Posted by Markus
Offenbar wird versucht, mit WeinMünchen, eine Frühjahrsmesse für Wein in München zu etablieren. Angekündigt werden 75 Aussteller, in der Ausstellerliste sind bisher allerdings nur 52 zu finden, aber es ist ja noch einen Monat bis zur Veranstaltungsbeginn am 29. und 30. März hin. Trotz des internationalen Anstrichs sind derzeit allerdings nur elf Aussteller mit Weinen vornehmlich aus Frankreich, aber auch Italien und Übersee zu verzeichnen. Schade ist, dass die ausländischen Weine nahezu ausschließlich durch Händler vertreten werden. Stattfinden wird die Messe in der Münchner Residenz.
Dringender Überarbeitungsbedarf besteht definitiv für die Webseite. Das Design und die Navigation sind durchaus als inkonsistent zu bezeichnen. Es fliegen einem Pop-up-Meldungen um die Ohren und es öffnen sich Seiten mit Titeln wie “Koelnwein”. Das kommt wohl daher, dass der Veranstalter ähnliche Messen auch in Aachen, Köln, Düsseldorf, Dortmund und Hamburg plant (die entsprechenden Links, wie einige andere auch, enden allerdings, bis auf Hamburg, im Nichts).
Wir sind gespannt, wie sich Ausstellerliste und Webseite in den nächsten Wochen entwickeln. Über eine neue Veranstaltung in München im ersten Halbjahr würden wir uns freuen, nachdem die WeinWelt im Sommer im Olympiastadion es offenbar nicht geschafft hat, sich zu etablieren. Die WeinWelt 2007 wurde abgesagt, angekündigt wurde, dass die Veranstaltung zukünftig alle zwei Jahre stattfinden solle, für 2008 finden sich darauf allerdings keine Hinweise im Web.
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Posted by Markus
Via Weinplus:
This comfortable sports-style bra contains a special boob-enhancing polyurethane bladder that can be filled with your drink of choice. The WineRack
Übersetzt heißt das:
Dieser komfortable Sport-BH enthält eine spezielle brusterweiternde Plolyurethan-Blase, die mit einem Getränk Ihrer Wahl gefüllt werden kann.
Nach Angaben der Beschreibung des Online-Shops vergrößert der Wein-BH den Brustumfang bei einem Fassungsvermögen von 0,75 Litern um zwei Körbchengrößen (darüber, was im Laufe des Austrinkens passiert, schweigt sich die Seite aus).
Nach Angaben des Anbieters besonders geeignet dann, wenn sich Frau auf öffentlichen Veranstaltungen den Kauf teurer Drinks sparen will, oder, im öffentlichen oder privaten Rahmen, das Anstehen am Getränkeausschank vermeiden will.
Ich meine: ideal für Alle, nicht nur für Briten, die auf dem Weg zum Ballermann sind. Wein-Plus merkt zurecht an, dass Weißweine wohl nicht kühl zu halten sind…
…und im übrigen ist der Wein-BH derzeit ausverkauft, kann aber vorbestellt werden.
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Posted by Markus
Es war ein selektiver Messebesuch mit einigen High- und wenigen Lowlights. Zu den Highlights zählte definitiv die Entdeckung eines weiteren Weinguts aus dem Weinviertel mit knackigen grünen Veltlinern und einem Sauvignon-Blanc: Renate Schuster aus Hohenwarth .
Angetan waren wir weiterhin von den modernen Spaniern bei Bodega Joaquin Peral aus Ulm: viele klassische spanische Rebsorten, ergänzt um Cabernet-Sauvignon, Merlot und Syrah; alkoholreich, kräftig, ausdrucksstark - aber nicht ganz billig.
Außerdem entdeckten wir ein süditalienisches und ein chilenisches Weingut mit unschlagbarem Preis-/Genussverhältnis bei Ferdls Wein Eldorado (Webseite leider noch in Bau): Es handelt sich um die Weine von Terre di Campo Sasso aus Italien (hier deckten wir uns besonders mit Nero d’Avola und Primitivo ein) sowie um das Weingut Vinedos Terranoble aus Chile (hier gefiel uns der Syrah besonders; Tipp: einen Tag offen stehen lassen, dann verflüchtigt sich die anfänglich starke Frucht und die interessante Würze kommt zum Tragen).
