Posted by Markus
Die Österreicher sind immer wieder für Ihre humoristischen Anglizismen gut - ob das der Minderwertigkeitskomplex einer ehemaligen Großmacht ist…? Neben dem “classic” mit c, das den Wein auch nicht besser macht, gehört zu meinen Lieblingen - vom Namen her - seit Jahren “United Vineyards Pfneiszl”, bezeichnenderweise zu finden unter der Webadresse Pentagon! (Die Adresse http://www.pfneiszl-vineyards.com/ ist übrigens reserviert für den ungarischen Ableger des Weinguts.) Wer ein Mail schicken will ist mit shirazbrothers(at)wine-pentagon gut bedient
Diese Mischung aus echt amerikanisch und echt österreichisch ist so extrem, das sie schon fast wieder gut ist. Die Weine interessierten uns, da sie zu den ersten zählten, die in Österreich auch Syrah reinsortig ausbauten. Die wenigen Proben waren jedoch leider nie erinnernswert.

Nun hatte ich wieder die Gelegenheit mal einen “Pfneiszl” zu probieren, und zwar den Blaufränkisch Platinum 2004 mit 14 Prozent Alkohol (Lokalpreis rund 40,- Euro). Was für eine Bombe! Tiefdunkles dichtes rot, die dunklen Beeren eher in Richtung Teer, der Alkohol in der Nase wenig eingebunden, verbindet sich erst im Mund. Insgesamt kein optimaler Essensbegleiter, sondern eher ein Solowein für ein Glas, wenn die Geschmacksnerven sowieso schon überlastet sind. Kurz und gut: ich hätte ihn nicht ausgewählt und das komplexe Potenzial der Rebsorte kann er aufgrund der Wuchtigkeit auch nicht ausspielen, interessant wäre ein Vergleich zum DAC Blaufränkisch von Pfneiszl. Wir bevorzugen derzeit aber Blaufränkisch von Limbeck.
Im Keller wieder entdeckt haben wir einen Australier, der uns überraschend wohl gemundet hat: Bimbadgen Estate Merlot 2004. Während Merlot mittlerweile zu einem beliebten, aber schlichten Reinsortenwein aus allen Gegenden der Welt geworden ist, freut man sich, wenn sich ein Winzer beim Ausbau offenbar wieder mal etwas gedacht hat. Ein Wein der trotz Sortentypizität durch seine Vielschichtigkeit überzeugt und trotzdem unaufdringlich bleibt: http://www.bimbadgen.com.au/default.aspx
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Posted by Markus
Sieben Gänge, vier Weißweine, zwei Rotweine und zwei Süßweine, die insgesamt ein großes Vergnügen verursachten.
Salat vom weißen und grünen Spargel mit Frankfurter (grüner) Sauce
Sauvignon-Blanc 2006, Domaine du Haut Perron, Guy Allion, Tourraine, Val de Loire, 13%, Marascheck, ca. 6,80 Euro. Ein Beschreibung befindet sich an der Quelle, bei Der Weinladen Machacek (als Quelle für die Beschreibung wird die Zeitung tz angegeben).
Scharfes Chutney mit Paprika, Gurken und Ananas, dazu Tortillachips
Stuck, Reichsrat von Buhl 2006, Pfalz, Deidesheim, 12%, Riesling; auf seiner Webseite schreibt das Weingut dazu:
“…Cuvée aus den Rebsorten Riesling und Gewürztraminer, die schon vor über 100 Jahren als “Gemischter Satz” in unserer Region bekannt war. Der Name Stuck ist Sinnbild für den Brückenschlag aus Erneuerung und Tradition.”
Forellencremesuppe
Pignoletto Superiore 2007, Vigneto Bagazzana, Gaggioli, Colli Bolognesi, 13,5%, Marascheck, ca. 10 Euro. Ein würziger, kräftiger aber dennoch trockener und nicht zu “fetter” Wein. Die Rebsorte ist eher als Seltenheit zu betrachten. Sie stammt von den Ausläufern des Apennin um Bologna und wird, laut Wein-Plus, ausschließlich dort auf 7.000 Hektar angebaut. Eine ausführliche Beschreibung auf Englisch bietet das Weinkonsortium der Colli Bolognesi. Der Wein wurde ebenfalls bei Der Weinladen Machacek gekauft für rund 10,- Euro.
Nudeln mit Flusskrebsen in Safransauce
Gelber Muskateller 2006, Sabathihof, Südsteiermark, Glanz an der Weinstraße, 11%. Eigentlich ist Muskateller nicht so unsere Rebsorte, da sie oftmals aufgesetzt und parfümiert daherkommt. In dem Fall ist das anders: ersten schwächt der kräftige Safrangeschmack den Muskatellerton ab und zweitens, und wichtiger: die Muskatellernote ist gut in den Körper des Weins integriert und wird von einer leichten nicht aufdringlichen Säure getragen. Da macht selbst uns der Muskateller Spaß.
Hirschragout
Blaufränkisch Ried Gmärk 2006, Ernst Triebaumer, Rust im Burgenland, 13%, Sonderangebot Oesiwein: 10,50 Euro. Ein sehr guter, kräftiger Blaufränkisch mit der typischen Note vonnDörrzwetschgen und dunklen Beeren, dennoch ein schöner zurückhaltender Ausbau, der nicht auf oberflächliche Kraft und Fülle ausgelegt ist, trotzdem kräftig genug für den Hirschen.
