weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Archive for the ‘Weißwein’ Category

Noch mehr Sommerweine: Rosé und Sauvignon-Blanc

Posted by Markus

Erneut keine Ausfälle, statt dessen sehr erfreuliche Rosés und kräftige Sauvignon-Blancs. Die Erkenntnis: Roses müssen nicht nach Nagellack und Erdbeerkonzentrat schmecken, aber auch nicht unbedingt 15 Euro kosten ;-)
Der Sonntag begann mit einem Regenguss! Pünktlich am frühen Nachmittag zeigte sich jedoch die Sonne und mit dem ersten Schluck um kurz nach fünf war es sogar richtig warm. Genau passend für eine Sommerweinprobe in Deutschland mit anschließendem Grillen. Kräftiges Essen war dann auch nötig, schließlich verkosteten acht Teilnehmer elf Flaschen Wein - und tranken auch noch zwei Rote hinterher. (Nächste Weinprobe übrigens am 7. Oktober, Thema: Urlaubsweine)

Venetien, Pinot Rosa Frizzante, Marca Trevigiana IGT (also das Land der Provinz Treviso), 100 Prozent Pinot Noir, 10,5%, sehr guter Aperitifwein für heiße Tage und laue Abende, dezente leckere frische Noten; Galllier 4,99 Euro

Loire (Saumur), Brut Rosé de Jessy, Bouvet-Ladubay, St. Hilaire-St. Florent, 100 Prozent Cabernet Franc, 12,5%, in der Nase Anklänge von Schilcher, leicht Paprika und Pfeffer, dichte Kohlensäure, leicht paprizierende Noten, schöne Säure, deutlich weinig nicht nur Perlage, aus dem Hawesko Rose Probierpaket sechs Flaschen für 49 Euro

Steiermark, Schilcher Frizzante, Reiterer, mit Kronkorken, kräftige dunkelrose Farbe, Johannisbeere und leichter Anklang von Paprika, kräftig und sauer; 6,50 Euro bei Toni Groiss: „Ich lade Sie ein, in meinem Weinkeller in der Alten Wiedefabrik, unsere Weine zu probieren, dabei Kunst zu sehen, Musik zu hören, schlendern und Leute zu treffen.“ (Rambaldistr. 27, 81929 München / Johanneskirchen, Lagerverkauf und Verkostung jeden Freitag ab 17 Uhr).

Totzdem noch ein Tipp: Beim Kaufhof gibt es angeblich den hervorragenden Reiterer Schilcher (Stillwein) um 7 Euro.

Donauland (heißt ab dem Jahrgang 2007 Wagram), let`s have pink, Weingut Leth, 12,5%, cremig, schmelzig, leicht bitter, Säure, schöne klare Struktur

Tipp an dessen Grund ich mich nicht mehr erinnern kann: Das Weingut Winter in Rheinhessen, möglicherweise war dieses gemeint: wenn sie tatsächlich guten Wein machen wäre das kein Wunder, schließlich stammt die Familie aus Österreich (erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1469!).

Sancerre, La Cresle, Domaine Laporte, Rosé aus 100 Prozent Pinot Noir (was anderes gibt’s dort nicht), deutlich bitter, mehr weinig als rosé, 15,90 Euro (für einen Rosé!!!) bei Hawesko

Carnuntum, Rosé Zweigelt & Merlot Böheim, 13%, komplexe Nase für einen Rosé, kräftig, ohne Fehl und Tadel, Rosé mit Charakter aber nicht aufdringlich, lecker! 4,70 Euro, Hieber, Anzing

Spanien, Bobal 2006 (Rosé), Bodegas Maximo, Vino de la Tierra de Castilla, Toledo, 12,5%, Paprika in der Nase, fehlt dann aber im Mund, eher flach, verschwindet, aus dem Hawesko Rose Probierpaket sechs Flaschen für 49 Euro

Spanien, Mantel Blanco, Rueda Verdejo, 13%, 85% Verdejo, 15% Viura (span. Synonym für Macabeo), Leon, Bodega Alvarez y Diez, cremig bananig stachelbeeerig, im mund breit und fett, gestützt von Säure, Alkohol durch Frische abgefangen, reife Banane, Rahmenbedingungen: nur kalt und jung zu trinken, komplexe Fülle als Essensbegleiter, 7,99 Euro Gallier

Südsteiermark, Sauvignon-Blanc, Polz, 12%, fein, zart, vorher grob, Holler, Stachelbeere, dezent, klar, fein, Säure und Alkohol ideal abgestimmt, Schraubverschluss, 14,55 Euro (!!!)

