Geier und Adler – warum man Programmierern glauben kann

Geier auf der Falkner-Schau auf der Rosenburg, Weinviertel, Österreich.

Geier auf der Falkner-Schau auf der Rosenburg, Weinviertel, Österreich.

Ich bin ja auch nur ein Amateurfotograf, der sich für gute Bilder begeistert und selbst versucht, die ein oder andere gute Aufnahme hinzubekommen. Nach meiner Auffassung erstaunlich gut gelungen ist mir dies auf einer Falkner-Schau. Geier und Adler sind aus der Nähe dann doch größer und schneller als man denkt – aber es hilft das Sportprogramm der Kamera und ein ordentliches Telezoom, wie man sieht.

Warum das Sportprogramm

Das Sportprogramm war geeignet, weil es alles einstellt, was man für schnelle große Vögel braucht:

kurze Verschlusszeiten, Autofokus für bewegte Motive (führt die Scharfstellung nach) und Auslösepriorität (bedeutet, die Kamera löst auch aus, wenn noch nicht scharf gestellt ist). Die kurzen Verschlusszeiten frieren das Motiv nicht nur ein, sondern haben auch den Vorteil der geringen Tiefenschärfe – das hat sich in dem Fall bewährt, weil man den Hintergrund (Publikum, Gebäude) nicht so deutlich sieht. Ohne den Nachführ-Autofokus geht es gar nicht in dem Fall, da sich die Distanz zwischen Falkner, Vogel und Publikum rasend schnell ändert, wenn der Vogel die vermeintliche Beute jagt und das auf einer Fläche von einem Viertel Fußballfeld. Die Auslösepriorität ist wichtig, um Serienbilder zu schießen – eines wird dann schon scharf, zeigt diese Erfahrung wieder.

Adler auf der Falkner-Schau auf der Rosenburg.

Adler auf der Falkner-Schau auf der Rosenburg.

Zumal es mit langen Brennweiten, in dem Fall 150-450mm KB-Format, reichlich schwierig ist, einem schnell fliegenden Vogel zu folgen oder ihn überhaupt im Sucher zu behalten. Das erste Bild einer Serie war oft ein unscharfes Etwas und das fünfte zeigte eine scharfe Flügelspitze am Bildrand.

Kameraprogramme ruhig öfter nutzen

Weshalb ich das alles für erwähnenswert halte: weil ich das Sportprogramm bisher eigentlich relativ selten nutze, und deshalb umso erfreuter war, dass es sich für diesen Anlass perfekt geeignet hat und die Ergebnisse entsprechend sind. Man darf also den Experten, die diese Einstellungen „in die Kameras hineinprogrammieren“ durchaus etwas glauben. Ich werde also zukünftig etwas mehr mit den vorhandenen Programmen experimentieren.

Bei meiner Kamera handelt es sich im Übrigen um eine Sony alpha 55. Die habe ich mir angeschafft, weil es fast eine echte Spiegelreflexkamera ist, nur etwas leichter und kleiner. Außerdem kann ich mein schönes ‚altes‘ Minolta-Telezoom damit weiterverwenden, was sich ja lohnt, wie man hoffentlich sieht.

Nachbearbeitung macht Bilder noch besser

Und zum Schluss noch: Nachberarbeitung, ja bitte. Bei dem, was sich mit Bildbearbeitung noch aus den Bildern rausholen lässt, wäre es schade, darauf zu verzichten. Auch hier bleibe ich meinem Amateurstatus treu: nix Adobe, nix Photoshop, nix Lightroom – mir reicht Snapseed auf dem Tablet (oh, da gibt es ja auch eine Desktop-Variante, sehe ich gerade, das wird eine andere Geschichte). Auch bei snapseed gibt es einige sehr gute Voreinstellungen, die sich erfreulicherweise aber, im Gegensatz zu vielen anderen Apps, nachjustieren lassen – wenn einem der Effekt zu heftig sein sollte, mein Favorit: „Drama“.

Tipp: Kamptal, Rosenburg und Stift Altenburg

Und ganz zum Schluss noch: die Falkner-Schau („Greifvogel Flugvorführungen“) auf der Rosenburg ist zu empfehlen; eindrucksvolle Adler, Geier, Falken, Eulen dezent kommentiert. Das Renaissanceschloss Rosenburg liegt im wunderschönen Kamptal in Niederösterreich, an der Grenze zwischen Wein- und Waldviertel. Empfohlen sei auch der Besuch des wenige Kilometer entfernten Stifts Altenburg, das nicht umsonst den Titel „Barockjuwel des Waldviertels“ trägt. Besonders interessant und architektonisch beeindruckend restauriert, das Kloster unter dem Kloster.

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