Weinrallye #9: Alltagsweine
Gepostet von: Markus
Das ist ein Thema, da können wir mitreden. Aufgerufen hat dazu das Weingut Steffens-Keß. Dazu passt, dass wir gerade dabei sind, unseren Alltagssommerweißwein für 2008 auszuwählen. Deshalb haben wir das Thema diesmal in einer Bildergeschichte aufgearbeitet. Denn eingegangen ist das erste Probenpaket gestern per DPD, die nächsten Pakete sind heute von der Winzerin höchstselbst ausgeliefert worden.
Bevor es losgeht noch eine Vorbemerkung: seit Jahren landen wir in puncto Alltagsweine (aber auch bei höheren Qualitäten) immer wieder gerne in Österreich. Der Grund dafür: ein relativ klar strukturiertes Weinland mit einer enormen Zahl an engagierten Winzern im unteren bis mittleren Preisniveau. Mit Grünem Veltliner und Zweigelt bietet das Land darüber hinaus zwei Rebsorten, die bei entsprechender Behandlung auch im unteren Preissegment bereits sehr ansprechende Weine ergeben können. Und Preise, wie im Bordeaux, Burgund oder Chianti, die aus Erfolgen der Vergangenheit berechnet werden, sind zum Glück selten. Sie beschränken sich (noch) auf die großen Namen oder auf solche Winzer, die meinen, so einen zu haben oder aufbauen zu können.
Nach den guten Erfahrungen im Weinviertel, bleiben wir also auch 2008 (vorerst) dieser vielfach noch unentdeckten und unterschätzten österreichischen Weingegend treu.
Was ist also geliefert worden: ein Probierpaket 2007er vom Weingut Hirtl aus Poysdorf. Aus der Lieferung haben wir den Grünen Veltliner Classic ausgewählt. Der Preis ab Hof beträgt 5,50 Euro. Der Versand erfolgt übrigens (bisher immer) kostenfrei, entweder ab Hof, wie dieses Paket, oder über einen Lieferanten aus Deutschland.
Nächster Schritt, die Kiste öffnen. Keine Überraschung war die beiliegende Rechnung (auch nicht der Rechnungsbetrag), dafür aber die ebenfalls mitgelieferte Broschüre zum Thema Wein und Gesundheit - ob unser Winzer meint, dass wir es nötig haben… (einige Zitate aus der "Broschüre", sollen aber in diesem Blog zu späterer Zeit erfolgen). Richtig Freude macht uns dagegen bei Hirtls der mittlerweile regelmäßig mitgelieferte Drop-Stop - eine kleine Aufmerksamkeit, die man sich merkt.
Insgesamt befanden sich in dem Paket schließlich die bestellten Flaschen (3x Welschriesling Classic, 3 x Grüner Veltliner Classic, 3x Grüner Veltliner Weinviertel DAC Kirchberg, 3x Weißburgunder Classic).
Eine Flasche entnommen und ab in den Kühlschrank (links). Als Hinweis sei angemerkt, dass die Kiste zwischen der Lieferung und der Öffnung gut 20 Stunden unbewegt stand - falls jemand die Qualität auf die fehlende Ruhephase schieben will…
Und nun ist es endlich soweit: die Flasche kommt aus dem Kühlschrank auf den Tisch. Wird geöffnet und eingeschenkt: helle, weißgelbe Farbe, kaum sichtbare Kohlensäure und eine Nase von grünem Apfel und leichte Zitrusnoten.
Im Mund spürt man noch etwas nicht eingefangene Säure, das Apfel-Zitrus-Spiel setzt sich fort. (Das für den Veltliner so oft beschworene "Pfefferl" erwarten wir aber dann im DAC Wein.)
In dem Zustand definitiv ein schöner Sommerwein, gekühlt zu trinken, aber nichts für Anspruchsvolle. Vermutlich rundet er sich in den nächsten Wochen noch etwas ein, so dass die Säure besser eingebunden wird und die dominante Apfel-Zitrus-Note nicht so in den Vordergrund drängt.
Auf jeden Fall ein unkomplizierter Wein für alle Tage, von dem noch mehr Vergnügen zu erwarten ist.
Weitere Alltagsweine, die uns noch einfallen:
- Welschriesling vom Weingut Schmelzer aus dem Burgenland für 4,50 Euro ab Hof: mit feinen Brennessel- und Zitrusnoten und schönem Säurespiel.
und damit die bayerischen Winzer nicht zu kurz kommen, empfehlen wir abschließend noch von der Winzergenossenschaft Nordheim:
- Juventa Inselwein Cuvée Rot 2006 für 6,20 Euro: ein fruchtiger, farbbetonter aber trockener Roter mit ausreichend Kraft.
- Juventa Riesling 2006 für 4,60 Euro: mit schönen Pfirsich-Aprikosennoten und guter Säure.
- Franconia Domina trocken, Nordheimer Vögelein, 2006 für 6,20 Euro
Ein schöner Fotoroman:-) - und nach meinen Trinkerfahrungen bei Deutschlandbesuchen, wo leichte Weißweine aus Österreich bei meinen Freunden eben auch zum “Alltag” gehören, kann ich mir die Geschmacksrichtung gut vorstellen. Hier in Frankreich sind diese Weine wohl fast unbekannt.
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