Weltpolitik, Handelspolitik, Zollpolitik – alles Themen weit außerhalb meiner direkten Betroffenheit. Denkste. Du wachst auf und dann heißt es, dein Handy bekommt keine Updates mehr. Weil Huawei auf der schwarzen Liste der USA steht, bekommt mein nur sechs Wochen altes Smartphone keine Updates mehr von Google. Geht’s noch? Offenbar wird es nicht ganz so heiß gegessen, wie es sich angehört hat. Dennoch, wenn ich die letzten Meldungen richtig interpretiere, dann wird es wohl für die im Markt befindlichen Modelle noch Sicherheitsupdates geben, aber zum Beispiel keine neuen Android Versionen mehr. Erst Smartphones, die noch in den Markt gebracht werden sollen, sind von Android-Aus für die Chinesen betroffen.

Betroffen ist das richtige Wort: bei unserem kleinen Blogger-Stammtisch heute Abend, hatten von sechs Anwesenden drei Huawei Smartphones dabei. Das spiegelt irgendwie die realen Marktverhältnisse wider, wonach Samsung führt, gefolgt von Huawei und Apple.

Schon seltsam: nach meinen Beobachtungen gibt es keinerlei Beweise für die eingebaute Spionagefunktion von Huawei Smartphones oder anderer Huawei Technik oder kann mir jemand eine seriöse Quelle hierzu nennen (von den Backdoors der US-Hersteller für die NSA ganz zu schweigen). Stattdessen wird nun ein Handelskrieg, den die USA, besser gesagt, deren Präsident angezettelt haben, auf dem Betriebssystem der Smartphone-Nutzer in aller Welt ausgetragen. Ein Unding, wenn uns IT-Sicherheitsexperten immer erläutern, dass man nur mit den neuesten Updates ganz sicher ist. Trump macht die Welt also unsicherer – das ist dann wohl tatsächlich so.

Ob sich mit diesen Methoden die Dominanz Chinas in punkto Fertigung brechen und das Handelsbilanzdefizit der USA senken lässt, ziehe ich arg in Zweifel. Dafür ist die wirtschaftliche Macht Chinas mittlerweile zu groß, weit über die USA hinaus, der Einfluss der USA auf China zu gering. Letzteres ist eigenlich schlimm, denn das lässt befürchten, dass Trump die Welt weiter in sein planloses Macho-Präsidentenspiel hineinzieht.

Mit dem Superweitwinkel im Huawei Mate 20 Pro: Ausfahrt aus München
Mit dem Superweitwinkel im Huawei Mate 20 Pro: Ausfahrt aus München. Der blaue Schimmer in der Bildmitte ist kein Bildfehler, sondern die Spiegelung der glänzenden “Twilight”-Oberfläche des Smartphones im Zugfenster. Eine mattschwarze Hülle wird hier Abhilfe schaffen.

Ich muss im Übrigen eine Lanze für die China-Smartphones brechen*: qualitativ einwandfreie Android-Phones mit Superkamera und angenehmer Bedieneroberfläche, weil praktisch und nicht zu aufdringlich. Für ein Huawei Smartphone spricht außerdem deren Engagement in puncto Fotografie: die Standardfotoapp ist mit vielen Extras und zusätzlichen Einstellmöglichkeiten ausgestattet, so dass Bilder in nahezu jeder Situation gelingen. Leider habe ich es versäumt, auf das P30 zu warten, sondern fotografiere jetzt mit dem Huawei Mate 20 Pro – solange mich Trump lässt.

*Die Antwort auf die Frage, wer mich überwacht, halte ich für gleich schlimm: oder ist es besser, von den guten Amerikanern, als von den bösen Chinesen überwacht zu werden, oder wo ist für mich der Unterschied bei der Überwachung – wenn man denn unterstellt, dass es sie sowieso gibt.

Dank Donald Trump schon altes Eisen: mein neues Huawei Smartphone.
Dank Donald Trump schon altes Eisen: mein neues Huawei Smartphone.

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