Outdoor-Kulturtipp: Spoerri Skulpturengarten in der Toskana

Schnittkanten an den Olivenbäumen leuchten golden, erst recht bei dem Wetter.

Schnittkanten an den Olivenbäumen leuchten golden, erst recht bei dem Wetter.

Ostern in der Toskana hat aufgrund der Überraschungen, die das Wetter bieten kann, immer etwas spannendes. Es kann schon fast sommerlich warm werden, andererseits habe ich im April auch schon in tieferen Lagen Schneeregen erlebt.

Letzteres Wetter kam mir bei dem Aufruf zum „Outdoor-Kulturtipp“ in den Sinn, denn Outdoor verbindet man ja immer mit etwas Anstrengung und Abenteuer, also für den Stadtmenschen Unbequemlichkeit im weitesten Sinne. Wir hatten also Novemberwetter zu Ostern Ende März 2008 erwischt, weshalb wir mal aus der Bude mussten, trotz Schneeregen und kühlem Wind.

Dafür sorgte das Wetter für eine ganz besondere Stimmung im Garten von Daniel Spoerri. Der Skulpturenpark wurde von dem Schweizer Künstler Anfang der 90er Jahre angelegt und ist seit 1997 zu besichtigen (von Ostern bis November). Er liegt an den Hängen des Monte Amiata, der aufgrund des schlechten Wetters manchmal schneebedeckt durch die Wolken spitzte.

Zusammen mit der Wetterstimmung bildeten die teilweise bedrohlich wirkenden Kunstwerke ein echtes Gesamtkunstwerk. Auch Ideen, wie die golden eingefärbten Schnittkanten der Olivenbäume, kamen wohl erst recht bei dem dunklen Spätwinterwetter zur Geltung. Spannend ist die Frage, wie der Il Giardino di Daniel Spoerri wohl bei heißem Sommerwetter und blauen Himmel aussieht – wahrscheinlich immer noch beeindruckend, wenn auch ganz anders.

Bedrohlich wie das Wetter: die Gänse. Der Tag des Zorns von Olivier Estoppey.

Bedrohlich wie das Wetter: die Gänse. „Der Tag des Zorns“ von Olivier Estoppey.

Im Hintergrund der schneebedeckte Monte Amiatia

Im Hintergrund der schneebedeckte Monte Amiatia

"Kreis der Einhörner" oder "Nabel der Welt" - wirkt wie ein dramatischer Kultplatz.

„Kreis der Einhörner“ oder „Nabel der Welt“ – wirkt wie ein dramatischer Kultplatz.

Eingebettet in die toskanische Landschaft, nicht klar, ob Kunst oder Alltag am Zaun.

Eingebettet in die toskanische Landschaft, nicht klar, ob Kunst oder Alltag am Zaun.

Installationen mit der Kulturlandschaft verbunden: eine Sensenallee, wo man Rosen erwartet.

Installationen mit der Kulturlandschaft verbunden: eine Sensenallee, wo man Rosen erwartet.

In dem Skulpturenpark sind über 100 Skulpturen und Installationen von 50 Künstlern zu sehen. Dementsprechend viel Zeit sollte man für die Begehung einplanen. Übrigens gibt es sogar Ferienwohnungen auf dem Gelände.

Wer noch weitere Kulturparks in der Toskana sucht, dem sei noch der Giardino dei Tarocchi von Niki De St. Phalle in Capalbio empfohlen.

Zum Schluss noch: Wie es heute zu diesem Blogpost kam?

Wieder Sonntagabend, wieder Ironbloggerpflichten nachkommen, wieder so tun, als hätte man ein Thema schon ganz lange vorgedacht und nun endlich zu WordPress gebracht. Das Gegenteil ist natürlich der Fall: ist es wirklich schon so spät, wann wird noch an dem Blog gedreht?

Doch bei der Themenfindung ist auf die Ironbloggerkollegen natürlich Verlass. Ich kann mich heute also zwischen Markus Scholz und seiner Blogparade „Eure schönsten Orte“ und Nadine Ormo mit ihrem Aufruf zum „Outdoor-Kulturtipp“ entscheiden.

Die Wahl fiel (für heute) auf Nadines Blogparade, da ich sowieso gerade in alten Bildern off- und online krame und mir deshalb wieder der Osterausflug in der Toskana in Erinnerung kam. Die „schönsten Orte“ werden folgen.

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3 Kommentare zu Outdoor-Kulturtipp: Spoerri Skulpturengarten in der Toskana

  1. Catharina sagt:

    Sehr beeindruckend – und fast würde ich mir bei einem Besuch ähnliches Wetter wünschen. Drama können die Italiener einfach gut! Ich bereue jetzt schon, meinen Florenz-Besuch Anfang Mai zeitlich so geplant zu haben, dass ich nicht noch einige Tage Toscana-Landerlebnis anschließen kann … aber das Jahr ist ja noch jung. 😉

    • Markus sagt:

      …wohl war, das Jahr ist zum Glück noch jung. Ich kenne die Toskana mittlerweile zu jeder Jahreszeit und alle haben etwas für sich: Von der brütenden Hochsommerhitze im Juli und August, bis hin zu dunklen November- und Dezembertagen. Letztere sind vor allem eindrücklich, weil das touristische Leben zur Weihnachtszeit fast ausstirbt und bei entsprechend schlechtem Wetter kaum noch jemand auf den Straßen ist; das gilt von den Stränden bis zu den Touristenzentren im Landesinneren. Sich auf ein offenes Restaurant am Land zu verlassen, kann zwischen 25. Dezember und 7. Januar echt problematisch werden, man glaubt es kaum. Viel Spaß in Florenz auf jeden Fall, bestes Bistecca Fiorentina gibts immer noch bei Mario hinter den Markthallen.

  2. Pingback: Meine Lieblingsfundstücke im März 2016 - soschy on tour

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