Forum Vini München

Forum Vini – Der Weinmesse zweiter Teil und Ende

Mein Eintreffen und die erste Hälfte meines Besuchs auf der Münchner Weinmesse Forum Vini Mitte November habe ich im letzten Beitrag geschildert. Anderthalb Stunden später geht es nun weiter:

Günstige Österreicher, seltsame Portugiesen und Fahrräder

Wagram, die frühere Weinregion Donauland (bis 2007), zählt immer noch zu den nicht so bekannten Weingegenden Österreichs. Sie erstreckt sich nördlich und südlich der Donau vor Wien und umfasst nur rund ein Zehntel der gesamten niederösterreichischen Weinbaufläche. Hier kann man immer noch Überraschungen und Geheimtipps finden. Das Weingut Thomas Magerl aus Fels am Wagram präsentierte einen üppigen Grünen Veltliner der Oberklasse 2015 – der mit 12.70 Euro deutlich mehr als das Doppelte ihres restlichen Sortiments kostet. Daraus empfehlenswert die Rarität Roter Veltliner (vom Löss) für 5,10 Euro. Typischer Charakter fruchtiger, nicht ganz so trocken. Insgesamt solide Weine, denen über das Angebot hinweg aber etwas der deutliche Charakter fehlt. Sehr angemessenes Preis-Genuss-Verhältlnis.

Bei manchen Messeständen fragt man sich nach dem Grund des Auftritts: ein auffallender Stand mit lediglich zwei leichten Weinen. Einem Vinho Verde genannt Green Wine, und einem Rose, aus der portugiesischen Region Amarante, von destalo – mehr kann ich dazu nicht sagen; die Weine waren typische Vertreter ihrer Klasse, aber weder in die eine noch die andere Richtung besonders herausragend. Sofern die gut englisch sprechenden jungen Männer hier Vertriebskontakte machen wollten – worauf umfangreiches aufwändiges Marketingmaterial schließen ließ – waren sie auf einer Endverbrauchermesse vermutlich falsch.

Während ich noch darüber nachdachte, ob ein Messestand für zwei Weine auf dem Forum Vini ein Erfolgsrezept sein kann, stolperte ich über Fahrräder.

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Forum Vini Weinmesse München

Forum Vini zum 33. Mal: Weinmesse in München

Stell dir vor, du gehst auf eine Weinmesse und das erste, was du findest ist Feinmechanik. Nein, kein filigraner Wein, sondern Metall, Gewinde und Handkurbeln. Damit zäumst du eigentlich eine Weinmesse von hinten auf, denn gedacht ist die handgefertigte Maschine zum Ausgießen von Weinflaschen. Einfach reinlegen die Flasche und kurbeln, denkst du, ist auch richtig, aber der Trick dahinter ist interessant: Vor allem bei größeren Weinflaschen ändert man aufgrund des Gewichts beim Ausschenken, den Winkel in dem man die Flasche hält. Dadurch kommt der Wein in der Flasche durcheinander, was manch sensibles Gäumchen verwirren kann. Um das zu vermeiden, hat der Feinmechaniker nachgedacht und eine Maschine gebaut, die den Winkel beim Ausschenken konstant hält und zweitens Flaschen bis zur einer Größe von 18 Litern aufnimmt. Das Gerät ist natürlich ein Hingucker,

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Rotweine Toskana

Weinleichen im Keller: drei alte Italiener

12 Jahre alt und kein Fehler am Korken: Rotwein aus der südlcihen Toskana

12 Jahre alt und kein Fehler am Korken: Rotwein aus der südlichen Toskana

Wenn neue Flaschen aus den Kisten in das Regal im Keller sollen, finden sich bei mir meistens nicht Schätze, sondern Leichen: Weine älterer Jahrgänge, die einfach liegengeblieben sind. Meistens Einzelflaschen, die mit jedem Umräumen des Regals weiter nach hinten gerutscht und aus meinem Weinkurzzeitgedächtnis verschwunden sind.

Und irgendwann ziehe ich sie wieder nach vorne, um Platz zu schaffen. Dabei kommt die Erinnerung wieder an die Anlässe und Gründe der Einkäufe, auch wenn Details dazu, wie Zusammensetzung der Cuvees und Preis, natürlich fehlen. Ich bin kein Flaschenbuchhalter, deshalb gibt es keine Notizen, die das Gedächtnis stützen würden.

Und bei den Weinen handelt es sich meistens nicht um lagerfähige “große Gewächse”, sondern um gehobene Mittelklasse, die ursprünglich für den baldigen Verbrauch bestimmt war. Ein, zwei oder vielleicht auch drei Jahre zum “Einrunden” bei Rotweinen, bei Weißweinen bin ich sowieso eher der “Jungtrinker”; selten gibt es Weißweine, mit deren Alterung ich etwas anfangen kann.

Diesmal habe ich drei Rotweine aus Ribolla in der Provinz Grosseto genannt gefunden: alle drei vom gleichen Winzer, zwei verschiedene Weine, drei Jahrgänge. Ribolla liegt in der südlichen Toskana, der Maremma, am Fuße der Colline Metallifere.

