weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Banfalu 2002 von Sepp Moser aus dem Burgenland

Posted by Markus

Diese Cuvée aus Merlot, Cabernet-Sauvignon und Zweigelt haben wir getrunken anlässlich eines genussvollen Abends im Hardthaus. Das faszinierende an dem Wein war, dass wir ihm zunächst mangelnden Körper attestierten. Mit zunehmender Luftzufuhr entwickelten sich jedoch spannende und vielschichtige würzige und leicht röstige Noten. Im Vergleich dazu wirkten, zugegebnermaßen schlichtere, aber im Barrique ausgebaute Rotweine, ebenfalls aus Österreich, eher plump und aufdringlich. Je länger der Abend, desto mehr Spaß hat uns der dezent barriquisierte (?) Banfalu aufgrund seiner vielfältigen Nuancen gemacht. Zum Lammrücken konnte der Banfalu sogar mehr überzeugen, da sein Geschmack das Lamm hervorragend ergänzte und nicht mit schweren Röst- oder dunklen Fruchtaromen zudeckte. Der Preis für den (nicht probierten) Jahrgang 2004 beträgt 16,70 Euro. Auf der Webseite von Sepp Moser gibt es zu diesem Jahrgang übrigens ein ausführliches “Datenblatt”.

Cabernet-Sauvignon aus Rheinhessen!

Posted by Markus

Gestern Abend stand bei uns ein Cabernet-Sauvignon aus Deutschland auf dem Tisch. Und zwar “S”, Jahrgang 2005, vom Weingut Beiser aus Vendersheim in Rheinhessen (Achtung: langsame Webseite). “S” steht natürlich für Selektion. Nachdem wir zuvor eine bereits angebrochene Flasche zimmertemperierten Blaufränkisch leerten, überraschte uns der frisch aus dem Keller geholte “S” im wahrsten Sinne des Wortes “kalt”. Der erste Eindruck in der Nase war klar Cab-Sauv: bissig, krautig, fast sauer; über dem recht tanninarmen, klaren Wein schwebten außerdem die 14,5 Prozent Alkohol deutlich. Wir wollten uns schon fragen, warum wir den Wein überhaupt gekauft haben. Doch je länger der Abend am Kamin und je wärmer damit auch die Flasche wurde (und je mehr Luft an den Wein kam), desto mehr mundete der “S” uns. Erstaunlicherweise verschwand der Alkohol über dem Glas nahezu vollständig und es kamen warme würzige Noten nach Brombeere und schwarzer Johannisbeere zum Vorschein. Auch im Mund wurde der zunächst sperrige Wein zunehmend zugänglicher und setzte im Gaumen fort, was die Nase versprach.

Unser Fazit: ein sehr guter Cabernet-Sauvignon aus Deutschland, bei erstaunlich wenig Dichte ein komplexes Bouquet und viel Freunde im Mund. Ein Cabernet-Sauvignon mit einer Fülle und Kraft, die nicht versucht französische oder überseeische Weine zu kopieren, sondern eine individuelle rheinhessische Variante und damit eine willkommene Abwechslung zu vielen überbarriqueisierten 08/15-\’dcbersee-Weinen. Ach so, Preis ab Hof: 6,40 Euro. Ein Besuch lohnt übrigens auch wegen der Gutsschenke.

Zwölf (12!) Weine aus Übersee (ohne Nordamerika) am Sonntag Nachmittag.

Posted by Markus




Zusammenfassend konnten wir feststellen, dass die Auswahl, verglichen mit anderen Themen, ein sehr hohes Niveau hatte und keine Ausreißer nach unten festzustellen waren. Sehr erfreulich, aber auch sehr alkoholreich und nicht immer ganz günstig. Hier die Details (am Layout wird noch gearbeitet):

Chile: De Martino Estate, Sauvignon Blanc, Maipo Valley, 13% Alk., Jacques Weindepot 5,40 Euro, schoene Nase, Zitrus, rosa Grapefruit, Hauch Stachelbeere, leider etwas zu warm, , noch besser, wenn kaelter www.demartino.cl

