Posted by Markus
Es war ein selektiver Messebesuch mit einigen High- und wenigen Lowlights. Zu den Highlights zählte definitiv die Entdeckung eines weiteren Weinguts aus dem Weinviertel mit knackigen grünen Veltlinern und einem Sauvignon-Blanc: Renate Schuster aus Hohenwarth .
Angetan waren wir weiterhin von den modernen Spaniern bei Bodega Joaquin Peral aus Ulm: viele klassische spanische Rebsorten, ergänzt um Cabernet-Sauvignon, Merlot und Syrah; alkoholreich, kräftig, ausdrucksstark - aber nicht ganz billig.
Außerdem entdeckten wir ein süditalienisches und ein chilenisches Weingut mit unschlagbarem Preis-/Genussverhältnis bei Ferdls Wein Eldorado (Webseite leider noch in Bau): Es handelt sich um die Weine von Terre di Campo Sasso aus Italien (hier deckten wir uns besonders mit Nero d’Avola und Primitivo ein) sowie um das Weingut Vinedos Terranoble aus Chile (hier gefiel uns der Syrah besonders; Tipp: einen Tag offen stehen lassen, dann verflüchtigt sich die anfänglich starke Frucht und die interessante Würze kommt zum Tragen).
Bewährtes hat sich erfreulicherweise wieder bewährt: Weine aus Australien beim Australien Winestore (mit spannenden Schaumweinen aus Tasmanien), trockene Frankenweine von der Winzergenossenschaft Nordheim. Aus der “Juventa”-Serie haben wir uns für den “Inselwein” entschieden, aus der “Franconia”-Serie für die “Domina” und, wenig erstaunlich, für den Divino Pinot Noir 2006: “süße Frucht, köstlich, opulent, freundlich, weich”. und Rotweine für jeden Tag bei Falstaff. Außerdem lief uns noch ein knackiger Schilcher (Lazarus 2007) über den Weg sowie ein Händler mit ungarischen Weinen (Familie Ambrus aus Freising) - die guten sind allerdings, wie so oft in Osteuropa, zu teuer.
Insgesamt ein erfolgreicher und interessanter Nachmittag, der wieder mal gezeigt hat, dass gute Weine teuer sein können, aber nicht müssen. Die Aussteller waren offenbar auch ganz zufrieden mit dem Besucherandrang, so dass wir uns schon auf das nächste Jahr freuen.
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Posted by Markus
Ich habe in den letzten Wochen die Debatten über die Weinetiketten verfolgt, etwa auf schreiberswein. Mein erster Gedanke dazu war, dass es mir natürlich auf den Inhalt ankommt. Nun habe ich jedoch beim Um- und Aufräumen im Weinkeller zwei Flaschen Schilcher von Langmann-Lex in der Weststeiermark in die Hände genommen: eine aus dem Jahr 2006 und eine andere - zugegeben übersehen und damit zu alt - aus dem Jahr 1999. Und da muss ich für meinen Geschmack sagen: ein Quantensprung in Sachen Etikett.

Und da bin ich dann doch ins Grübeln gekommen - was bedeutet das Etikett eigentlich für mich.
Denn das Etikett sagt ja erstmal, außer den Fakten, die darauf stehen, nichts über die Qualtität des Inhalts aus. Allerdings denke ich, dass man sehr wohl vom Etikett aus auf das Selbstverständnis und Eigenbild des Winzers schließen kann. Will sagen: ein mir altertümlich, unmodisch erscheinendes Etikett lässt doch darauf schließen, dass der Winzer meinem Geschmack auch in der Weinbereitung eher abgeneigt ist. Umgekehrt lässt ein Etikett, das mich anspricht, doch erwarten, dass der Winzer auch beim Inhalt mit mir auf einer Linie liegt. Beides lässt natürlich keine Verallgemeinerung zu: siehe z.B. die Weine von Emmerich Knoll, wo mich auch mehr der Inhalt als das Etikett überzeugt. Oder, andererseits, die vielen IGT Toskaner mit Sonnen oder Strahlen auf dem Etikett, die mit hypermodischem Design versuchen, sich unabhängig vom Inhalt als “Supertuscans” zu positionieren.
Demzufolge komme ich für mich zu dem Schluss: ein zeitgemäßes, aber nicht hypermodisches Etikett, lässt mich eher erwarten, dass es sich um einen Wein handelt, der gemäß dem aktuellen Stand der Weinbereitung produziert wurde. Diesen werde ich eher probieren als einen, bei dem ich aufgrund des Etiketts befürchten muss, dass der Winzer und seine Kellertechnik in den späten 60er oder frühen 70ern des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist. Letztendlich zählt dann doch der Inhalt und den muss man probieren und hier haben bei uns eindeutig die zeitgemäßen Etikettierer die besseren, wenn auch nicht einzigen, Chancen.
