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Schwarze Katze 2006 aus 60 Prozent Zweigelt und 40 Prozent Merlot mit 13,5 Prozent Alkohol, Preis ca.20 Euro. Betörende Nase, vielschichtig: tiefe rote Frucht (saure Johannisbeere), Kaffee, Zeder, würzig, leicht mentholisch, Würze bleibt im Abgang erhalten, Tiefe fehlt etwas, evtl. zu jung.
Produziert und vermarktet von neun Winzerinnen aus Göttlesbrunn in Carnuntum unter dem Namen “schwarze Katze”. Dazu gehören Grassl Susanne, Graßl Maria, Markowitsch Christine, Netzl Christine, Oppelmayer Barbara, Pitnauer Edith, Wiederstein Margarete und Birgit. Sie stellen jeweils ein Fass ihres besten Weines für diese Cuvée zur Verfügung. Mehr zu den Winzerfrauen auf der Homepage www.schwarzekatzen.com, die leider keine Informationen zu dem Wein bietet. Schade auch, dass die Web-Adresse auf dem ansonsten sehr schönen Etikett falsch angegeben ist.
Mehr über Katzen in der Kulturgeschichte des Weines gibt es übrigens hier bei Vinaria.
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Posted by Markus
Wenn der australische Wein zu uns kommt, kommen wir ihm gerne entgegen. Erst recht, wenn das passende Essen mitgeliefert wird. So geschehen vergangenes Wochenende in Percy’s Café© Bar Restaurant in Erding. Der australische Wein kam nicht direkt aus Australien, sondern wurde über den Umweg des AustralianWineStore in freundlicher Begleitung seiner Inhaber Karin & Olaf Czirr aus Kelkheim nach Erding gebracht. Welch’ ein Fest für die Sinne! Übrigens selbst die Ohren wurden bedient: ein Didgeridoo-Spieler sorgte für den passenden Ton im Hintergrund, sofern man bei den Klängen des Didgeridoo von Hintergrund sprechen kann!
Nun aber zu Speis’ und Trank, dem Wesentlichen eben:
Apéritif - Würzmischung Dukkah mit Olivenöl aus Victoria
Dukkah ist eine afrikanisch-orientalische Nuss-Gewürzmischung, die inzwischen auch in der australischen Küche ihren festen Platz hat, weiß das Rezepte-Wiki. Begleitet von:
Hardy’s Nottage Hill Chardonnay Brut mit einer Blüte vom wilden Hibiscus.
Dass der wilde Hibscus rot ist und in Sirup eingelegt, führt dazu dass der feine Chardonnay-”Champagner” leicht süßliche Noten bekommt und roséfarben aussieht. Ein idealer Apéritif mit Witz. Mehr über Hardys hier.
1. Gang - Surf & Turf: Zweierlei von der Wachtel mit marinierten Riesengarnelen und Baramundi an Zitronengras
2005 Ninth Island Chardonnay (Tasmanien)
Hier ging der Chardonnay etwas unter, obwohl er vermutlich, ohne die Alternative des Roten probiert zu haben, die bevorzugte Wahl gewesen wäre. Dem Chardonnay fehlte etwas die Kraft und Säure, um mit dem Essen mithalten zu können.
2005 Ninth Island Pinot Noir (Tasmanien)
Ein leichter, dennoch ausdrucksvoller Pinot Noir, der durch seine Würzigkeit das Essen ideal unterstützte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ein Charakter, den man dem Wein bei seiner fast durchsichtigen Farbe gar nicht zugetraut hat.
Ninth Island gehört übrigens zu Kreglinger Wine Estates der aufwändige Webseite man hier findet.
2. Gang - Curry-Karottensuppe mit Ingewerschaum und Cashewbrot
2006 Willow Bridge Chenin Blanc (Westaustralien)
Zum Essen wäre hier eine deutlich kräftigere Spätlese wünschenswert gewesen. Auch hier konnte sich nach unserem Geschmack der Weißwein nicht durchsetzen - die vordergründige Fruchtigkeit alleine hielt gegen die deutlichen und lang anhaltenden Aromen der Suppe nicht stand. Zur Webseite des Weinguts geht es hier.
An dieser Stelle muss aber wieder mal erwähnt werden, dass die Aussagen über die Weine natürlich nur in Zusammenhang mit genau diesen Speisen gelten - über den Geschmack des Weines in Verbindung mit anderen Speisen oder gar als Solowein, kann eine derartige Verkostung kaum etwas aussagen.
2006 Bimbadgen Estate rosé (New South Wales, Hunter Valley)
War die bessere Wahl zur Suppe, wenngleich auch bei diesem Wein ein klares Säuregerüst fehlte um einen deutlichen Akzent mit der Suppe zu setzen. Trotzdem war die Fruchtigkeit des Rosés länger anhaltend und wurde von einem dichteren Wein gestützt, und ging deshalb über die Suppe nicht so schnell unter.
