weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Nur Billigwein gepanscht - leider nein…

Gepostet von: Markus

Soeben in den Mittagsnachrichten von Bayern 5 gehört: Zunächst Erleichterung: die 40 Millionen Flaschen “giftigen” Billigweins haben unter zwei Euro gekostet - damit waren wir nicht Zielgruppe. Und dann: 600.000 Flaschen Brunello von Castello Banfi beschlagnahmt…weil angeblich gepanscht wurde. Zum Glück suchen wir lieber die kleinen unbekannteren Winzer vor Ort auf.

  1. Ulf schrieb,

    Ich habe davon auch gelesen, krasse Sache. Die Frage ist doch aber: Wenn schon die Italiener im großen Stil panschen und bescheissen, wie schaut dass dan woanders aus?

  2. Markus schrieb,

    @Ulf:

    Hallo Ulf, ich lege mir für meinen Optimismus und meine Hoffnung folgende Argumentation zurecht: Überall da, wo enorme Mengen an Lebensmitteln produziert werden (müssen), ist es (fast) zwangsläufig so, dass die Herstellung industriellen Charakter bekommt. Sobald der industrielle Charakter da ist, hängt es von Firma ab, ob sie bereit ist zugunsten von Marktanteilen und Gewinnen Vorschriften und Gesetze bis zur Überschreitung weit auszulegen. Außerdem unterstelle ich, dass in einem Weingut von der Größe eines Industriebetriebes, nicht mehr nur der Inhaber (so es sich überhaupt noch um eine natürliche Person handelt) oder der Weinmacher das Sagen haben. Hier entscheiden vielmehr Betriebswirte und Aktionäre bzw. (stille) Teilhaber mit und die denken wiederum profitorientiert und das meistens kurzfristig - Ausnahmen bestätigen, wie immer, die Regel.

    Unsere Folgerung ist deshalb: Am besten nur noch dort kaufen, wo man den Inhaber, Winzer und Weinmacher - idealerweise in einer Person vereint - persönlich trifft. Im Gespräch mit dem Winzer/der Winzerin auf einer Veranstaltung oder noch besser direkt vor Ort kann man sich selbst überzeugen, auf welche Art Wein gemacht wird.

    Auch wenn man als engagierter Laie nicht durch die Stahlwände der Tanks und das Holz der Fässer schauen kann, so bekommt man doch einen sehr guten Eindruck, welche Philosophie ein Winzer verfolgt und wie Ernst es ihm/ihr mit der Umsetzung ist.

    Wie man in diesem Blog vermutlich erkennen kann, bevorzugen wir deshalb österreichische Weine: kurze Anreise, viele kleine Weingüter, trotzdem oft hoher Qualitätsanspruch, breite Palette an Rot- und Weißweinen, schöne Landschaften, hervorragendes Essen, so kann ich auf den Brunello gut verzichten ;-)

  3. Ulf schrieb,

    @Markus - Eine gute Argumentation, vor allem wenn man den Inhaber persönlich kennt. Ich habe ebenfalls meinen Winzer des Vetrauens - auch wenn dieser “nur in der Pfalz” anbaut und nicht in Österreich.

    Auf den Brunello kann man dann tatsächlich verzichten :)

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