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Posted by Markus
Im Vergleich zu anderen Proben war es diesmal eher wieder eine Weinprobe nur von gehobener durchschnittlicher Qualität. Erfreut haben, uns die Bordeaux, bei denen wir - erst recht in der Preisklasse - sonst sehr skeptisch sind. Wie immer: solide Qualität bei den Österreichern.
Österreich: Jöbstl, Wernersdorf, Schilcher Ried Krass 2006: Paprika, weiss-pfeffrig. 8 Euro.
Österreich: Ziss, Weinviertel/Röschitz, Grüner Veltliner 2006 Mühlberg: Nase etwas zurückhaltend, schönes Pfefferl im Mund, wenig Nachhall. Verliert der etwa schon oder ist es nur der kräftige Schilcher zuvor?
Österreich: Weingut Skoff, Südsteiermark, Sauvignon-Blanc classic 2006 ,12,5% Alkohol: brennesselig, stachelbeerig, trotz hefig-petroliger Anklänge, feine struktur. Um die 10 Euro. Leider ein wenig zu warm probiert.
Italien: Giogantino, Sardinien, Vermentino di Gallura 2006 DOC, 13% Alkohol: Akazie, breit keine Säure, kein Ausdruck. Diskussion darüber, ob der Wein schnell zu alt geworden ist oder einfach Weißweine, die südlich von Trento angebaut werden, nur im Urlaub zu trinken sind…
Deutschland: Weingut Winter, Dittelsheim/Rheinhessen, Scheurebe trocken 2006: Überreife Ananas, bischen zu wuchtig und zu breit, dafür zu wenig Säure, könnte noch kühler getrunken werden. Ca. 10 Euro.
Österreich: Weingut Hirtl, Weinviertel/Poysdorf, Merlot 2006: kirschig, pflaumig, röstiger Abgang, schlanker aber charaktervoller Wein. 9,50 Euro ab Hof.
Frankreich: Chateau Barbeyron 2005, St.-Emilion Grand Cru: kräftige Farbe, tolle Nase aber im Mund mager, zarte Himbeere, schlanke Struktur (auch: “Toastbrot in der Nase”). Aus dem Zeit Probierpaket, umgerechnet ca. 10 Euro. Erstaunlich akzeptabler B-Wein.
Frankreich: Les Haldes de Luchey 2003, Pessac-Leognan, Merignac, 12,5% Alk.: voll krautig, füllig-fleischig, kräftig-schwer, Süße und Hefe. Zeit Probierpaket, umgerechnet ca. 10 Euro. Erstaunlich im Übrigen die Preisunterschiede im Internet: zwischen 13,30 Euro bei der Zeit und 17,89 Euro bei Ebrosia.
Spanien: Marques de Grinon, Toledo, Petit Verdot 2001, 13% Alk.: Farbe violett-schwarzrot, schöne Noten, Kräuterwürzig, aber kantig-beißend obwohl es doch schon ein 2001er ist. Ca. 15 Euro.
Die nächste Probe steht an für 16. Dezember: eine Blindprobe, bei der die Rebsorten erkannt werden sollen.
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Posted by Markus
Neun Weißweine, ein Schilcher und zum Schluss waren alle Flaschen leer. Wieder eine der eher seltenen Proben, bei denen sich alle Weine großer Beliebtheit erfreuten. Das Thema lautete diesmal ganz allgemein Sommerweine, ohne Spezifizierung der Region oder der Rebsorte. Dass dann eher leichte Weißweine auf den Tisch kamen versteht sich von selbst. Trotzdem mussten wir leider feststellen, dass auch für leichtere Weine aus bekannteren Regionen mittlerweile Preise zwischen 7,50 Euro und 10 Euro keine Seltenheit mehr sind. Nicht nur aufgrund seines günstigen Preises, sondern auch wegen seiner faszinierenden Noten und des ausdrucksstarken Geschmacks, war der Grüne Veltliner „Feenhaube“ vom Weingut Edlinger aus Röschitz im österreichischen Weinviertel der große Liebling der Runde. Nun zu den – mehr oder weniger – ausfühlichen Details. Eins vorab, alle Weine stammten aus dem Jahrgang 2006.