Mehr zum Weingut hier.
3. Gang - Dreierlei Kostbarkeiten (Strauß, Känguru, Lamm) mit Portwein Kaffee-Sauce und Cranberries an Kartoffelpürée
2005 Willow-Bridge Cabernet-Merlot (Westaustralien)
Hiervon blieb leider wenig in Erinnerung: ein Wein, der das Essen nicht so gut begleitet hat, weshalb gleich auf den Shiraz umgeschwenkt sind. Geschmackssache eben!
2006 Norfolk Rise Shiraz (Südaustralien)
Ganz klarer Favorit diesen Abend! Ging die ideale Kombination mit den kräftigen Fleischaromen ein und rundete die Portwein-Kaffee-Sauce ideal ab (schön an der Sauce war, dass der Kaffee nicht vordergründig das Aromenspiel beherrschte, sondern erst als “letztes” Aroma leicht auf der Zunge lag und damit allen anderen Geschmäckern nicht die Show stahl). Hier hat Australien wieder einmal gezeigt, warum Shiraz dort die Paraderebsorte geworden ist.
Mehr zum Weingut gibt es unter dem oben angegebenen Link bei Ninth Island, da Norfolk Rise auch zu Kregliner Estates gehört.
Dessert - Pavlova mit Erdbeer-Kiwisalat und Macadamiaeis
2006 Bimbadgen Estate Semillon Botrytis
Ganz klare Überraschung diesen Abend! Ein Edelsüßer wie man ihn sich vorstellt, wenn man Süßweine vornehmlich mit Deutschland oder Österreich vergleicht. Überraschend weil man ja aus vielen Gegenden der Welt Süßweine kennt, die aber oftmals nicht mehr bieten, außer undifferenziert süß zu sein (und daüber hinaus manchmal Zweifel an der Herstellung wecken). In diesem Fall lag über der Süße ein vielfältiges Aromenspiel, von gekochtem Pfirsich und Kernobst, das durch den Gehalt und die spürbare Säure gestützt wurde. Sehr, sehr lecker und vor allem konnte der Süßwein selbst mit dem sehr süßen Nachtisch mithalten.
Ein gelunger Abschluss des Abends!
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Posted by Markus
Die Österreicher sind immer wieder für Ihre humoristischen Anglizismen gut - ob das der Minderwertigkeitskomplex einer ehemaligen Großmacht ist…? Neben dem “classic” mit c, das den Wein auch nicht besser macht, gehört zu meinen Lieblingen - vom Namen her - seit Jahren “United Vineyards Pfneiszl”, bezeichnenderweise zu finden unter der Webadresse Pentagon! (Die Adresse http://www.pfneiszl-vineyards.com/ ist übrigens reserviert für den ungarischen Ableger des Weinguts.) Wer ein Mail schicken will ist mit shirazbrothers(at)wine-pentagon gut bedient
Diese Mischung aus echt amerikanisch und echt österreichisch ist so extrem, das sie schon fast wieder gut ist. Die Weine interessierten uns, da sie zu den ersten zählten, die in Österreich auch Syrah reinsortig ausbauten. Die wenigen Proben waren jedoch leider nie erinnernswert.

Nun hatte ich wieder die Gelegenheit mal einen “Pfneiszl” zu probieren, und zwar den Blaufränkisch Platinum 2004 mit 14 Prozent Alkohol (Lokalpreis rund 40,- Euro). Was für eine Bombe! Tiefdunkles dichtes rot, die dunklen Beeren eher in Richtung Teer, der Alkohol in der Nase wenig eingebunden, verbindet sich erst im Mund. Insgesamt kein optimaler Essensbegleiter, sondern eher ein Solowein für ein Glas, wenn die Geschmacksnerven sowieso schon überlastet sind. Kurz und gut: ich hätte ihn nicht ausgewählt und das komplexe Potenzial der Rebsorte kann er aufgrund der Wuchtigkeit auch nicht ausspielen, interessant wäre ein Vergleich zum DAC Blaufränkisch von Pfneiszl. Wir bevorzugen derzeit aber Blaufränkisch von Limbeck.
Im Keller wieder entdeckt haben wir einen Australier, der uns überraschend wohl gemundet hat: Bimbadgen Estate Merlot 2004. Während Merlot mittlerweile zu einem beliebten, aber schlichten Reinsortenwein aus allen Gegenden der Welt geworden ist, freut man sich, wenn sich ein Winzer beim Ausbau offenbar wieder mal etwas gedacht hat. Ein Wein der trotz Sortentypizität durch seine Vielschichtigkeit überzeugt und trotzdem unaufdringlich bleibt: http://www.bimbadgen.com.au/default.aspx
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Posted by Markus
Gestern Abend nach dem Kino vier Achterl, natürlich zu Zweit, und ein fünftes Achterl vom Wirt gespendet, da der Winzer gerade seine Lieferung gebracht hat:
- ein Neuburger [
Details folgen] mit einer herrlichen Nase, leichte Zitrus- und Grasanklänge, im Abgang natürlich nicht kräftig - aber im Kopf entsteht schon der warme Sommersonntagnachmittag dazu. Der Wein stammte vom Weingut Tinhof, aus der Region Neusiedlersee-Hüglelland, das offenbar unter anderem auf diese Rebsorte spezialisiert ist. Eine meines Erachtens sehr passende und ausführliche Beschreibung des Weins befindet sich hier. Neuburger ist im Übrigen eine Kreuzung aus Rotem Veltliner und Sylvaner und wird seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich angebaut.
