weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Archive for November, 2007

Forum Vini 2007

Posted by Markus

Forum Vini war wie immer: viel vorgenommen, einiges davon geschafft, zu wenig Zeit für Neues, spannende Tipps. Es lohnt sich definitiv immer wieder - soviel Probieren auf so wenig Raum war selten. Dennoch, professionell wäre es, sich zwei, besser drei Tage Zeit zu nehmen. Im Folgenden dokumentieren wir unsere viereinhalb Stunden.

Österreich, Weinviertel, Weingut Hirtl

Hier haben wir das nachprobiert, was sowieso schon im Keller liegt (Grüner Veltliner DAC) und nochmal von dem erstaunlichen Merlot nachgeordert.

Italien, Sizilien, Trinacria Trade

Hier haben wir vor allem Nero d’Avola probiert, den wir vor kurzem im Urlaub schon genossen haben. Preis-/Genusssieger war hier aber der reinsortige Syrah IGT von Alcesti (7 Euro) aus Westsizilien.

Österreichische Weinspezialitäten Gruber

Schön, wie so oft, die Schilcher des Weinguts Langmann aus der Weststeiermark. Wir haben uns für den Klassik 2006 entschieden. Zahlreiche interessante Rotweine; nachgeordert haben wir den 2006er Blaufränkisch von Limbeck vom Neusiedlersee, der ein außergewöhnlicher Blaufränkisch zu außergewöhnlichem Preis (6,70 Euro) ist: er verbindet leicht süßliche Dörrpflaume mit ordentliche Tanninen zu einem kräftigen aber nicht übertriebenen Wein. Sehr schön auch die Cuvées Alter Rebstock 2004 (St. Laurent, Blaufränkisch, Zweigelt) von Rheinisch aus der Thermenregion und Rote Mühle 2003 (Blauburger, Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot) von Bernhard Gruber aus Retz im Weinviertel. Ein viel zu jung probierter komplexer Wein mit viel Potenzial war der Mephisto 2004 (ZWeigelt, Cabernet-Sauvignon, Blauburger)von Christ aus Wien.

Weinhandel Falstaff

Auch wie immer eine zuverlässige Auswahl qualitativ hochwertiger Weine. Probiert haben wir im Einzelnen:

  • Deutschland, Nahe, Tesch, Riesling Spätlese Kartäuser 2006: üppiger Wein, bei dem uns jedoch die Nase etwas abgeschreckt hat. Die schlichtere Linie “Unplugged” gab es leider nicht zu probieren.
  • Deutschland, Rheingau, P.J. Kühn, Riesling Östrich 2006: hefig in der Nase, gibt sich angeblich nach zwei Stunden
  • Österreich, Steiermark, Neumeister, Welschriesling 2006: beeindruckt v.a. durch seine Nase.
  • Italien, Apulien, De Falco Salice Salentino Salore 2005: Dörrpflaume, überlagert von starker Würzigkeit, ein rauher Wein.
  • Italien, Apulien, Santa Lucia, Castel del Monte, Melograno die 2004: rund, stimmig, nicht zu kräftig
  • Italien, Apulien, Tomas & Giesen, Primitivo Shabaka 2006: ein Wein, dem man die Hitze des Südens anschmeckt, voll würzig, kräftig, ohne eine “Bombe” zu sein (14% Alk. natürlich)
  • Österreich, Burgenland, J. Lentsch, Pinot Noir 2005: so schmeckt uns Pinot Noir!
  • Portugal, Bairrada, Filipa Pato, FP Ensaios 2005: leicht animalische Noten, schöne Verbindung aus Würze und Frucht
  • Portugal, Dao, Filipa Pato, Lokal Silex 2004: was soll man sagen; das was man für knapp 25 Euro erwarten kann: füllig, dunkel, schwer…

Österreich, Traisental, Winzerhof Familie Erber (Oberwölbling)

Den Weg mit nach Hause zum Nachprobieren haben geschaft:

  • Grüner Veltliner 2006 “Alte Stöcke”
  • Cuvée 2005 (Zweigelt & Blauburger & Merlot)

Berts Wein Express

    • Weiße Portugiesen überzeugten uns weniger, die roten eher.
    • Einige der weißen Südafrikaner überzeugten, allerdings weniger vom Preis her, die roten Südafrikaner überzeugten - wie gewohnt - auf ganzer Linie. Bei der Qualität ist der Preis akzeptiert.
    • Bestellt haben wir:
      • Oude Companies Post aus Tulbagh: Pinotage 2005 und Shiraz 2004
      • Viljoensdrift Winery aus Robertson: Shiraz River Grandeur 2004
      • Virgin Earth aus Langeberg-Garcia: High Five 2004

