Archive for März, 2008
Posted by Markus
Ich wurde überredet, in ein vegetarisches Restaurant zu gehen, das sogar Essen und Trinken für Veganer anbieten soll. Insbesondere auf die veganen Weine war ich gespannt, da mir bisher nicht bekannt war, dass es solche überhaupt gibt. Was sind vegane Weine? Dazu zitiere ich diese Webseite:
…ohne tierische Stoffe - wie Gelatine (aus Haut und Knochen von Tierkadavern), flüssiges Hühnereiklar, Hausenblase (Schwimmblasen von Fischen) - gekeltert. Die Klärung erfolgt mit Bentonit und durch Abkühlung…
Die Lektüre des Getränketeils in der Speisekarte hat mir Hoffnung gemacht. Ausführlich wurde erläutert, wodurch sich biologisch, dynamisch oder vegan produzierte Weine unterscheiden. Leider habe ich übersehen, Details der Karte zu dokumentieren. Ich erinnere mich jedoch gut daran, dass der Abschnitt über vegane Weine vor allem Verweise darauf enthielt, welche tierischen Produkte alle bei der konventionellen Weinbereitung verwendet werden (s.o.), so dass man richtig Lust auf vegane Weiche bekommen konnte. Die folgende Weinliste war in puncto Vegan dann allerdings Fehlanzeige: kein einziger veganer Wein auf der Karte.
Ich habe mich deshalb für den Sauvignon-Blanc Tasnim vom Weingut Loacker aus Südtirol entschieden. Eine Ode auf diesen Wein befindet sich hier.
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Posted by Markus
Das ist ein Thema, da können wir mitreden. Aufgerufen hat dazu das Weingut Steffens-Keß. Dazu passt, dass wir gerade dabei sind, unseren Alltagssommerweißwein für 2008 auszuwählen. Deshalb haben wir das Thema diesmal in einer Bildergeschichte aufgearbeitet. Denn eingegangen ist das erste Probenpaket gestern per DPD, die nächsten Pakete sind heute von der Winzerin höchstselbst ausgeliefert worden.
Bevor es losgeht noch eine Vorbemerkung: seit Jahren landen wir in puncto Alltagsweine (aber auch bei höheren Qualitäten) immer wieder gerne in Österreich. Der Grund dafür: ein relativ klar strukturiertes Weinland mit einer enormen Zahl an engagierten Winzern im unteren bis mittleren Preisniveau. Mit Grünem Veltliner und Zweigelt bietet das Land darüber hinaus zwei Rebsorten, die bei entsprechender Behandlung auch im unteren Preissegment bereits sehr ansprechende Weine ergeben können. Und Preise, wie im Bordeaux, Burgund oder Chianti, die aus Erfolgen der Vergangenheit berechnet werden, sind zum Glück selten. Sie beschränken sich (noch) auf die großen Namen oder auf solche Winzer, die meinen, so einen zu haben oder aufbauen zu können.
Nach den guten Erfahrungen im Weinviertel, bleiben wir also auch 2008 (vorerst) dieser vielfach noch unentdeckten und unterschätzten österreichischen Weingegend treu.
Was ist also geliefert worden: ein Probierpaket 2007er vom Weingut Hirtl aus Poysdorf. Aus der Lieferung haben wir den Grünen Veltliner Classic ausgewählt. Der Preis ab Hof beträgt 5,50 Euro. Der Versand erfolgt übrigens (bisher immer) kostenfrei, entweder ab Hof, wie dieses Paket, oder über einen Lieferanten aus Deutschland.
Nächster Schritt, die Kiste öffnen. Keine Überraschung war die beiliegende Rechnung (auch nicht der Rechnungsbetrag), dafür aber die ebenfalls mitgelieferte Broschüre zum Thema Wein und Gesundheit - ob unser Winzer meint, dass wir es nötig haben… (einige Zitate aus der "Broschüre", sollen aber in diesem Blog zu späterer Zeit erfolgen). Richtig Freude macht uns dagegen bei Hirtls der mittlerweile regelmäßig mitgelieferte Drop-Stop - eine kleine Aufmerksamkeit, die man sich merkt.