Aix-en-Provence, 30% Sauvignon-Blanc, 70 % Rolle (Vermentino), Chateau Pigouedet, bitter, Honig?, Zitrusschalen, umstritten, 4,95 Euro

Pfalz, Sauvignon-Blanc, Weingut Ackermann, 13%, schwarze Johannisbeere, kräftig, ,schöne Säure, ein Begleiter zu kräftigem Essen

Ergebnis der Weinprobe vom 22.7.07

Sommerweinprobe am Sommerabend

Posted by Markus

Neun Weißweine, ein Schilcher und zum Schluss waren alle Flaschen leer. Wieder eine der eher seltenen Proben, bei denen sich alle Weine großer Beliebtheit erfreuten. Das Thema lautete diesmal ganz allgemein Sommerweine, ohne Spezifizierung der Region oder der Rebsorte. Dass dann eher leichte Weißweine auf den Tisch kamen versteht sich von selbst. Trotzdem mussten wir leider feststellen, dass auch für leichtere Weine aus bekannteren Regionen mittlerweile Preise zwischen 7,50 Euro und 10 Euro keine Seltenheit mehr sind. Nicht nur aufgrund seines günstigen Preises, sondern auch wegen seiner faszinierenden Noten und des ausdrucksstarken Geschmacks, war der Grüne Veltliner „Feenhaube“ vom Weingut Edlinger aus Röschitz im österreichischen Weinviertel der große Liebling der Runde. Nun zu den – mehr oder weniger – ausfühlichen Details. Eins vorab, alle Weine stammten aus dem Jahrgang 2006.

Schilcher, Ried Krass, Weingut Joebstl aus Wernersdorf in der Steiermark:
Ribiselnase (Johannisbeere), sauer, schön kalt erfrischend, aber zu wenig Kraft, 7,50 Euro.

Blanc de Noir aus der Pfalz vom Weingut Ackermann: Manche empfanden eine leichte Restsüße, ganz leicht bittere Nase, bittere Noten im Abgang. Ebenso wie beim folgenden Wein wurde auch hier diskutiert, ob das Lesegut des Jahrgangs problematisch war.

Blanc de Noir vom Spätburgunder aus Rheinhessen vom Weingut Bürgermeister Weber-Erbe, 12 Prozent Alkohol: Bitter, süßlich in der Nase und im Abgang. Möglicherweise war der Inhalt einfach kaputt? Oder liegt es am Jahrgangsbedingt schlechtem Lesegut (s.o.)?

Welschriesling vom Weingut Riegelhofer aus Poysdorf im österreichischen Weinviertel, 12 Prozent Alkohol: knackig, frisch, grün, leicht bitter. Dennoch ein typischer Sommerwein mit Charakter; 4,60 Euro ab Hof.

Weinetikett Riegelhofer Welschriesling

Welschriesling von Winkler-Hermaden aus der Südost-Steiermark mit 11,5 Prozent Alkohol: zurückhaltender als der Vorherige, “mit Handbremse”, ungefähr nur halb soviel Charakterstärke, 7,50 Euro.

Grüner Veltliner Feenhaube vom Weingut Edlinger aus Röschitz im Weinviertel: Ein Hauch von Pfeffer, deutlicher Paprika und Grapefruit, eher Sauvignon-Blanc; 4,50 Euro ab Hof. Feenhaube ist eine Bezeichnung unter der lokale Winzer ihre „einfachen“ grünen Veltliner vermarkten. Die Weine liegen in puncto Gehalt und Ausbau unter der der vielfach üblichen „classic“ Linie bei den grünen Veltlinern und deutlich unter den DAC Veltlinern.

