weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Archive for the ‘Deutschland’ Category

Alte Bekannte und Wein aus Dänemark

Posted by Markus

Wichtig ist zunächst mitzuteilen, wo wir die alten Weinbekannten und den Wein aus Dänemark getrunken haben: und zwar im We1ns in Erding. Nach dem gestrigen Abend lieben wir das Lokal mehr denn je, schließlich haben wir dort alte Bekannte getroffen und neue gemacht. Wer in der Nähe von Erding wohnt bzw. mal nach Erding kommt (z.b. in die Therme), sollte sich das We1ns nicht entgehen lassen - auch die angebotenen Imbisse sind vorzüglich, z.B. die Trüffelsalami.

Nun erstmal zu den alten Bekannten: dabei handelte es sich um den Welschriesling 2007 (?) vom Weingut Schmelzer (vor zwei Jahren schon mal bei Wein & Genuss in München entdeckt). Ein frischer junger Weißwein mit starken Zitrus- und Brennesselnoten. Der zweite nicht ganz so alte Bekannte war der 2003er Spätburgunder “Isabel 3-Lilien ” trocken vom Weingut Aufricht in Meersburg am Bodensee. Ein Wein, der anfänglich durch sein Röstaromen betört, später vermisst man etwas die Deutlichkeit der Rebsorte, dennoch lecker. Erst drei Tage zuvor hatten wir bei Freunden den 2006er Chardonnay trocken probiert und waren erstaunt.

Neu für uns war der Probierschluck vom Rondo 2006 des Weinguts Skaersogaard aus Jylland in Dänemark. Ein fruchtiger trockener Rotwein, dem es jedoch etwas an Tiefe fehlte, dennoch interessant. Mehr über den dänischen Weinanbau findet sich hier.

Bei Rondo handelt es sich um eine deutsche Rebsorte, mehr hier.

Warum bloggt die Deutsche Weinkönigin nicht?

Posted by Markus

Evelyn Schmidt aus dem Weinanbaugebiet Sachsen ist von Oktober 2007 bis Oktober 2008 “unsere” deutsche Weinkönigin. Vom deutschen Weininstitut mit einer eigenen Webseite ausgestattet, befindet sich in der Navigation dort sogar der Menüpunkt “Evelyns Tagebuch”. Da denkt sich der weintrinkende Blogger sofort: “bei 300 PR-Terminen pro Jahr auf der ganzen Welt hat uns Evelyn sicher eine ganze Menge zu berichten”. Doch die Hoffnung wird leider enttäuscht. Hinter dem Menüpunkt verbirgt sich lediglich eine statische Webseite, die im Web 2.0 Zeitalter recht uninspiriert wirkt - schade eigentlich, das hätte ein schönes Blog werden können…

Cabernet-Sauvignon aus Rheinhessen!

Posted by Markus

Gestern Abend stand bei uns ein Cabernet-Sauvignon aus Deutschland auf dem Tisch. Und zwar “S”, Jahrgang 2005, vom Weingut Beiser aus Vendersheim in Rheinhessen (Achtung: langsame Webseite). “S” steht natürlich für Selektion. Nachdem wir zuvor eine bereits angebrochene Flasche zimmertemperierten Blaufränkisch leerten, überraschte uns der frisch aus dem Keller geholte “S” im wahrsten Sinne des Wortes “kalt”. Der erste Eindruck in der Nase war klar Cab-Sauv: bissig, krautig, fast sauer; über dem recht tanninarmen, klaren Wein schwebten außerdem die 14,5 Prozent Alkohol deutlich. Wir wollten uns schon fragen, warum wir den Wein überhaupt gekauft haben. Doch je länger der Abend am Kamin und je wärmer damit auch die Flasche wurde (und je mehr Luft an den Wein kam), desto mehr mundete der “S” uns. Erstaunlicherweise verschwand der Alkohol über dem Glas nahezu vollständig und es kamen warme würzige Noten nach Brombeere und schwarzer Johannisbeere zum Vorschein. Auch im Mund wurde der zunächst sperrige Wein zunehmend zugänglicher und setzte im Gaumen fort, was die Nase versprach.

Unser Fazit: ein sehr guter Cabernet-Sauvignon aus Deutschland, bei erstaunlich wenig Dichte ein komplexes Bouquet und viel Freunde im Mund. Ein Cabernet-Sauvignon mit einer Fülle und Kraft, die nicht versucht französische oder überseeische Weine zu kopieren, sondern eine individuelle rheinhessische Variante und damit eine willkommene Abwechslung zu vielen überbarriqueisierten 08/15-\’dcbersee-Weinen. Ach so, Preis ab Hof: 6,40 Euro. Ein Besuch lohnt übrigens auch wegen der Gutsschenke.

Weingut Gehrig aus der Pfalz und ein Aldi Wein

Posted by Markus


Wir haben beim Weingut Gehrig aus Weisenheim am Sand (Pfalz) ein Probierpaket bestellt. Inhalt: Sauvignon Blanc 2005, Riesling Kabinett 2005 und Pinot Blanc de Noir Sekt. Den Sekt haben wir noch nicht probiert, hier aber die Notizen zu den beiden anderen sowie dem Pinot Noir 2003, den wir noch im Keller hatten:

Sauvignon Blanc 2005, 12,5% Alk.: Schoene Nase, nach Melone mit leichten Anklaengen von Zitrus, im Mund fuellig und breit, aber ohne aufdringliche Frucht, evtl. ganz leicht Restsuess, wenig Saeure, die die Erinnerungen aus der Nase unterstuetzt, wenig Nachhall.

Riesling Kabinett 2005, 12% Alk.: schoene fruchtig spitze Nase, leichter gruener Apfel, unreifer Pfirsich, entfernt mineralische Noten. Findet sich im Mund wieder: jung, kraeftig, schoene Frucht, die von sauren Noten getragen wird, ohne Restsuesse und Sauere.
Beide Weine empfehlen wir gut gekuehlt zu trinken, da ansonsten die Fruchtigkeit alle feineren Noten ueberlagert.

Pinot Noir 2003, 13,5% Alk.: Mmmh, lecker. Ein samtiger, weicher Pinot Noir. Deutliche Noten von Doerrpflaume und Zartbitterschockolade, sowohl in der Nase als auch im Mund. Ueberhaupt keine unangenehmen oder stoerenden Noten. Trotz der 13,5%, die man uebrigens nicht schmeckt, ist der Wein kein Kraftprotz, sondern zeichnet sich aus sehr fein komponierte, aber trotzdem deutliche Noten. Als Essensbegleiter deshalb fast zu schade.

Neues Kapitel: Wir trinken wieder einen Aldi Wein, die wir zur Testzwecken ab und zu kaufen. Diesmal ein Nero d’Avola 2005 IGT aus Sizilien mit 13% Alk. Von Mario Collina. (abgefuellt von MGM Mondo del Vino und importiert von Mack & Schühle, wo sich allerdings kein Hinweis auf diesen Wein findet). Kein schlechter, aber ein schlichter Wein, der trotzdem das typisch wuerzige der Rebsorte trifft. Am Anfang sehr rauh und kratzig, wenn er etwas offen steht wird er weicher. Ein idealer Grillpartywein, wenn die Gaeste trockene, herbe und kraeftige Weine moegen.