Schilcher, Ried Krass, Weingut Joebstl aus Wernersdorf in der Steiermark:
Ribiselnase (Johannisbeere), sauer, schön kalt erfrischend, aber zu wenig Kraft, 7,50 Euro.
Blanc de Noir aus der Pfalz vom Weingut Ackermann: Manche empfanden eine leichte Restsüße, ganz leicht bittere Nase, bittere Noten im Abgang. Ebenso wie beim folgenden Wein wurde auch hier diskutiert, ob das Lesegut des Jahrgangs problematisch war.
Blanc de Noir vom Spätburgunder aus Rheinhessen vom Weingut Bürgermeister Weber-Erbe, 12 Prozent Alkohol: Bitter, süßlich in der Nase und im Abgang. Möglicherweise war der Inhalt einfach kaputt? Oder liegt es am Jahrgangsbedingt schlechtem Lesegut (s.o.)?
Welschriesling vom Weingut Riegelhofer aus Poysdorf im österreichischen Weinviertel, 12 Prozent Alkohol: knackig, frisch, grün, leicht bitter. Dennoch ein typischer Sommerwein mit Charakter; 4,60 Euro ab Hof.

Welschriesling von Winkler-Hermaden aus der Südost-Steiermark mit 11,5 Prozent Alkohol: zurückhaltender als der Vorherige, “mit Handbremse”, ungefähr nur halb soviel Charakterstärke, 7,50 Euro.
Grüner Veltliner Feenhaube vom Weingut Edlinger aus Röschitz im Weinviertel: Ein Hauch von Pfeffer, deutlicher Paprika und Grapefruit, eher Sauvignon-Blanc; 4,50 Euro ab Hof. Feenhaube ist eine Bezeichnung unter der lokale Winzer ihre „einfachen“ grünen Veltliner vermarkten. Die Weine liegen in puncto Gehalt und Ausbau unter der der vielfach üblichen „classic“ Linie bei den grünen Veltlinern und deutlich unter den DAC Veltlinern.

Gelber Muskateller vom Weingut Potzinger aus Ratsch in der Südsteiermark (aus dem Probierpaket der Zeitschrift essen&trinken), 11 Prozent Alkohol: traubig-pfefrrig, Säure fängt Muskatellergeschmack sehr gut ab, ein Wein, der selbst unter Muskatellerskeptikern Freunde findet, da er sehr ausgewogen ist und den Muskatellergeschmack nicht überbetont, ca. 10 Euro.
Gelber Muskateller vom Weingut Jaunegg aus Leutschach, ebenfalls in der Südsteiermark ebenfalls aus dem Probierpaket (s.o.), 11,5 Prozent Alkohol: Süßer, nicht so filigran wie der Vorherige, Lychee, leicht Obstbitter und leicht bitter/sauer im Abgang (Orangenzeste?).
Sauvignon-Blanc von Borgo Molino in Roncadelle (Treviso), Friaul, DOC Lison-Pramaggiore an der Grenze zwischen Friaul und Venetien gelegen, : Frisch, aber leicht bitter, zu wenig typischer Sauvignon-Blanc. Aus dem lokalen Weingeschäft für ca. 5 Euro.
Die DOC Lison-Pramaggiore wurde am 3. November 1974 aus einem Zusammenschluss der drei damals anerkannten DOC Merlot di Pramaggiore und Cabernet di Pramaggiore sowie Tocai di Lison gegründet. Im Mittel werden 61.056 hl Wein hergestellt: Vorwiegend Tocai Friulano, Pinot bianco, Chardonnay, Pinot grigio und Sauvignon bei den Rotweinen überwiegen Merlot, Cabernet und Cabernet Franc (Quelle). Ein Karte und Beschreibung der Gegend befindet sich hier.
Sileni Cellar Selection Sauvignon-Blanc von Sileni Estates aus der Region Marlborough in Neuseeland, 12,5 Prozent Alkohol: Grüne Paprika, in der Nase; im Abgang NUR grüner Paprika, wird als etwas “eindimensional” empfunden, schöne Säure, “stahlig, kühl”, 9,90 Euro.
Ausblick: am 22. Juli treffen wir uns, um Roséweine und Sauvignon-Blanc zu probieren.
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Posted by Markus
Gestern haben wir die lang ersehnte Lieferung Blaufränkisch Selektion vom Weingut Limbeck sowie Schilcher Junker weiß gepresst von Weingut Langmann bekommen. Beide haben wir schon probiert. Wenn wir die nächsten Flaschen davon aufmachen, stehen Details an dieser Stelle.
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