Es gibt ihn – den Qualitätszeitschriftenjournalismus

Bewusst habe ich mir das beliebte noch (womöglich in Klammern) im Titel gespart. Ich bin schon auch der Meinung, dass die Medienkrise etwas mit der sinkenden Qualität zu tun. Deshalb möchte ich heute hier vier meiner Lieblingszeitschriften kurz vorstellen, die sich durch Qualität unterschiedlichster Art von der Masse der Publikationen im Bahnhofsladen (und erst Recht im Rundfunk) abheben – natürlich auch preislich, aber irgendwie muss Qualität ja bezahlt werden.

Ja, ich lese noch auf Holz…

…selten allerdings die Tageszeitungen, höchstens mal am Wochenende, oder eine Wochenzeitung oder ein Magazin. Aktuelle Nachrichten bekomme ich über meinen sorgfältig zusammengestellten Twitterstream am schnellsten und aus unterschiedlichen Perspektiven. Will ich bewegte Bilder sehen, gucke ich manchmal eine Nachrichtensendung aus den Mediatheken, zu einem Zeitpunkt, wann ich will.

Zeitschriften bieten, vor allem als Reiselektüren, neben dem Nachteil des Gewichts, auch viele Vorteile:

  • wenn man sie vergisst oder sie geklaut werden, ist das kein großer Verlust;
  • wenn mal Sand zwischen die Seiten kommt, ist der leicht herausgeschüttelt;
  • um sich wichtige Dinge zu merken, reißt man sie einfach raus oder knickt die Seite.
  • Und selbst der gewichtige Nachteil verkehrt sich am Ende des Urlaubs ins Gegenteil: das Handgepäck wird leichter.
  • Übrigens kann man Zeitschriften auch problemlos mit nassen Händen in der Badewanne lesen oder sich am Sofa ohne Schäden für Trägermedium und Leserhintern draufsetzen.

Und jetzt kommt die Überleitung zur Qualität: Wenn ich an etwas glaube, dann ist es das Überleben des gedruckten Bildes. Ich kann mir keinen Bildschirm und keine App dafür vorstellen, die einen Bildband oder ein Magazin mit hochwertigen Abbildungen ersetzt.

Meine Zeitschriften-Favoriten in der Kategorie

mare, brand eins, BEEF!, MUH

mare, brand eins, BEEF!, MUH

  • Bild/Haptik/optische Opulenz/Selbstironie: Beef, für Männer mit Geschmack (9,80 € für den fotografischen und gestalterischen Aufwand angemessen)
  • Engagement/Zielgruppenansprache/inhaltliche Fülle: Muh, Bayerische Aspekte (5,50 €, für die Menge an Inhalt zu billig)
  • Bild/Layout/Textqualität/inhaltliche Abwechslung/Cross-Marketing: Mare, die Zeitschrift der Meere (9,50 € hier passt alles, Text, Foto, Inhalteauswahl, deshalb ok)
  • Textfülle/inhaltliche Abwechslung und Kreativität/langer Atem: brand eins, Wirtschaftsmagazin (viel Text, viel Recherchearbeit, wenig Grafikaufwand, trotzdem angemessen 8,50 €)

 

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Eine Antwort auf Es gibt ihn – den Qualitätszeitschriftenjournalismus

  1. Irene sagt:

    OT-Link wegen des gestrigen Witzes über die bärtigen Hipster:
    http://wirres.net/article/articleview/6987/1/6/

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