Weinetikett Edlinger GrüVe Feenhaube

Gelber Muskateller vom Weingut Potzinger aus Ratsch in der Südsteiermark (aus dem Probierpaket der Zeitschrift essen&trinken), 11 Prozent Alkohol: traubig-pfefrrig, Säure fängt Muskatellergeschmack sehr gut ab, ein Wein, der selbst unter Muskatellerskeptikern Freunde findet, da er sehr ausgewogen ist und den Muskatellergeschmack nicht überbetont, ca. 10 Euro.

Gelber Muskateller vom Weingut Jaunegg aus Leutschach, ebenfalls in der Südsteiermark ebenfalls aus dem Probierpaket (s.o.), 11,5 Prozent Alkohol: Süßer, nicht so filigran wie der Vorherige, Lychee, leicht Obstbitter und leicht bitter/sauer im Abgang (Orangenzeste?).

Sauvignon-Blanc von Borgo Molino in Roncadelle (Treviso), Friaul, DOC Lison-Pramaggiore an der Grenze zwischen Friaul und Venetien gelegen, : Frisch, aber leicht bitter, zu wenig typischer Sauvignon-Blanc. Aus dem lokalen Weingeschäft für ca. 5 Euro.

Die DOC Lison-Pramaggiore wurde am 3. November 1974 aus einem Zusammenschluss der drei damals anerkannten DOC Merlot di Pramaggiore und Cabernet di Pramaggiore sowie Tocai di Lison gegründet. Im Mittel werden 61.056 hl Wein hergestellt: Vorwiegend Tocai Friulano, Pinot bianco, Chardonnay, Pinot grigio und Sauvignon bei den Rotweinen überwiegen Merlot, Cabernet und Cabernet Franc (Quelle). Ein Karte und Beschreibung der Gegend befindet sich hier.

Sileni Cellar Selection Sauvignon-Blanc von Sileni Estates aus der Region Marlborough in Neuseeland, 12,5 Prozent Alkohol: Grüne Paprika, in der Nase; im Abgang NUR grüner Paprika, wird als etwas “eindimensional” empfunden, schöne Säure, “stahlig, kühl”, 9,90 Euro.

Ausblick: am 22. Juli treffen wir uns, um Roséweine und Sauvignon-Blanc zu probieren.

Kleine Weinprobe in München - Mein Probensieger: Grüner Veltliner

Posted by Markus

Etikett meines Probensiegers: Grüner Veltliner Loisium Weingarten 2006 von SteiningerInteressant waren vor allem wieder die Österreicher aus dem Weinviertel mit ihren neuen 2006ern, aber auch ein Roter aus dem Veneto. Tagessieger für mich: Grüner Veltliner Loisium Weingarten 2006 (9 Euro) vom Weingut Steininger.

Was wir noch probiert haben:

Österreich, Weinviertel, Poysdorf, Weingut Hirtl: Details folgen

Österreich, Weinviertel, Retz, Weingut Schnabl
Grüner Veltliner, 2006 (4,10 Euro): deutliche Fruchtsüsse, im Nachhall etwas bitter, wenig Säure, zu flach. Liegt evtl. Daran, dass er erst vor kurzem abgefüllt wurde.
Grüner Veltliner, Weinviertel DAC 2006 (5,10 Euro): tolle Nase, Kraft und Alkohol (14% Alk.) relativ gut eingebunden, schönes Aroma (Pfeffer und Paprika). Vermutlich auch noch ungestüm.
Riesling 2006 (4,50 Euro): Duft von Pfirsich und Rosenblüte, verbindet sich mit wunderbarem Süße-Säure-Spiel. Ein Erlebnis von dem wir gleich mal 10 Flaschen bestellt haben.
Sauvignon-Blanc 2006 (4,50 Euro): typische Nase nach Stachelbeere, leicht paprizierend, leicht und spritzig für den warmen Sommerabend ideal, deshalb auch 10 Flaschen geordert.

