Sieben Gänge mit acht Weinen
Posted by MarkusSieben Gänge, vier Weißweine, zwei Rotweine und zwei Süßweine, die insgesamt ein großes Vergnügen verursachten.
Salat vom weißen und grünen Spargel mit Frankfurter (grüner) Sauce
Sauvignon-Blanc 2006, Domaine du Haut Perron, Guy Allion, Tourraine, Val de Loire, 13%, Marascheck, ca. 6,80 Euro. Ein Beschreibung befindet sich an der Quelle, bei Der Weinladen Machacek (als Quelle für die Beschreibung wird die Zeitung tz angegeben).
Scharfes Chutney mit Paprika, Gurken und Ananas, dazu Tortillachips
Stuck, Reichsrat von Buhl 2006, Pfalz, Deidesheim, 12%, Riesling; auf seiner Webseite schreibt das Weingut dazu:
“…Cuvée aus den Rebsorten Riesling und Gewürztraminer, die schon vor über 100 Jahren als “Gemischter Satz” in unserer Region bekannt war. Der Name Stuck ist Sinnbild für den Brückenschlag aus Erneuerung und Tradition.”
Forellencremesuppe
Pignoletto Superiore 2007, Vigneto Bagazzana, Gaggioli, Colli Bolognesi, 13,5%, Marascheck, ca. 10 Euro. Ein würziger, kräftiger aber dennoch trockener und nicht zu “fetter” Wein. Die Rebsorte ist eher als Seltenheit zu betrachten. Sie stammt von den Ausläufern des Apennin um Bologna und wird, laut Wein-Plus, ausschließlich dort auf 7.000 Hektar angebaut. Eine ausführliche Beschreibung auf Englisch bietet das Weinkonsortium der Colli Bolognesi. Der Wein wurde ebenfalls bei Der Weinladen Machacek gekauft für rund 10,- Euro.
Nudeln mit Flusskrebsen in Safransauce
Gelber Muskateller 2006, Sabathihof, Südsteiermark, Glanz an der Weinstraße, 11%. Eigentlich ist Muskateller nicht so unsere Rebsorte, da sie oftmals aufgesetzt und parfümiert daherkommt. In dem Fall ist das anders: ersten schwächt der kräftige Safrangeschmack den Muskatellerton ab und zweitens, und wichtiger: die Muskatellernote ist gut in den Körper des Weins integriert und wird von einer leichten nicht aufdringlichen Säure getragen. Da macht selbst uns der Muskateller Spaß.
Hirschragout
Blaufränkisch Ried Gmärk 2006, Ernst Triebaumer, Rust im Burgenland, 13%, Sonderangebot Oesiwein: 10,50 Euro. Ein sehr guter, kräftiger Blaufränkisch mit der typischen Note vonnDörrzwetschgen und dunklen Beeren, dennoch ein schöner zurückhaltender Ausbau, der nicht auf oberflächliche Kraft und Fülle ausgelegt ist, trotzdem kräftig genug für den Hirschen.
Zu beachten übrigens die Webseite, die zwar weniger Auskunft zu den Weinen gibt, dafür aber viele Bilder über Tiere und Pflanzen im Weinberg enthält. Ein Link führt zur Seite des Sohnes Richard Triebaumer, der die Weine seines Vaters mit kulinarischem aus der Region ergänzt - eine etwas andere Webseite und Produkte, die einem das Wasser im Mund zusammelaufen lassen.
Pinot Noir Divino 2006, Franken, Winzergenossenschaft Nordheim (WGN), 14,5%. Weine der WGN sind hier öfter schon erwähnt worden, einfach, weil sie erwähnenswert sind. In dem Fall war der kräftige, starke, holzbetonte Pinot Noir die ideale Folge auf den Blaufränkisch und das kräftige Essen.
Blauschimmelkäsevariationen
Peth-Wetz Bacchus Beerenauslese 2006, Rheinhessen, Bermersheim, 6,5%, um die 5 Euro. Ein runder Wein, der durch eine klare aber nicht überbordende Süße überzeugt, dem geringen Alkoholgehalt entspricht auch die nicht vorhandene Säure. Ein solider, aber keinesfalls außergewöhnlicher Wein.
Die Bezugsquelle ist erstaunlich, denn es ist die Drogeriekette Rossmann. Sie hat ein kleines Weinangebot, in dem aber laut Aussagen des Käufers manchmal gute Weine günstig zu erhalten sind. Bei meinem Test musste ich zwar feststellen, dass die Such- und Filterfunktionen etwas unausgereift sind. Und hoffentlich verzeichen uns die Österreicher, dass sie bei Rossmann Deutschland zugeschlagen werden
Schokoladentorte mit Erdbeeren
Chateau Guiraud, 1er Cru Sauternes 2003, 13,5%; ein Wein, der den gelungenen Abschluss des Abends bildete. Kräftige, konzentrierte Honig-Akazien-Süße mit einem sehr guten Rückgrat im Wein. Da reichen ein zwei kleine Gläser… Empfehlenswert ist die Webseite des Chateau, auf der ausführliche Beschreibungen zu Anbau und allen Herstellungsphasen des Weins zu finden sind.
Fazit des Abends: Gutes Essen und treffend ausgewählte Weine ergänzen einander optimal - das ist zwar nichts Neues, macht aber immer wieder Spaß.