGT aus Sizilien mit 13% Alk. Von Mario Collina. (abgefuellt von MGM Mondo del Vino und importiert von Mack & Schühle, wo sich allerdings kein Hinweis auf diesen Wein findet). Kein schlechter, aber ein schlichter Wein, der trotzdem das typisch wuerzige der Rebsorte trifft. Am Anfang sehr rauh und kratzig, wenn er etwas offen steht wird er weicher. Ein idealer Grillpartywein, wenn die Gaeste trockene, herbe und kraeftige Weine moegen.
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