Österreich, Langenlois-Kamptal, Weingut Steininger
In München auch zu beziehen über ösiwein.
Grüner Veltliner “Leicht & Fruchtig” 2006 (5,50 Euro)
Grüner Veltliner Kabinett 2006 (6 Euro)
Grüner Veltliner Loisium Weingarten 2006 (9 Euro), Säure 7, 3 %, Zucker 1,4 g
Grüner Veltliner Sekt 2004 (17 Euro)
Sauvignon Blanc Sekt 2005 (17 Euro)
Riesling Sekt 2004 (17 Euro)

Italien, Südtirol, Kurting, Martin Teutsch

Merlot und Teroldego

Italien, Veneto, Roncade, Castello di Roncade, 13% Alk., 8 Euro, Bordeaux Cuvee: 20% Cabernet Franc, 40% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 10% Malbec; ausgebaut 2 Jahre slowenischen Eichenfässern: charaktervoller aber nicht zu fülliger Wein, in dem sich Körper und Tannine gut verbinden, rund, ohne störende Ecken und Kanten - kein Kraftprotz.

Die Weinprobe hat am Samstag, 9. März, stattgefunden, organisiert vom Club Europei die Gourmei im Arabella Shearaton Hotel in München.

Blaufränkisch und Schilcher Junker in Kürze…

Posted by Markus

Gestern haben wir die lang ersehnte Lieferung Blaufränkisch Selektion vom Weingut Limbeck sowie Schilcher Junker weiß gepresst von Weingut Langmann bekommen. Beide haben wir schon probiert. Wenn wir die nächsten Flaschen davon aufmachen, stehen Details an dieser Stelle.

Weingut Gehrig aus der Pfalz und ein Aldi Wein

Posted by Markus


Wir haben beim Weingut Gehrig aus Weisenheim am Sand (Pfalz) ein Probierpaket bestellt. Inhalt: Sauvignon Blanc 2005, Riesling Kabinett 2005 und Pinot Blanc de Noir Sekt. Den Sekt haben wir noch nicht probiert, hier aber die Notizen zu den beiden anderen sowie dem Pinot Noir 2003, den wir noch im Keller hatten:

Sauvignon Blanc 2005, 12,5% Alk.: Schoene Nase, nach Melone mit leichten Anklaengen von Zitrus, im Mund fuellig und breit, aber ohne aufdringliche Frucht, evtl. ganz leicht Restsuess, wenig Saeure, die die Erinnerungen aus der Nase unterstuetzt, wenig Nachhall.

Riesling Kabinett 2005, 12% Alk.: schoene fruchtig spitze Nase, leichter gruener Apfel, unreifer Pfirsich, entfernt mineralische Noten. Findet sich im Mund wieder: jung, kraeftig, schoene Frucht, die von sauren Noten getragen wird, ohne Restsuesse und Sauere.
Beide Weine empfehlen wir gut gekuehlt zu trinken, da ansonsten die Fruchtigkeit alle feineren Noten ueberlagert.

Pinot Noir 2003, 13,5% Alk.: Mmmh, lecker. Ein samtiger, weicher Pinot Noir. Deutliche Noten von Doerrpflaume und Zartbitterschockolade, sowohl in der Nase als auch im Mund. Ueberhaupt keine unangenehmen oder stoerenden Noten. Trotz der 13,5%, die man uebrigens nicht schmeckt, ist der Wein kein Kraftprotz, sondern zeichnet sich aus sehr fein komponierte, aber trotzdem deutliche Noten. Als Essensbegleiter deshalb fast zu schade.

Neues Kapitel: Wir trinken wieder einen Aldi Wein, die wir zur Testzwecken ab und zu kaufen. Diesmal ein Nero d’Avola 2005 IGT aus Sizilien mit 13% Alk. Von Mario Collina. (abgefuellt von MGM Mondo del Vino und importiert von Mack & Schühle, wo sich allerdings kein Hinweis auf diesen Wein findet). Kein schlechter, aber ein schlichter Wein, der trotzdem das typisch wuerzige der Rebsorte trifft. Am Anfang sehr rauh und kratzig, wenn er etwas offen steht wird er weicher. Ein idealer Grillpartywein, wenn die Gaeste trockene, herbe und kraeftige Weine moegen.