- ein Riesling von Leopold Aumann aus der Thermenregion, der sonst eher für seine Roten bekannt ist, mit wunderschönen Pfirsichnoten, und einem ausgewogenen Körper-/Säureverhältnis
- ein Merlot 2005 vom Weingut Schreiner aus Gols. Ein freundlicher, weicher Rotwein, mit dem jeder Weißweintrinker zu Rotwein bekehrt werden kann. Manchen dürfte er zu “geschönt” sein.
- Neuberg 2006, vom Weingut Grassl in Göttlesbrunn in der Region Carnuntum: ein Kraftprotz mit deutlichem Barrique-Einsatz (lt. Webseite “60% neuen und 40% gebrauchten Barriques (2. Befüllung) aus franz. Eiche”), ein Lagenwein aus 60% Zweigelt, 20% Blaufränkisch und 20% Merlot. Wuchtige Nase mit Anklängen von Tabak. Langer Abgang, sehr dicht und wuchtig, die 14,5% Alkohol deshalb “gut verpackt”.
- Spende des Hauses: ein Heideboden Cuvée von Siegfried Gsellmann aus Gols am Neusiedlersee, der neben dem Neuberg erst verhalten wirkte, dann aber durch seine seidig-samtige Komplexität faszinierte. Ein durchaus schwerer Wein, der aber sehr unaufdringlich daher kommt und erst im Laufe des Genießens seine vielen Facetten zeigt. Die Sorten sind sehr schön kombiniert: Zweigelt, Blaufränkisch ,Sankt Laurent, Pinot Noir; der Alkoholgehalt passt mit 13,5% zum Körper des Weins.
Alles in Allem und unverhofft kommt oft: fünf Weine, die Spaß machen und wieder mal zeigen, welche Palette an Rot und Weiß die Österreicher mittlerweile drauf haben.
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Posted by Markus
Es war ein selektiver Messebesuch mit einigen High- und wenigen Lowlights. Zu den Highlights zählte definitiv die Entdeckung eines weiteren Weinguts aus dem Weinviertel mit knackigen grünen Veltlinern und einem Sauvignon-Blanc: Renate Schuster aus Hohenwarth .
Angetan waren wir weiterhin von den modernen Spaniern bei Bodega Joaquin Peral aus Ulm: viele klassische spanische Rebsorten, ergänzt um Cabernet-Sauvignon, Merlot und Syrah; alkoholreich, kräftig, ausdrucksstark - aber nicht ganz billig.
Außerdem entdeckten wir ein süditalienisches und ein chilenisches Weingut mit unschlagbarem Preis-/Genussverhältnis bei Ferdls Wein Eldorado (Webseite leider noch in Bau): Es handelt sich um die Weine von Terre di Campo Sasso aus Italien (hier deckten wir uns besonders mit Nero d’Avola und Primitivo ein) sowie um das Weingut Vinedos Terranoble aus Chile (hier gefiel uns der Syrah besonders; Tipp: einen Tag offen stehen lassen, dann verflüchtigt sich die anfänglich starke Frucht und die interessante Würze kommt zum Tragen).
Bewährtes hat sich erfreulicherweise wieder bewährt: Weine aus Australien beim Australien Winestore (mit spannenden Schaumweinen aus Tasmanien), trockene Frankenweine von der Winzergenossenschaft Nordheim. Aus der “Juventa”-Serie haben wir uns für den “Inselwein” entschieden, aus der “Franconia”-Serie für die “Domina” und, wenig erstaunlich, für den Divino Pinot Noir 2006: “süße Frucht, köstlich, opulent, freundlich, weich”. und Rotweine für jeden Tag bei Falstaff. Außerdem lief uns noch ein knackiger Schilcher (Lazarus 2007) über den Weg sowie ein Händler mit ungarischen Weinen (Familie Ambrus aus Freising) - die guten sind allerdings, wie so oft in Osteuropa, zu teuer.
Insgesamt ein erfolgreicher und interessanter Nachmittag, der wieder mal gezeigt hat, dass gute Weine teuer sein können, aber nicht müssen. Die Aussteller waren offenbar auch ganz zufrieden mit dem Besucherandrang, so dass wir uns schon auf das nächste Jahr freuen.
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