Insgesamt befanden sich in dem Paket schließlich die bestellten Flaschen (3x Welschriesling Classic, 3 x Grüner Veltliner Classic, 3x Grüner Veltliner Weinviertel DAC Kirchberg, 3x Weißburgunder Classic).

Eine Flasche entnommen und ab in den Kühlschrank (links). Als Hinweis sei angemerkt, dass die Kiste zwischen der Lieferung und der Öffnung gut 20 Stunden unbewegt stand - falls jemand die Qualität auf die fehlende Ruhephase schieben will…
Und nun ist es endlich soweit: die Flasche kommt aus dem Kühlschrank auf den Tisch. Wird geöffnet und eingeschenkt: helle, weißgelbe Farbe, kaum sichtbare Kohlensäure und eine Nase von grünem Apfel und leichte Zitrusnoten.
Im Mund spürt man noch etwas nicht eingefangene Säure, das Apfel-Zitrus-Spiel setzt sich fort. (Das für den Veltliner so oft beschworene "Pfefferl" erwarten wir aber dann im DAC Wein.)
In dem Zustand definitiv ein schöner Sommerwein, gekühlt zu trinken, aber nichts für Anspruchsvolle. Vermutlich rundet er sich in den nächsten Wochen noch etwas ein, so dass die Säure besser eingebunden wird und die dominante Apfel-Zitrus-Note nicht so in den Vordergrund drängt.
Auf jeden Fall ein unkomplizierter Wein für alle Tage, von dem noch mehr Vergnügen zu erwarten ist.
Weitere Alltagsweine, die uns noch einfallen:
- Welschriesling vom Weingut Schmelzer aus dem Burgenland für 4,50 Euro ab Hof: mit feinen Brennessel- und Zitrusnoten und schönem Säurespiel.
und damit die bayerischen Winzer nicht zu kurz kommen, empfehlen wir abschließend noch von der Winzergenossenschaft Nordheim:
- Juventa Inselwein Cuvée Rot 2006 für 6,20 Euro: ein fruchtiger, farbbetonter aber trockener Roter mit ausreichend Kraft.
- Juventa Riesling 2006 für 4,60 Euro: mit schönen Pfirsich-Aprikosennoten und guter Säure.
- Franconia Domina trocken, Nordheimer Vögelein, 2006 für 6,20 Euro
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Posted by Markus
Gerade erst gefunden, obwohl schon seit Ende Januar online. Über folgende Homepage der European Wine Bloggers Conference wird zur ersten Veranstaltung nach Rioja eingeladen und zwar vom 29. bis 31. August 2008.
Die Liste der definitiven Teilnehmer umfasst Stand heute 15 Besucher aus Spanien, Portugal, UK, Italien, Niederlande und USA. Ich bin gespannt, wann die ersten Deutschen dort auftauchen und würde mich freuen, wenn eine derartige Veranstaltung auch (erst)mal im kleinen deutschen Rahmen stattfinden würde - Web 2.0 und Blog-Experten nennen so etwas auch Barcamp. Eine schöne Erklärung dafür befindet sich hier.
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Posted by Markus
Mit dem OpenWine Consortium gibt es jetzt endlich nach Xing, Facebook, StudiVZ, Viadeo und wie sie alle heißen, nun auch ein soziales Netzwerk (zu Web-Deutsch: Social Network) für “wine drinkers”, im Deutschen würde man wohl eher sagen “Weinliebhaber”. Dort präsentiert man sich, trifft sich in verschiedenen Interessengruppen um zu diskutieren, schaut Bilder an - eben alles, was Gleichgesinnte so tun, aber ohne sich in persona zu treffen, sondern online im Internet.
Nochmal von Vorne (man sollte erst recherchieren und dann schreiben):
Nachdem es mit Ning nun die Möglichkeit gibt, dass man als einfacher Internet-Nutzer selbst ein Social Network einrichten kann, hat sich Joel aus San Jose in Kalifornien gleich an die Arbeit gemacht und das OpenWine Consortium (OWC) eingerichtet. Und ich dachte erst, dass da wieder ein Start-up oder Getränkekonzern zugeschlagen hat.
