weintagebuch (”beta”)

Ein persönlich gehaltenes Weinnotizbuch, das, dank Internet, nicht verloren gehen kann.

Urlaubsweinprobe am 11.11.2007

Posted by Markus

Im Vergleich zu anderen Proben war es diesmal eher wieder eine Weinprobe nur von gehobener durchschnittlicher Qualität. Erfreut haben, uns die Bordeaux, bei denen wir - erst recht in der Preisklasse - sonst sehr skeptisch sind. Wie immer: solide Qualität bei den Österreichern.

Österreich: Jöbstl, Wernersdorf, Schilcher Ried Krass 2006: Paprika, weiss-pfeffrig. 8 Euro.

Österreich: Ziss, Weinviertel/Röschitz, Grüner Veltliner 2006 Mühlberg: Nase etwas zurückhaltend, schönes Pfefferl im Mund, wenig Nachhall. Verliert der etwa schon oder ist es nur der kräftige Schilcher zuvor?

Österreich: Weingut Skoff, Südsteiermark, Sauvignon-Blanc classic 2006 ,12,5% Alkohol: brennesselig, stachelbeerig, trotz hefig-petroliger Anklänge, feine struktur. Um die 10 Euro. Leider ein wenig zu warm probiert.

Italien: Giogantino, Sardinien, Vermentino di Gallura 2006 DOC, 13% Alkohol: Akazie, breit keine Säure, kein Ausdruck. Diskussion darüber, ob der Wein schnell zu alt geworden ist oder einfach Weißweine, die südlich von Trento angebaut werden, nur im Urlaub zu trinken sind…

Deutschland: Weingut Winter, Dittelsheim/Rheinhessen, Scheurebe trocken 2006: Überreife Ananas, bischen zu wuchtig und zu breit, dafür zu wenig Säure, könnte noch kühler getrunken werden. Ca. 10 Euro.

Österreich: Weingut Hirtl, Weinviertel/Poysdorf, Merlot 2006: kirschig, pflaumig, röstiger Abgang, schlanker aber charaktervoller Wein. 9,50 Euro ab Hof.

Frankreich: Chateau Barbeyron 2005, St.-Emilion Grand Cru: kräftige Farbe, tolle Nase aber im Mund mager, zarte Himbeere, schlanke Struktur (auch: “Toastbrot in der Nase”). Aus dem Zeit Probierpaket, umgerechnet ca. 10 Euro. Erstaunlich akzeptabler B-Wein.

Frankreich: Les Haldes de Luchey 2003, Pessac-Leognan, Merignac, 12,5% Alk.: voll krautig, füllig-fleischig, kräftig-schwer, Süße und Hefe. Zeit Probierpaket, umgerechnet ca. 10 Euro. Erstaunlich im Übrigen die Preisunterschiede im Internet: zwischen 13,30 Euro bei der Zeit und 17,89 Euro bei Ebrosia.

Spanien: Marques de Grinon, Toledo, Petit Verdot 2001, 13% Alk.: Farbe violett-schwarzrot, schöne Noten, Kräuterwürzig, aber kantig-beißend obwohl es doch schon ein 2001er ist. Ca. 15 Euro.

Die nächste Probe steht an für 16. Dezember: eine Blindprobe, bei der die Rebsorten erkannt werden sollen.

Weingut Gehrig aus der Pfalz und ein Aldi Wein

Posted by Markus


Wir haben beim Weingut Gehrig aus Weisenheim am Sand (Pfalz) ein Probierpaket bestellt. Inhalt: Sauvignon Blanc 2005, Riesling Kabinett 2005 und Pinot Blanc de Noir Sekt. Den Sekt haben wir noch nicht probiert, hier aber die Notizen zu den beiden anderen sowie dem Pinot Noir 2003, den wir noch im Keller hatten:

Sauvignon Blanc 2005, 12,5% Alk.: Schoene Nase, nach Melone mit leichten Anklaengen von Zitrus, im Mund fuellig und breit, aber ohne aufdringliche Frucht, evtl. ganz leicht Restsuess, wenig Saeure, die die Erinnerungen aus der Nase unterstuetzt, wenig Nachhall.

Riesling Kabinett 2005, 12% Alk.: schoene fruchtig spitze Nase, leichter gruener Apfel, unreifer Pfirsich, entfernt mineralische Noten. Findet sich im Mund wieder: jung, kraeftig, schoene Frucht, die von sauren Noten getragen wird, ohne Restsuesse und Sauere.
Beide Weine empfehlen wir gut gekuehlt zu trinken, da ansonsten die Fruchtigkeit alle feineren Noten ueberlagert.

Pinot Noir 2003, 13,5% Alk.: Mmmh, lecker. Ein samtiger, weicher Pinot Noir. Deutliche Noten von Doerrpflaume und Zartbitterschockolade, sowohl in der Nase als auch im Mund. Ueberhaupt keine unangenehmen oder stoerenden Noten. Trotz der 13,5%, die man uebrigens nicht schmeckt, ist der Wein kein Kraftprotz, sondern zeichnet sich aus sehr fein komponierte, aber trotzdem deutliche Noten. Als Essensbegleiter deshalb fast zu schade.