Zu beachten übrigens die Webseite, die zwar weniger Auskunft zu den Weinen gibt, dafür aber viele Bilder über Tiere und Pflanzen im Weinberg enthält. Ein Link führt zur Seite des Sohnes Richard Triebaumer, der die Weine seines Vaters mit kulinarischem aus der Region ergänzt - eine etwas andere Webseite und Produkte, die einem das Wasser im Mund zusammelaufen lassen.
Pinot Noir Divino 2006, Franken, Winzergenossenschaft Nordheim (WGN), 14,5%. Weine der WGN sind hier öfter schon erwähnt worden, einfach, weil sie erwähnenswert sind. In dem Fall war der kräftige, starke, holzbetonte Pinot Noir die ideale Folge auf den Blaufränkisch und das kräftige Essen.
Blauschimmelkäsevariationen
Peth-Wetz Bacchus Beerenauslese 2006, Rheinhessen, Bermersheim, 6,5%, um die 5 Euro. Ein runder Wein, der durch eine klare aber nicht überbordende Süße überzeugt, dem geringen Alkoholgehalt entspricht auch die nicht vorhandene Säure. Ein solider, aber keinesfalls außergewöhnlicher Wein.
Die Bezugsquelle ist erstaunlich, denn es ist die Drogeriekette Rossmann. Sie hat ein kleines Weinangebot, in dem aber laut Aussagen des Käufers manchmal gute Weine günstig zu erhalten sind. Bei meinem Test musste ich zwar feststellen, dass die Such- und Filterfunktionen etwas unausgereift sind. Und hoffentlich verzeichen uns die Österreicher, dass sie bei Rossmann Deutschland zugeschlagen werden
Schokoladentorte mit Erdbeeren
Chateau Guiraud, 1er Cru Sauternes 2003, 13,5%; ein Wein, der den gelungenen Abschluss des Abends bildete. Kräftige, konzentrierte Honig-Akazien-Süße mit einem sehr guten Rückgrat im Wein. Da reichen ein zwei kleine Gläser… Empfehlenswert ist die Webseite des Chateau, auf der ausführliche Beschreibungen zu Anbau und allen Herstellungsphasen des Weins zu finden sind.
Fazit des Abends: Gutes Essen und treffend ausgewählte Weine ergänzen einander optimal - das ist zwar nichts Neues, macht aber immer wieder Spaß.
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Posted by Markus
Gestern Abend nach dem Kino vier Achterl, natürlich zu Zweit, und ein fünftes Achterl vom Wirt gespendet, da der Winzer gerade seine Lieferung gebracht hat:
- ein Neuburger [
Details folgen] mit einer herrlichen Nase, leichte Zitrus- und Grasanklänge, im Abgang natürlich nicht kräftig - aber im Kopf entsteht schon der warme Sommersonntagnachmittag dazu. Der Wein stammte vom Weingut Tinhof, aus der Region Neusiedlersee-Hüglelland, das offenbar unter anderem auf diese Rebsorte spezialisiert ist. Eine meines Erachtens sehr passende und ausführliche Beschreibung des Weins befindet sich hier. Neuburger ist im Übrigen eine Kreuzung aus Rotem Veltliner und Sylvaner und wird seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich angebaut.
- ein Riesling von Leopold Aumann aus der Thermenregion, der sonst eher für seine Roten bekannt ist, mit wunderschönen Pfirsichnoten, und einem ausgewogenen Körper-/Säureverhältnis
- ein Merlot 2005 vom Weingut Schreiner aus Gols. Ein freundlicher, weicher Rotwein, mit dem jeder Weißweintrinker zu Rotwein bekehrt werden kann. Manchen dürfte er zu “geschönt” sein.
- Neuberg 2006, vom Weingut Grassl in Göttlesbrunn in der Region Carnuntum: ein Kraftprotz mit deutlichem Barrique-Einsatz (lt. Webseite “60% neuen und 40% gebrauchten Barriques (2. Befüllung) aus franz. Eiche”), ein Lagenwein aus 60% Zweigelt, 20% Blaufränkisch und 20% Merlot. Wuchtige Nase mit Anklängen von Tabak. Langer Abgang, sehr dicht und wuchtig, die 14,5% Alkohol deshalb “gut verpackt”.
- Spende des Hauses: ein Heideboden Cuvée von Siegfried Gsellmann aus Gols am Neusiedlersee, der neben dem Neuberg erst verhalten wirkte, dann aber durch seine seidig-samtige Komplexität faszinierte. Ein durchaus schwerer Wein, der aber sehr unaufdringlich daher kommt und erst im Laufe des Genießens seine vielen Facetten zeigt. Die Sorten sind sehr schön kombiniert: Zweigelt, Blaufränkisch ,Sankt Laurent, Pinot Noir; der Alkoholgehalt passt mit 13,5% zum Körper des Weins.
Alles in Allem und unverhofft kommt oft: fünf Weine, die Spaß machen und wieder mal zeigen, welche Palette an Rot und Weiß die Österreicher mittlerweile drauf haben.
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