Posted by Markus
Mit Freuden habe ich wahrgenommen, dass auf der Münchner IT-Messe Systems auch Wein angeboten wird. Zum einen bin ich über ein Informationssystem gestolpert, das Weinkäufern (in Läden ohne persönliche Beratung, also vermutlich Supermärkten) die Kaufentscheidung erleichtern soll: mittels Funkchip (RFID) auf der Flasche kann der Kaufinteressent an einem Display weitere Informationen zum Wein, dem Winzer und dem Anbaugebiet abrufen. Dabei sind den Informationen keine Grenzen gesetzt: es kann sich um reine Wort- und Bildbeiträge handeln, aber auch Videos, beispielsweise mit einem Interview mit dem Winzer. Ich meine: sehr interessant für Leute, die keinen Weinhändler ihres Vertrauens haben oder nicht selbst Wein gezielt beim Winzer einkaufen. Probieren geht nämlich immer noch über studieren, zumal es wahrscheinlich neben echten Informationen auch viel heiße Luft zu hören und zu sehen gibt - schließlich will der Wein aus dem Supermarktregal auch verkauft werden:

Das schöne an der “Musterfirma”, in deren Rahmen das Weininfosystem präsentiert wurde: am Messeabend fand zum Ausklang an der Bar eine Verkostung von fränkischen Weinen statt. Wobei Verkostung etwas hochtrabend klingt: es ging wohl einfach darum, den Messetag mit einem schönen Glas Wein zu beschließen. Leider habe ich meiner journalistischen Berufsehre nicht genügt, denn den Winzer habe ich mir nicht notiert.

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Posted by Markus
Das California Wine Institute lud zur Verkostung von Weinen von über 50 Weingütern und Produzenten in das Münchner Hotel Excelsior (”Geisel”). Darunter befanden sich nahmhafte wie Shafer, Phelps, Hess Collection und andere, aber auch Produzenten, die einem breiten Publikum eher durch groß angelegte Werbekampagnen bekannt sind, wie Fetzer, Beringer oder Mondavi. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit, einige der großen Weine zu erhaschen - unser Ziel war es aber, wie immer, ansprechende Qualität zu normalen Preisen zu entdecken. Trotz räumlicher Enge und großem Besucherandrang sollte uns dies auch wieder gelingen.
Hier, was wir weiter verfolgen wollen:
Madrona, Shiraz Cabernet 2005, Linke Weinhandelsgesellschaft, Hohenbrunn. Der Wein stammt von einem der höchsten Weinanbaugebiete Kaiforniens im El Dorado County auf über 900 m. Hierfür gab es die Maximalwertung drei Ausrufezeichen - mehr musste leider nicht notiert werden!
R.H. Phillips, Night Harvest Shiraz, Importeur Pacific Wine Company, Langen. War leider in der Nachprobe nur noch süßlich und kirschig, evtl. war er zu lang geöffnet
Hess, Cabernet-Sauvignon 2005, Importeur: Reidemeister & Ulrichs: “le-cker!”, dichte, gut eingebundene Fruchtsüße, leichter Hefeton
JanKris Winery, Crossfire Red 2004 (CS, M, SY), Rauch, Würze und Frucht optimal verbunden bei exakt (!?) 13,9 Prozent Alkohol.
Im übrigen gehörte zu dieser Verkostung auch der Versuch, deutsche Weintrinker über die “Wahrheit” der kalifornischen Weinproduktion und der entsprechenden Weingesetze aufzuklären. Doch es blieb (zum Glück) beim Versuch: die drei Seiten mit “Fakten über kalifornische Weine” wurden nicht ausgehändigt, sondern lagen zum Mitnehmen unbeachtet auf einem großen Tisch. Was man daraus erfährt: beispielsweise, dass EU- und US-Weingesetzgebung angeblich recht ähnlich sind, dass für verpönte Hilfsmittel wie die Spinning Cone Column, nur eingeschränkte Verwendungszwekce erlaubt sind (Alkoholgehalt senken), dass Eichenholzchips ja nun in der EU auch erlaubt sind und dass keine künstlichen Farb- und/oder Aromastoffe gestattet sind. Nun denn, alles gut? Na ja, es wird wohl immer eine Glaubensfrage bleiben, wieviel Technik, Chemie und Physik erlaubt sein soll, um Wein zu produzieren. Da hilft es auch nichts, wenn EU und USA in diesem Punkt einer Meinung sind. Es bleibt, wie immer, nur das Vertrauen zum Winzer seiner Wahl…und den lernt man am Besten vor Ort kennen. Mehr zur kalifornischen Sicht der Dinge gibt es beim California Wine Institute.
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