Weinralley #11: Rosé - und das Wetter passt!
Posted by Markus
Eigentlich ein optimaler Tag für eine Rosé-Probe: tagsüber 23 Grad und leichter bis mittlerer Ostwind haben den Himmel über Bayern wolkenfrei geblasen. Trotzdem wird es nur ein kurzer Bericht, da wir vor dem Aufbruch nach Italien stehen (in Bayern haben die Pfingstferien begonnen).
In der Flasche befindet sich in ein Rosé 2007 vom Weingut Schreiner in Gols im Burgenland (einer deutschsprachigen Region, wie es in der Ausschreibung gefordert war). Doch selbst bei flüchtigem Hinschmecken wird klar, dass die Farbe zwar schön rosé ist, der Wein aber seine Herkunft vom burgenländischen Zweigelt nicht verheimlichen kann.
Unsere mangelnde Begeisterung liegt an den vielen Vorurteilen und damit verbundenen Erwartungen über Rosé: Sommer,
Sonne, Süden - ein umkomplizierter, ja erfrischender Wein, der ohne Folgen auch am frühen Nachmittag schon Spaß machen soll. Hier liegt ja oft auch das Problem dieses Weintyps: oft untertreiben die Winzer, dann hat man ein charakterloses Leichtgewicht im Glas, das man gerne für einen knackigen Weißwein eintauscht. Oder die Winzer meinen, der Rosé müsse gefälligst schmecken, dann kommen unserer Erfahrung nach oftmals parfümierte (Erdbeere! Gummibärchen!) oder gar lackige Weine heraus, die auch keinen Spaß machen - auf jeden Fall erfüllen sie nicht die oben beschriebene Erwartung.
Der im beschlagenen Glas befindliche Rosé von Schreiner versucht nun mit seinen 13 Prozent Alkohol gar nicht erst leicht zu sein. Er kommt auch eher breit an, das Zweigelt-typische kippt mangels Körper leicht ins Bittere. Für den schnellen, umkomplizierten Genuss also einfach zu kräftig.
Als Charakterdarsteller ist Rosé wohl generell von der Grundidee nicht geeignet, und ich bin deshalb gespannt, was die Zusammenfassung auf den Seiten des diesmaligen Ralley-Gastgebers Nikos Weinwelten erbringt.