Weinhandel Curry

Quinta da Mimosa 2005: ein hervorragender Rotwein aus Portugal

Österreich, Weingut Hartl

    • Sauvignon Blanc Fassprobe 2007
    • Pinot Noir Reserve 2005: leicht, fruchtig, würzig
    • St. Laurent Reserve Fassprobe 2006

Hier noch ein kurzer bildlicher Eindruck von den Verkostungsbedingungen auf der Messe:

Forum Vini (Quelle: Veranstalter - Pressebild)

Militante Winzer in Frankreich - aus der SZ

Posted by Markus

Am Wochenende ist ein schöner Beitrag im Kulturteil der Süddeutschen Zeitung erschienen, der beschreibt, wie schwer Winzer von Massenweinen sich tun, sich dem sinkenden Weinkonsum und gestiegenen Qualitätsbewusstsein anzupassen. Als Höhepunkt und Aufhänger der Geschichte erzählt der Autor von einem Video einer militanten Winzerorganisation. Leider hat sich weder die Redaktion der Printausgabe, noch der online Ausgabe die Mühe gemacht, auf das Video zu verlinken.

Hier nun, was ein kurze Webrecherche ergeben hat. Das vollständige Video ist nicht auf die schnelle zu finden, der Link auf das Video bei BBC funktioniert nicht. Deshalb hier aus den französischen Nachrichten Ausschnitte des Videos.


Communiqué de presse CRAV 18.05.07
Hochgeladen von passerellesud

Online-Trauerzug

Posted by Markus

Ich mache mit beim Online-Trauerzug gegen die Vorratsdatenspeicherung:

image

Mehr unter http://www.vorratsdatenspeicherung.de/

Wein im Radio

Posted by Markus

Heute morgen gab es in Bayern 2 einen Bericht über einen Winzer, der durch Beschallung mit klassischer Musik seinem Wein (angeblich) mehr Qualität verleiht. Auf der Suche nach dem passenden Podcast bin ich auf diese interessante Seite gestoßen, die sich mit Folgen des Klimawandels für den fränkischen Weinbau beschäftigt. Den Bericht über den Zusammenhang zwischen klassischer Musik und Weinqualität konnte ich in dem unübersichtlichen Online-Angebot des Bayerischen Rundfunks bisher leider nicht finden.

Einige wenige (W)Eindrücke aus Sizilien

Posted by Markus

Natürlich haben wir hauptsächlich Nero d’Avola getrunken. Erstaunlich dabei, in wieviel verschiedenen Charakteren der Wein aus der Flasche bzw. aus dem Edelstahl kommt. Wir hatten teure, dünne, muffige, mit penetranter Würze aus der Flasche. Aber es gab hervorragende dichte, fruchtige, schwarzrote als offene Weine, die sicher keine Komplexität oder ein interessantes Profil hatten, aber als Alltagswein durchaus akzeptabel sind.

Zu den Weinen, die wir dokumentiert haben gehört der einfache Nero d’Avola von Morgante, der Würzigkeit, Frucht und Dichte optimal verbindet. Das führt zu einem leicht zugänglichen Wein, der einfach Spaß macht. Erstaunlich die Bandbreite des Preises, die vor Ort von 7,25 (siehe Bild) bis 12,00 Euro reicht, in Deutschland teilweise für unter 7 Euro erhältlich, z.b. bei ronaldi.de (zum Wein direkt geht es hier).

Nero d'Avola von Morgante CIMG3394

Nach Angaben auf seiner Webseite produziert Morgante pro Jahr rund 250.000 Flaschen des Nero d’Avola. Der Ausbau erfolgt für vier Monate in französischen Barriques.

Ein zweiter Wein, der uns ebenfalls interessiert hat, wurde uns in einem Fischlokal in Agrigento empfohlen: der sortenreine Frappato Mandragola von Paolo Cali aus Vittoria. Die Rebsorte wird normalerweise hauptsächlich für Cuvées mit Nero d’Avola eingesetzt. Reinsortig ausgebaut ergiebt sie einen feingliedrigen, würzigen Wein, der nicht die Wucht eines Nero d’Avola besitzt. Uns hat er an schlanke, zurückhalten ausgebaute Pinot Noirs, z.B. aus Österreich, erinnert. Kurze Internetrecherchen ergaben, dass diese reinsortige Frappato Weine in Deutschland leider nicht verfügbar sind.

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