weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

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Cab-Sauv and more…Kalifornien-Probe

Posted by Markus

Das California Wine Institute lud zur Verkostung von Weinen von über 50 Weingütern und Produzenten in das Münchner Hotel Excelsior (”Geisel”). Darunter befanden sich nahmhafte wie Shafer, Phelps, Hess Collection und andere, aber auch Produzenten, die einem breiten Publikum eher durch groß angelegte Werbekampagnen bekannt sind, wie Fetzer, Beringer oder Mondavi. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit, einige der großen Weine zu erhaschen - unser Ziel war es aber, wie immer, ansprechende Qualität zu normalen Preisen zu entdecken. Trotz räumlicher Enge und großem Besucherandrang sollte uns dies auch wieder gelingen.

Hier, was wir weiter verfolgen wollen:

Madrona, Shiraz Cabernet 2005, Linke Weinhandelsgesellschaft, Hohenbrunn. Der Wein stammt von einem der höchsten Weinanbaugebiete Kaiforniens im El Dorado County auf über 900 m. Hierfür gab es die Maximalwertung drei Ausrufezeichen - mehr musste leider nicht notiert werden!

R.H. Phillips, Night Harvest Shiraz, Importeur Pacific Wine Company, Langen. War leider in der Nachprobe nur noch süßlich und kirschig, evtl. war er zu lang geöffnet

Hess, Cabernet-Sauvignon 2005, Importeur: Reidemeister & Ulrichs: “le-cker!”, dichte, gut eingebundene Fruchtsüße, leichter Hefeton

JanKris Winery, Crossfire Red 2004 (CS, M, SY), Rauch, Würze und Frucht optimal verbunden bei exakt (!?) 13,9 Prozent Alkohol.

Im übrigen gehörte zu dieser Verkostung auch der Versuch, deutsche Weintrinker über die “Wahrheit” der kalifornischen Weinproduktion und der entsprechenden Weingesetze aufzuklären. Doch es blieb (zum Glück) beim Versuch: die drei Seiten mit “Fakten über kalifornische Weine” wurden nicht ausgehändigt, sondern lagen zum Mitnehmen unbeachtet auf einem großen Tisch. Was man daraus erfährt: beispielsweise, dass EU- und US-Weingesetzgebung angeblich recht ähnlich sind, dass für verpönte Hilfsmittel wie die Spinning Cone Column, nur eingeschränkte Verwendungszwekce erlaubt sind (Alkoholgehalt senken), dass Eichenholzchips ja nun in der EU auch erlaubt sind und dass keine künstlichen Farb- und/oder Aromastoffe gestattet sind. Nun denn, alles gut? Na ja, es wird wohl immer eine Glaubensfrage bleiben, wieviel Technik, Chemie und Physik erlaubt sein soll, um Wein zu produzieren. Da hilft es auch nichts, wenn EU und USA in diesem Punkt einer Meinung sind. Es bleibt, wie immer, nur das Vertrauen zum Winzer seiner Wahl…und den lernt man am Besten vor Ort kennen. Mehr zur kalifornischen Sicht der Dinge gibt es beim California Wine Institute.