Archive for the ‘Fundstücke’ Category
Posted by Markus
Ich habe in den letzten Wochen die Debatten über die Weinetiketten verfolgt, etwa auf schreiberswein. Mein erster Gedanke dazu war, dass es mir natürlich auf den Inhalt ankommt. Nun habe ich jedoch beim Um- und Aufräumen im Weinkeller zwei Flaschen Schilcher von Langmann-Lex in der Weststeiermark in die Hände genommen: eine aus dem Jahr 2006 und eine andere - zugegeben übersehen und damit zu alt - aus dem Jahr 1999. Und da muss ich für meinen Geschmack sagen: ein Quantensprung in Sachen Etikett.

Und da bin ich dann doch ins Grübeln gekommen - was bedeutet das Etikett eigentlich für mich.
Denn das Etikett sagt ja erstmal, außer den Fakten, die darauf stehen, nichts über die Qualtität des Inhalts aus. Allerdings denke ich, dass man sehr wohl vom Etikett aus auf das Selbstverständnis und Eigenbild des Winzers schließen kann. Will sagen: ein mir altertümlich, unmodisch erscheinendes Etikett lässt doch darauf schließen, dass der Winzer meinem Geschmack auch in der Weinbereitung eher abgeneigt ist. Umgekehrt lässt ein Etikett, das mich anspricht, doch erwarten, dass der Winzer auch beim Inhalt mit mir auf einer Linie liegt. Beides lässt natürlich keine Verallgemeinerung zu: siehe z.B. die Weine von Emmerich Knoll, wo mich auch mehr der Inhalt als das Etikett überzeugt. Oder, andererseits, die vielen IGT Toskaner mit Sonnen oder Strahlen auf dem Etikett, die mit hypermodischem Design versuchen, sich unabhängig vom Inhalt als “Supertuscans” zu positionieren.
Demzufolge komme ich für mich zu dem Schluss: ein zeitgemäßes, aber nicht hypermodisches Etikett, lässt mich eher erwarten, dass es sich um einen Wein handelt, der gemäß dem aktuellen Stand der Weinbereitung produziert wurde. Diesen werde ich eher probieren als einen, bei dem ich aufgrund des Etiketts befürchten muss, dass der Winzer und seine Kellertechnik in den späten 60er oder frühen 70ern des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist. Letztendlich zählt dann doch der Inhalt und den muss man probieren und hier haben bei uns eindeutig die zeitgemäßen Etikettierer die besseren, wenn auch nicht einzigen, Chancen.
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Posted by Markus
Da haben sich zwei Damen, eine mit Event-Erfahrung und Weinwissen und eine mit Architekturkenntnissen, mal etwas richtig Gutes einfallen lassen: Reisen zu den architektonisch und winzerisch interessantesten österreichischen Weingütern:
Aber graue Theorie ist nicht unsere Sache! Wissenswertes über Architektur und Kellerwirtschaft geht einher mit interessanten Verkostungen, originellen Gasthäusern und Unterkünften auf höchstem Niveau.
Das ist sicher eine gute Idee für ein bis fünf entspannende Tage von der Donau bis zum Neusiedlersee. Auf der Webseite von WEIN.ARCHITEKTUR.REISE gibt es ein paar Hinweise, wo die Reisen hingehen, so dass man sich auch ein paar Tipps für die eigene Tour “klauen” kann, wenn man nicht die “Pauschalreise” in Anspruch nehmen will 
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Posted by Markus
Nun hat endlich jemand in Deutschland und auf Deutsch die US-Seite openbottles (siehe hier bei mir) kopiert. Letztendlich ist die Idee von www.verkostet.de gut. Wie immer bei Web 2.0 lebt sie aber vom Mitmachen. Ohne “User Generated Drinking Notes”, also den Verkostungsnotizen, die die Anwender freiwillig und aktiv online einstellen, wird das Angebot nicht überleben.
