Weine aus aller Welt zu W.s Geburtstag
Gepostet von: MarkusLieber W. von dieser Stelle nochmals alles Gute und herzlichen Dank für die vielfältigen Weinerfahrungen, die du uns bisher und auch zu deiner Geburtstagsweinprobe beschert hast. Mit Weinproben ist es ja manchmal wie mit dem Leben: oft Durchschnitt, manchmal überraschend, wenn es gut geht, was wir Dir und uns wünschen, öfter positiv als negativ - wichtig ist in jedem Fall das Probieren! Und dazu hatten wir ja bisher ausreichend Möglichkeiten. Hier der (subjektive) Tagessieger: 2004er Deidesheimer Mäushöhle Riesling Auslese, ein in puncto Frucht-Süße-Säure-Spiel optimal abgestimmter Süßwein (siehe ganz zum Schluss). Sofern nicht anders angegeben, stammten alle Weine von Tesdorpf.
Weingut Stadt Krems, Lössterassen, Grüner Veltliner 2006, 12% Alk., nicht die markanteste Nase, Abgang cremig, fast “grauburgundisch”, deutliche Noten nach Pfeffer und grüner Paprika, 6,90 Euro.
La Porte de Caillou, Sancerre 2006, Henri Bourgeois aus Chavignol-Cher, 12,5% Alk., leicht petrolig in der Nase, wenig deutlicher Sauvignon-Blanc, Nase lässt mehr erwarten, leicht cremig. Bei 15,90 Euro kann man jedoch nicht mehr von einem angemessenen Preis-/Genuss-Verhältnis sprechen.
Sauvignon-Blanc/Chenin Blanc, Coastal Region, Südafrika, Manorhouse, Buitenverwachting, 2005, 13%, süssliche Alterstöne, Akazie, 10,90 Euro. Ein knackiger, spritziger Sauvignon-Blanc hat einfach keine lange Lebenserwartung!
“Der erfolgreichste Bordeaux aller Zeiten.” Kommentar der Geburtstagsrunde: “Fragt sich nur für wen…”. Reserve Mouton-Cadet, 2005, Médoc, Paulliac, 13% Alk., fleischige Nase, zu tanninig, bissig, Körper fehlt, 12,80 Euro.
Casa de la Eremita, Temperanillo/Monastrell/Cabernet-Sauvignon, Crianza, 2002, Murcia, Spanien, aus Jumilla (Nähe Valencia), 13,5 Alk., preiselbeerig, rauchig, zuuuu fruchtig, überreif, Rumtopf, Kokos, Zartbitterschockolade, leicht brandig, zu wenig Körper für die Komplexität, 10,90 Euro.
Chateaux Caronne Ste.-Gemme 2003, Haut-Médoc von Nony-Borie aus St. Laurent, 13% Alk., schöne Nase aber vordergründige Röstaromen, scharze Johannisbeere, Mokka, 16,50 Euro.
Camden Park, Australia 2004, Shiraz/Petit Verdot, South-East Australia, 13,5% Alk., Vanille, röstig, sauer, wie Johannisbeerwein, erstaunlich schwach!
Vertente Douro, Portugal Douro 2004, Niepoort, 13,5% Alk., wie “Kaffehaus” (Walter S.), auf den ersten Eindruck süßlich, Beerensirup, Nase und Mund passen zusammen, feinwürzig und dicht, Tannin, dunkle Schokolade, 22,90 Euro. Später: wird stimmiger und rundet sich ein, dieser Wein muss dekantiert werden!
Zonchera 2001, Barolo aus Ceretto, Italien, 14% Alk., bräunliches Rot, dünn, 29,90 Euro. Sauerampfer, sehr dünn, ohne Körper, vordergründige Beere, ein Hauch von Gummi, Barola im alten Stil!
Penfolds Bin 407 2003, Cabernet-Sauvignon, tiefdunkles Rot-Schwarz, 14,5% Alk. (!!!), 25,90 Euro. Ein stimmiger Wein, volle Nase, rund, passend, Teer, Tabak, Würze, nasses Leder, mächtiger Wein, vielschichtig, Sauerkirsch-Himbeer, eigentlich ein klassischer Winterwein!
Caro 2002, Mendoza, Argentien, Baron de Rothschild (Lafite) and Nicolas Catena, Cabernet-Sauvignon und Malbec, würzig, grasig und rauchig, weniger Röstaromen als vorheriger Wein, Eukalyptus, schmeckbar geschönt und getrimmt, 14% Alk., 34,00 Euro. Verkehrte Reihenfolge: der Penfolds hätte anschließend probiert werden müssen.
Télégramme 2003, Chateauneuf du Pape aus Bedarrides, Grenache/Syrah, dünne rosébräunliche Farbe, Lakritz, Sauerkraut, 39,90 Euro (!!!), Süße plus extreme Würze. Steht schon ein bischen typisch für die Region der südlichen Rhone. Hierbei handelt es sich um den Zweitwein des bekannten Vieux Télégraphe der Vignobles Brunier (Webseite erfordert Flash-Plugin). Zu erkennen ist dies u.a. daran, dass das Etikett des Vieux Telegraphe etwas ausgeblichen und spiegelverkehrt den Hintergrund für das Etikett des Telegramme bildet:

Les Tourelles de Longueville, 2003, Paulliac, 13,5% Alk., Nase überröstet, Geschmack zu viel Röstaromen, 26,90 Euro beim Gallier, Alkohol bleibt stehen, bleibt auch Sauer, mehr Körper als andere des heutigen Tages, lagerfähig, rundet sich wahrscheinlich ein.
La Réserve de Leoville-Barton, 2001, Bordeaux, St.Julien, 12,5% Alk., krautig, weniger Röstaromen, trotz wenig Alkohol ein wenig brandig, 28,50 Euro. Hohe Akzeptanz trotz bärbeissigkeit, Weichsel?
2004er Deidesheimer Mäushöhle, Riesling, Pfalz, Auslese, Weingut Dr. von Bassermann-Jordan, 19,90 Euro. Allgemeines “Oh” und “Ah”, deshalb will ich an dieser Stelle ausnahmsweise mal die Beschreibung des Hauses Tesdorpf für sich sprechen lassen:
“Was für eine betörend köstliche Versuchung kann doch eine schöne Riesling Auslese sein. Aus dieser kleinen Flasche fließt die ganze Klasse dieser Spezialität, von der feinen süßlichen Frucht nach Pfirsichen, Marillen und Apsikosen bis hin zur verführerischen Fruchtsüße am Gaumen mit ihrem rassigen Säurespiel und ihrer feinen Mineralität. Hier spürt man die volle Kraft des Riesling in seiner ganzen Faszination und seiner so filigranen Art. Umwerfend und zum »naschen« schön.”
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