Neues Kapitel: Wir trinken wieder einen Aldi Wein, die wir zur Testzwecken ab und zu kaufen. Diesmal ein Nero d’Avola 2005 IGT aus Sizilien mit 13% Alk. Von Mario Collina. (abgefuellt von MGM Mondo del Vino und importiert von Mack & Schühle, wo sich allerdings kein Hinweis auf diesen Wein findet). Kein schlechter, aber ein schlichter Wein, der trotzdem das typisch wuerzige der Rebsorte trifft. Am Anfang sehr rauh und kratzig, wenn er etwas offen steht wird er weicher. Ein idealer Grillpartywein, wenn die Gaeste trockene, herbe und kraeftige Weine moegen.

Zwölf (12!) Weine aus Übersee (ohne Nordamerika) am Sonntag Nachmittag.

Posted by Markus




Zusammenfassend konnten wir feststellen, dass die Auswahl, verglichen mit anderen Themen, ein sehr hohes Niveau hatte und keine Ausreißer nach unten festzustellen waren. Sehr erfreulich, aber auch sehr alkoholreich und nicht immer ganz günstig. Hier die Details (am Layout wird noch gearbeitet):

Chile: De Martino Estate, Sauvignon Blanc, Maipo Valley, 13% Alk., Jacques Weindepot 5,40 Euro, schoene Nase, Zitrus, rosa Grapefruit, Hauch Stachelbeere, leider etwas zu warm, , noch besser, wenn kaelter www.demartino.cl

Südafrika: Cape Mandalaz, Shiraz, Porterville Winery, 2001, , Piketberg, 13% Alk., himbeerig, wenig Kraft, beerig aber sortenunklar, Alterston hinter den Beeren, untypisch

Australien: Chateau Tanunda, Grand Barossa, Shiraz 2004, 14%, www.chateautanunda.com, Roestaromen, würzig, toastig, Aldi ca. 8 Euro, füllig, aber nicht plump, Dörrpflaume

Südafrika: Eagle Crest 2006 Shiraz, Cabernet-Sauvignon, Swartland Winery, www.swwines.co.za/home.html, Swartland, 14 %, leicht alkoholisch, zu jung, grasig rauh, röstig, leichte Vanille oben drauf, rohes Fleisch, leichtes Kraut, Jacques Weindepot, ca. 7 Euro, nicht volle Power

Argentinien: Amancaya, 2005, Mendoza, Malbec Cabernet-Sauvignon, 14 %, Lafite-Rothschild and Nicolas Catena, Tesdorp 12,90 Euro, vollfleischig aber angenehm, filigraner-runder, pfeffrig, mehrteiliger, leichter Alk, www.cwdwein.de

Chile: Montez Alpha 2004, Cabernet-Sauvignon, 14%, Colchagua valley, Alpalta Vineyard, Jacques 13 Euro, lakritzig-minzig, zarte würzige noten, grüner pfeffer

Südafrika: Pinotage, Tulbagh, 2004, 14,2%, Oude Companies Post, Nasentier, füllig-fleischig, würzig-süss, tolle Kombination aus spannenden Noten und rund, 13,50 Euro, www.bertsweinexpress.de

Südafrika: Vilojensdrift Pinotage 2004, Origin Robertson, kein Tier, tiefe-dichte fehlt, deutliche Würze, Kümmel, eindimensional aber nicht schlecht, 10,70 Euro, Bertsweinexpress

Australien: Cuvee 2004 Langhorn Creek, 14,5 %, Frank Potts, Bleasdale Vineyards, vermutlich viel cab-sauv, krautig vorne, Peiselbeere, samtig trotz Tannine, kontrovers diskutiert, kratzig vorne, wärme nimmt ihm den Biss, am ende Johannisbeere, noch nicht auf dem Höhepunkt, viel Potenzial und Kraft, Cassis, sehr ok aber mehr nicht!

Südafrika: (aus Süddeutsche Zeitung Collection) Remhoogte, 59% Merlot, 31% Cab-Sauv, 10% Pinotage, 14% Alk, Stellenbosch, Simonsberg, 2003, Leder, Kräuter, (Markus: “zu konzentriert!”), “passt zum apotheker”, (Walter R.: “Bordeaux gut gemacht!”)

Australien: Deaf Gatagh 2003, McLaren Valley, www.hattrickwines.com.au, 15% Alk., 29 Shiraz, 29 Merlot, 23 Grenache, 19 Cabernet-S., sehr ähnlich wie vorher, nicht so wuchtig, Alkohol nicht so stark wie erwartet, würzig-kräftig-konzentriert

Chile: Coyam 2002, Merlot, Shiraz, CS, Mourvedre, Carmenere (typ. chilenisch), 14,5 % Alk., Maipo Valley, tiefe dunkle Frucht, keine störenden Noten, vinedos orgnaicaos emiliana, kein problem mit alkohol!

Südafrika: Viljoensdrift Shiraz 2003, “auf eine gewisse bestellung hin”, im Abgang “pervers gut”, viel Frucht plus viel Gewürz, Süße stützt ohne Aufdringlichkeit

Was wir noch gelernt haben: Pinotage ist angeblich eine Neuzüchtung aus einer Kreuzung von Pinot noir und Carignan. Wikipedia sagt allerdings Cinsault und nicht Carignan. “Das Weinlexikon” von Horst Dippel (Fischer Verlag, 1993) bestätigt Wikipedia, führt Cinsault allerdings als Cinsaut und Cinsault nur als Synonym.

ENDE