Aufgetaucht sind von der Azienda Agricola I Campetti zwei Flaschen vom Baccio der Jahrgänge 2001 und 2004 sowie eine Flasche Castruccio aus dem Jahrgang 2004.

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Weiße Burgunder und Syrah – eine Weinprobe

Da es in diesem Blog um Vieles geht, ist heute wieder mal der Wein an der Reihe. In aller Kürze:

Weinprobe im Bild

Weinprobe im Bild

Der Tagessieger in Rot; rund und füllig, ohne zu schmeicheln oder zu protzen: Saronsberg Shiraz 2010, Tulbagh, Südafrika, Berts Weinexpress

Bester Weißer, weil jung und spritzig: Tabernus Weißer Burgunder 2015, Pfalz, Jacques Weindepot

Typisch weiße Burgunder, wenig Ausdruck, wenig Idee: Weingut Krebs, Baden, Binzen, Weisser Burgunder 2014, Kabinett trocken; Grauer Burgunder 2014 “Königschaffhauser Hasenberg” WG Königschaffhausen-Kiechlingsberg

Überraschung des Abends, gealtert, aber gut sehr gut erhalten und auch in der Karraffe stabil: Moss Brothers Shiraz 2002, Margaret River Australien, Australian Winestore

Wie erwartet, leider zu alt: Viljoensdrift River Grandeur Shiraz 2004, Robertson Valley, Südafrika, Berts Weinexpress

Interessante Abteilung ohne Holz von der Suppe bis zum Käse passend: Yaku Syrah 2014, Chile, Rindchen’s Weinkontor

Junge Freude, fruchtig, kräftig: Escudo Rojo, Syrah 2012, Maipo, Chile, Baron Philippe de Rothschild

Mehr erwartet, fiel im Vergleich zu anderen Roten etwas ab: Gravel Pit Shiraz 2012, Willow Bridge Estate, Western Australia, Australian Winestore

Tat sich schwer, wußte weder von Frucht, noch vom Körper zu überzeugen: Ormonde Shiraz 2012, Südafrika, Jacques Weindepot

Rot mit Weißwein, aber die Power hat gefehlt: Anura Arpeggio 2013, Syrah mit Mourvèdre und Viognier, Stellenbosch, Südafrika

Weinproben dokumentiert mit Photo Grid

Sommerliche Rosé- und Weißweinprobe mit erstaunlichen Weinen, unerwartet.

Sommerliche Rosé- und Weißweinprobe mit erstaunlichen Weinen, unerwartet.

Es ist immer wieder mühsam, bei Weinproben mitschreiben zu wollen. Einfacher ist es, die Flaschen, die geschmeckt haben, zu fotografieren. Zugegeben, dem professionellen Verkoster werden die Notizen fehlen. Zur Erinnerung jedoch, ob man einen Wein schon mal getrunken hat, ist diese Dokumentation vollkommen ausreichend. Zumal ich festgestellt habe, dass man die Notizen nur selten, wenn überhaupt noch zur Hand nimmt – es gilt vielleicht noch das Argument, dass man sich Geschriebenes länger merkt. Am schönsten sieht es aus, wenn alle Weine auf einem Bild zu erkennen sind – die Angaben reichen aus, den Rest findet Google. Ich verwende dafür die Android App Photo Grid, die kinderleicht zu bedienen ist, und auch manuelle Eingriffe erlaubt (kostenlos).

[Update] Wer übrigens Weine zum Probieren sucht, sei auf zwei Veranstaltungen in München hingewiesen:

  • Weine aus dem Burgenland (Österreich) am Donnerstag, 22. Oktober, ab 16.30 Uhr (für Amateure, für Fachbesucher schon früher). Eintritt 15 Euro, angeblich kostenlos mit Anmeldung. Details über die Veranstaltung und die Teilnehmenden Winzer gibt es hier.
  • Weininseln München am Wochenende des 23. und 24. Oktober. Insgesamt 43 Probierstationen innerhalb Münchens und 7 außerhalb – Händler, Bars, Restaurants – laden zur Verkostung ein. Los gehts Freitag ab 15 Uhr und die Abschlussparty ist für Samstagabend 20 Uhr angekündigt. Details gibt es unter Weininseln.de, der Online-Auftritt ist noch etwas dürftig, aber unter Events sind alle Termine und Orte aufgeführt, außerdem gibt es eine mehrseitige Broschüre. Mit dabei ist übrigens auch mein derzeit bevorzugter Weinshop, 225liter. (Ich selbst werde aufgrund eines privaten Termins leider nicht dabei sein 🙁 )
Auch erstaunlich: bei Burgunder tun sich die Franzosen am schwersten - oder wir sind zu modern? Weiß- und Grauburgunder sowie französische Rotweine (ohne "B").

Auch erstaunlich: bei Burgunder tun sich die Franzosen am schwersten – oder wir sind zu modern? Weiß- und Grauburgunder sowie französische Rotweine (ohne “B”).