Bewährtes hat sich erfreulicherweise wieder bewährt: Weine aus Australien beim Australien Winestore (mit spannenden Schaumweinen aus Tasmanien), trockene Frankenweine von der Winzergenossenschaft Nordheim. Aus der “Juventa”-Serie haben wir uns für den “Inselwein” entschieden, aus der “Franconia”-Serie für die “Domina” und, wenig erstaunlich, für den Divino Pinot Noir 2006: “süße Frucht, köstlich, opulent, freundlich, weich”. und Rotweine für jeden Tag bei Falstaff. Außerdem lief uns noch ein knackiger Schilcher (Lazarus 2007) über den Weg sowie ein Händler mit ungarischen Weinen (Familie Ambrus aus Freising) - die guten sind allerdings, wie so oft in Osteuropa, zu teuer.
Insgesamt ein erfolgreicher und interessanter Nachmittag, der wieder mal gezeigt hat, dass gute Weine teuer sein können, aber nicht müssen. Die Aussteller waren offenbar auch ganz zufrieden mit dem Besucherandrang, so dass wir uns schon auf das nächste Jahr freuen.
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Posted by Markus
Wie immer ist aller Anfang schwer: wo stehen die Regeln, was schreibe ich, damit die anderen nicht denken…oder erst recht denken… Egal, ich habe es mir vorgenommen, also mache ich diesmal nicht nur als Zuschauer, sondern als Teilnehmer mit. Diesmal soll es nach einem Aufruf von “weingut - lisson: ein winzertagebuch” um Etiketten gehen.
Der erste Schritt geht in den Keller: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah - hoffentlich auch, was das Etikett angeht. Doch meine Erwartungen werden zunächst enttäuscht, wir sind scheinbar keine Etikettentrinker (mehr). Alles eher klassisch, wenig Auffälliges oder gar Etravagantes, außer ein paar Südafrikaner mit vergoldeten Landschaftsimpressionen und Neumeister mit einem Miniaquarell.
Doch da fällt der Blick auf eine unaufgeräumte Kiste Einzelflaschen. Nach dem Griff zu den sizilianischen Roten, die auch nicht aufregend sind (vom Etikett her gesehen), schließlich der Volltreffer
- eine klassische Bordeauxflasche (wahrscheinlich dunkelgrün, ist nicht zu erkennen, weil die Banderole so lang ist),
- rote Banderole ohne jegliche Beschriftung, selbst ohne Aufreißnippel oder wie das Ding heißt
- und sonst nur ein weißes Etikett mit schmalem roten Rahmen und rechtsbündig dem silbergrauen Aufdruck (14 Punkt-Schrift) Palmela DOC, darunter in Rot (gleiche Farbe wie Banderole und Rahmen, 18 Punkt-Schrift) geprägt Tentacao (jetzt kann der Computer das Häkchen unter dem c und die Welle über dem zweiten a nicht). Absolutes Highlight ist der in silber geprägte (!) Kussmund, der das linke obere Viertel des Etiketts dominiert.
- Erwähnung finden sollte noch, dass sich alle weiteren Angaben auf einem eher geschäftlich, schmucklosen Etikett auf der Rückseite befinden (Produzent: Casa Ermelinda Freitas, Strichcode, Duales System, Angaben zu Mengen (750 ml) und Alkohol (14%) sowie tinto red wine 2003) und die erläuternde Beschreibung (auf Portugiesisch und Englisch), die ich hier zitieren möchte.
Im übrigen sitze ich immer noch vor der geschlossenen Flasche…was ich jetzt ändern sollte, schließlich will der Rote ja noch etwas Luft und Wärme, wenn er schon direkt aus dem Keller in den Scanner kommt. Apropos, wie bringt man übrigens ein Etikett von einer gewölbten Flasche auf einen flachen Computerbildschirm…Fragen über Fragen, die sich mit der Weinrallye auftun…ich gehe jetzt zum Korkenzieher. Bis ich wieder zurück bin hier also die angekündigte Beschreibung der Flaschenrückseite:
This wine is 100% Castelao [schon wieder Welle auf dem zweiten a], from vineyards with more than 30 years. It aged in French Oak Half Barrels.
Beim Öffnen fiel mir gerade auf, das die Kapsel oben noch mit einem eher schlichten Traubensymbol geprägt ist. Ansonsten ist von einem langen, schmalen weichen Korken zu berichten, in den der Korkenzieher wie Butter hineinging und der, ebenfalls wie Butter, herauskam.
Exkurs zur Rebsorte Tentacao und DOC Palmela
Da Portugal nicht unser Spezialgebiet ist, hier noch ein kurzer Einschub dazu, was ich jetzt gleich einschenken werde.