Südafrika: Cape Mandalaz, Shiraz, Porterville Winery, 2001, , Piketberg, 13% Alk., himbeerig, wenig Kraft, beerig aber sortenunklar, Alterston hinter den Beeren, untypisch

Australien: Chateau Tanunda, Grand Barossa, Shiraz 2004, 14%, www.chateautanunda.com, Roestaromen, würzig, toastig, Aldi ca. 8 Euro, füllig, aber nicht plump, Dörrpflaume

Südafrika: Eagle Crest 2006 Shiraz, Cabernet-Sauvignon, Swartland Winery, www.swwines.co.za/home.html, Swartland, 14 %, leicht alkoholisch, zu jung, grasig rauh, röstig, leichte Vanille oben drauf, rohes Fleisch, leichtes Kraut, Jacques Weindepot, ca. 7 Euro, nicht volle Power

Argentinien: Amancaya, 2005, Mendoza, Malbec Cabernet-Sauvignon, 14 %, Lafite-Rothschild and Nicolas Catena, Tesdorp 12,90 Euro, vollfleischig aber angenehm, filigraner-runder, pfeffrig, mehrteiliger, leichter Alk, www.cwdwein.de

Chile: Montez Alpha 2004, Cabernet-Sauvignon, 14%, Colchagua valley, Alpalta Vineyard, Jacques 13 Euro, lakritzig-minzig, zarte würzige noten, grüner pfeffer

Südafrika: Pinotage, Tulbagh, 2004, 14,2%, Oude Companies Post, Nasentier, füllig-fleischig, würzig-süss, tolle Kombination aus spannenden Noten und rund, 13,50 Euro, www.bertsweinexpress.de

Südafrika: Vilojensdrift Pinotage 2004, Origin Robertson, kein Tier, tiefe-dichte fehlt, deutliche Würze, Kümmel, eindimensional aber nicht schlecht, 10,70 Euro, Bertsweinexpress

Australien: Cuvee 2004 Langhorn Creek, 14,5 %, Frank Potts, Bleasdale Vineyards, vermutlich viel cab-sauv, krautig vorne, Peiselbeere, samtig trotz Tannine, kontrovers diskutiert, kratzig vorne, wärme nimmt ihm den Biss, am ende Johannisbeere, noch nicht auf dem Höhepunkt, viel Potenzial und Kraft, Cassis, sehr ok aber mehr nicht!

Südafrika: (aus Süddeutsche Zeitung Collection) Remhoogte, 59% Merlot, 31% Cab-Sauv, 10% Pinotage, 14% Alk, Stellenbosch, Simonsberg, 2003, Leder, Kräuter, (Markus: “zu konzentriert!”), “passt zum apotheker”, (Walter R.: “Bordeaux gut gemacht!”)

Australien: Deaf Gatagh 2003, McLaren Valley, www.hattrickwines.com.au, 15% Alk., 29 Shiraz, 29 Merlot, 23 Grenache, 19 Cabernet-S., sehr ähnlich wie vorher, nicht so wuchtig, Alkohol nicht so stark wie erwartet, würzig-kräftig-konzentriert

Chile: Coyam 2002, Merlot, Shiraz, CS, Mourvedre, Carmenere (typ. chilenisch), 14,5 % Alk., Maipo Valley, tiefe dunkle Frucht, keine störenden Noten, vinedos orgnaicaos emiliana, kein problem mit alkohol!

Südafrika: Viljoensdrift Shiraz 2003, “auf eine gewisse bestellung hin”, im Abgang “pervers gut”, viel Frucht plus viel Gewürz, Süße stützt ohne Aufdringlichkeit

Was wir noch gelernt haben: Pinotage ist angeblich eine Neuzüchtung aus einer Kreuzung von Pinot noir und Carignan. Wikipedia sagt allerdings Cinsault und nicht Carignan. “Das Weinlexikon” von Horst Dippel (Fischer Verlag, 1993) bestätigt Wikipedia, führt Cinsault allerdings als Cinsaut und Cinsault nur als Synonym.

ENDE