Was macht man in dem sozialen Netzwerk?
Dort präsentiert man sich, trifft sich in verschiedenen Interessengruppen um zu diskutieren, schaut Bilder an - eben alles, was Gleichgesinnte so tun, aber ohne sich in persona zu treffen, sondern online im Internet. Natürlich sind bis jetzt fast nur Amerikaner beim OWC dabei, die im Internet viel aktiver als die Deutschen (NICHT die Europäer) sind. Darunter viele, die mit Wein beruflich zu tun haben. Stand jetzt zählt das Netzwerk (nach zwei Wochen online) über 450 Mitglieder.
Auf jeden Fall ist das OpenWine Consortium hiermit mal dokumentiert, so dass ich und jeder andere mal wieder dort vorbeischauen kann, um zu sehen, wie es sich entwickelt. Noch habe ich mich dort nicht angemeldet.
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Posted by Markus
Dieser Nachtrag, erstellt am 9. April, eingestellt für den 2. März, bereitet mir Kopfzerbrechen. Einerseits ist die Herausforderung spannend, zu thailändischem Essen Wein zu servieren, andererseits fragt man sich, ob das gut gehen kann. Hier das Ergebnis in aller Kürze, da ich nicht detailliert mitprotokolliert habe, sondern nur das wiedergeben kann, was mir noch in Erinnerung ist.
Ort des Geschehens war das Restaurant Ruen Thai in München. Empfohlen wurde es aufgrund des Faibles des Besitzers für Wein, weshalb natürlich in punkto Weinkarte keine Wünsche offen bleiben (die Karte geht bis knapp 3.000,- Euro, falls das jemanden interessiert).
Das servierte Menü war erwartungsgemäß sehr gut bis hervorragend, wobei insbesondere die Fisch- und Meeresfrüchtegänge sowie die süß-sauer-scharfen Saucen zu erwähnen sind. Der Nachtisch war - wie in der asiatischen Küche, die man hierzulande bekommt, meistens üblich - nicht der Rede wert.
Die Weinauswahl des Besitzers war gezielt, konnte aber dennoch der Würze und den kräftigen Geschmäckern kaum etwas entgegensetzen. Selbst das Probieren der Weine bevor man zur Gabel griff, half nicht, da der Mund bereits vom ersten Gang an nicht mehr in der Lage war, Weine in ihrer Fülle zu erschmecken. Ob es bei einer höheren Investition in die Weine besser gewesen wäre - ich wage es zu bezweifeln.
Dennoch soll ein Wein erwähnt werden, der uns überraschenderweise viel Freude bereitet hat: aus einer Magnumflasche bekamen wir einen Cult Cà del Pazzo 1999 vom Weingut Tenuta Caparzo in Montalcino serviert. Der Wein wurde seit 1982 unter dem Namen “Cà del Pazzo” aus aus Sangiovese und Cabernet-Sauvignon zusammengestellt. Der von uns getrunkene Jahrgang 1999 war mit dem Namenszusatz “Cult” der Erste, dem auch Syrah hinzugefügt wurde. Laut “technischer Beschreibung” enthält der “Cult” 40 Prozent Cabernet-Sauvignon, 30 Prozent Sangiovese und 30 Prozent Syrah, die 18 Monate in französischen Barriques reifen.
Herausgekommen ist ein voller, kräftiger und runder Wein, der die Vorteile der enthaltenen Rebsorten sehr gut kombiniert: das Dunkelbeerige des Cabernet-Sauvignon, das Erdige des Sangiovese und die Würze des Syrah, geschmacklich verbunden durch das gut eingesetzte und vor allem nicht übertriebene Holz. Der Wein, sofern überhaupt noch verfügbar, wird zu Preisen zwischen 98,- Euro und 125,- Euro (mit Holzkiste
im Handel angeboten.
Danke W. für das hervorragende Essen und den entdeckten Roten, aber beim nächsten Asiaten trinke ich wieder ein Pils.
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