Der nach der gleichnamigen Stadt benannte DOC-Bereich liegt auf der portugiesischen Halbinsel Peninsula Setúbal im zentralen Westen Portugals nahe der Hauptstadt Lissabon. Er umfasst die Stadtbezirks-Bereiche von Palmela und Setúbal und zählt zur Region Terras do Sado, so Wein-Plus.de. Diese Halbinsel, die nach dem Fluss Sado benannt wurde, ist geprägt durch ihre Nähe zum Atlantik, schreibt portugal-reiseinfo.de. Trockene Weißweine, klassische Rotweine und Muskateller werden produziert. Der bekannteste Muskateller aus der Region Setúbal ist der Moscatel Roxo, der erst nach 20-jähriger Kellerreifung auf den Markt kommt, ergänzt Wikipedia.
Zur Rebsorte spuckt das Wikipedia nicht so viel aus: Die rote Rebsorte Tinto Cão ist eine autochthone Sorte aus Portugal. In den 1990er Jahren wurde ein bestockte Rebfläche von 1.059 Hektar erhoben. An der University of California in Davis gibt es Versuchsanpflanzungen und in Kalifornien gibt es kleinere Flächen (ca. 20 Hektar). Erwähnenswert vielleicht noch die Charakterbeschreibung von oldport.de:
Sie gilt heute als eine der besten portugiesischen Rebsorten und wird vor allem am Douro angebaut. Sie ist ganz besonders dickhäutig und widerstandsfähig und bringt dichte, kräuterige Weine hervor - besonders auf den schieferigen Anhöhen des Douro. Die Aromen erinnern an Zimt und Anis. Eine tolle Note aúch in Portweinen, in denen Tinto Cao eine der wichtigen Rollen spielt.
Und jetzt der Geschmack
Gemein, während ich hier so tippe und surfe, habe ich schon zwei Schlucke getrunken:
Tiefes Kirschrot fällt mir auf, aber nicht zu dunkel und dicht. Zum Glück ist der Wein (noch nicht) zu warm, denn wahrscheinlich würde der Alkohol sonst die zunächst undifferenzierten Würznoten völlig überdecken, bei besserem Belüften mischt sich ein Hauch Kirsche unter die Würze.
Im Mund spielt sich dann ein Beißen aus Tanninen und Alkohol ab, das einen leichten Pelz auf der Zungenspitze und den Lippen hinterlässt. Süßholzwurzel ohne süß zu sein, strenges Leder, schwarze Pfefferkörner. Ein starker, ungezähmter Wein. Keine feingliederige Komplexität.
Nach einiger Zeit im Glas fällt das Ungezähmte etwas ab und die Noten werden differenzierter, der deutliche, aber nicht aufdringliche, starke Alkoholgehalt von 14% bleibt spürbar.
Jetzt bin ich gerade etwas überfordert: zu was trinkt man so einen Wein? Als Solowein zu ungestüm, als Essensbegleiter zu stark…?
Aber das Etikett ist den Preis wert: 11,80 Euro bei weindeko.de (wir haben unsere Flasche auf dem Forum Vini in München bestellt).
- ohne Worte -


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Posted by Markus
Da fragt ein bekannter Weinblogger ganz höflich, ob ein Bericht über die Weinkrise in Bordeaux in der angesehen Tageszeitung “Die Welt” den Tatsachen entspricht und kommt zu einem anderen Schluss als die Autorin des Artikels. Lesenswert sind dann nicht nur die unterstützenden Kommentare der Blog-Leser, sondern vor allem die mir nicht nachvollziehbare Reaktion der “Journalistin” auf den Kommentarseiten. Durchaus amüsant zu lesen dann der folgende Schlagabtausch. Ich hoffe mal, dass nicht alle Journalisten der angesehenen Medien so reagieren würden…
Die Lager in Bordeaux sind so weitgehend geräumt wie schon sehr lange Zeit nicht mehr. Um so mehr verwundert ein Artikel von Andrea Exler, der am Wochenende unter der Überschrift Bordeaux-Winzer kämpfen ums Überleben bei WELT Online erschienen ist. Stünde dies im Klapperbüller Dorfboten, könnte man den Mantel des Schweigens darüber breiten, aber es steht in der Online Ausgabe einer der meistzitierten deutschen Tageszeitungen und da kann man über eine Desinformationen wie diese nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Auch wenn ich mir damit bei einigen den Vorwurf der Kollegenschelte einhandeln werde, hier die wichtigsten Passagen des Artikels dokumentiert und kommentiert
Schiefes WELT-Bild [planet bordeaux]
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