Wie, ebenfalls immer, bei Web 2.0 frage ich mich, wo das Geschäftsmodell bleibt oder soll das alles für umsonst sein, ohne dass jemand damit Geld verdient. Was natürlich schön wäre, sind Sponsoren, die z.B. jede zehnte Verkostungsnotiz mit einer Flasche Wein belohnen oder ein Weinhändlergutschein bei zehn als nützlich bewerteten Notizen, oder, oder…und so die Anwender motivieren mitzumachen.
Ich werde mich anmelden und weiter beobachten, ob sich etwas tut (da ist sie schon wieder die Passivität). Meine Notizen und anderen Weinfundstücke bleiben aber erstmal hier - bis sie vielleicht in ferner Zukunft auch automatisch von meinem Blog nach verkostet.de übertragen werden können.
Ich wünsche trotzdem viel Erfolg.
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Posted by Markus
Vor zwei Wochen haben wir im Käfer Lagerverkauf eine Kiste “Ter” von Plozner aus dem Friaul gekauft. Mich faszinierte bei diesem Wein vor allem das minimalistische und dennoch sehr attraktive Etikett: mit einer Grundfarbe, zwei Schriftfarben und rein durch die Positionierung des Schriftzugs und der Beschreibung spricht mich das Etikett an. (Gekauft haben wir den Wein aber, weil wir von der soliden Qualität von Plozner nie enttäuscht wurden.)

Gleichzeitig stelle ich fest, dass Mario Scheuermann auf seinem Blog im Moment auch über Weinetiketten diskutiert und zwar über die “die neue Ausstattung von Esterhazy Wein im burgenländischen Eisenstadt”, die in eine ganz andere Richtung geht.
“Ter” wird laut Plozner vor allem für den Catering-Bereich angeboten und ist lt. eigenen Angaben ein Bordeaux-Blend mit der lokalen Refosco Rebsorte verschnitten. Die Zustimmung zu dem Wein im Freundeskreis war geteilt. Einige mochten den würzigen Wein, andere störte, dass die Würze von keinerlei Körper getragen wird - es fehlt, für diesen Zielmarkt wohl gewollt, das Barrique bzw. ein Ausbau der auf einen dichteren Wein abzielt. Mehr dazu gibt es auf der “in Bau befindlichen” Webseite von Plozner in der PDF-Broschüre.
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Posted by Markus
Ein kristallener Weinlüfter und Gewürze auf Rebsorten abgestimmt, wurden in der neueste Ausgabe der Zeitschrift essen&trinken erwähnt. Und Beides gibt es tatsächlich logischerweise auch im Internet.
Zum Weinlüfter von vino2 stelle ich zu folgendem Zitat eine Frage:
Durch die Speicherung der Schwingungen des Sauerstoffes auf hochwertigste Kristalle von Swarovski Crystal kommen diese direkt und ohne Umwege in den Wein. Damit beschleunigt sich die Übertragung, die üblicherweise durch die Zuführung von Sauerstoff aus der Luft erfolgt. Ihr Lieblingswein ist in nur wenigen Minuten trinkfertig und entfaltet sein volles Aromapotential.
Wer kann mir bitte physikalisch erklären, wie Kristalle Schwingungen des Sauerstoffs speichern? Das würde mich wirklich interessieren. Vielleicht ist dieses Produkt ja nur ein Luxus-Löffel, mit dem der Wein ganz einfach umgerührt wird…
Bei den Weingewürzen, die von Rindchens Weinkontor speziell abgestimmt für sechs Rebsorten angeboten werden, gestatte ich mir die Überlegung, ob es nicht ratsam wäre, für verschiedene Jahrgänge und Anbaugebiete (oder Terroirs) “Untermischungen” zu entwickeln…ein junger einfacher sizilianischer Syrah braucht sicher andere Gewürze als ältere im Barrique ausgebaute Südafrikaner. Trotzdem will ich hier die Gewürzprosa für den Syrah zitieren:
Hier mischen sich säuerlich-fruchtige schwarze Johannisbeeren mit süßlich-harzigen rosa Pfefferbeeren. Rosmarin verstärkt das Süßliche, Sumach das Säuerliche und Kardamom bringt die typische zitronige Frische mit Kampfernote. Insgesamt eine sehr vielschichtige Mischung mit geringer Schärfe.
An Erfahrungsberichten bin ich interessiert!
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