Alle Jahre wieder – die Ismaninger Winterlaufserie


Ironblogger Kollegin Eva hat mich mit ihrem Blogpost inspiriert, nach gefühlten sieben Jahren auch mal meine Gedanken zur Ismaninger Winterlaufserie niederzuschreiben. Für alle, die sich umfangreichere Recherchen (sprich hier klicken) sparen wollen, sei kurz gesagt, worum es geht: Seit der Wintersaison 1990/91 organisiert die Leichtathletiktruppe des TSV Ismaning (vor den nordöstlichen Toren Münchens) eine Winterlaufserie. Diese besteht aus je einem Lauf im Dezember, Januar und Februar, wobei die Distanzen von 13 km, auf 17 km auf Halbmarathon (21,4 km) steigen. Zwischen den Läufen liegen immer rund vier Wochen.

Hier meine Gedanken dazu, mit verblassenden Erinnerungen an die letzten Jahre und noch ganz frisch von heute Vormittag.

Blick aus der S-Bahn um acht Uhr heute früh.

Blick aus der S-Bahn um acht Uhr heute früh.

  1. Es ist, zumal wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, immer zu früh am Sonntag. Der erste Shuttle-Bus bringt einen 1,5 Stunden vor Start an den Sportplatz Ismaning. Wofür, keine Ahnung. Heute habe ich auch noch aus Versehen die frühere S-Bahn gerade noch erwischt. Mein Pech.
  2. Wenn es nicht komplett gefroren ist (deutlich unter minus fünf Grad), ist immer eine Sauerei dabei. Heute z.B. 13 km über ziemlich gefrorenen, aber nicht harten oder rutschigen Boden gelaufen mit piccobello Schuhen. 50m über den (neuen, nicht gepflasterten) Parkplatz gegangen, machen eine Großreinigung von Auto (nicht meins 😉 und Schuhen notwendig.
  3. Der Stadionsprecher ist überflüssig – gabs heute überhaupt einen? Den Aufwand für den Lautsprecher können sich die Organisatoren eigentlich sparen, da sich weder im Start- noch im Zielraum jemand länger als nötig aufhält. Beim Zieleinlauf erwischt er ungefähr jeden Dritten, dessen Zeit er ansagen kann, wofür?
  4. Zuschauer sind um die Jahres- und Uhrzeit verständlicherweise kaum vorhanden. Dafür ist die Stimmung unter den Läufern gut.
  5. Die Stockschützenhalle, die als Verpflegungs-, Messe- und Sammelraum dient, ist nach wie vor ohne Vorhang. Das sorgt für wenig Spaß und viel Kälte, insbesondere bei den Organisatoren und Verpflegern, die sich länger und ohne Lauf in der Halle aufhalten müssen, vermute ich.
  6. Durfte man heute endlich wieder auf  der Straße bis zur Röhre laufen – in den letzten Jahren, seit Einführung von zwei Startblocks, sperrte die Polizei die Straße nicht mehr. Die Läufer drängelten sich deshalb auf dem Fahrradweg 300 Meter bis zur engen Unterführung, bevor sich die Meute nach dem Abzeig auf den Isarweg dann auseinanderzieht.
  7. Obwohl die Strecke an der Isar und durch den Wald und entlang an Wiesen verläuft, ist sie erstaunlich eintönig. Abwechslungsreichtum gibt es für mich nur bei extremen Wetterbedingungen – sehr sonnig und warm oder Schnee (-regen) bzw. Kälte. Insbesondere die Strecke entlang der Strommastentrasse scheint für mich immer kein Ende zu nehmen.
  8. Die Webseite der Laufserie ist so altbacken, dass es fast schon wieder schön ist. Auf Facebook gibts grade mal eine Veranstaltung (erstellt am 19.11.), nach Twitter frage ich gar nicht. (Pro-Tipp: wie wäre es mit einer Umstellung auf WordPress…?)

Wer jetzt meint, er könne sich die Serie sowieso sparen, hat sich natürlich getäuscht. Warum?

Meine Startnummer Ismaninger Winterlaufserie 2013/13

Meine Startnummer Ismaninger Winterlaufserie 2013/13

  1. Die Termine motivieren dazu, auch während der kalten und dunklen Jahreszeit nicht mit dem Training nachzulassen.
  2. Krapfen, Lebkuchen und heißer Tee im Ziel schmecken nie so gut, wie beim Ismaninger Winterlauf.
  3. Nur die Harten kommen in den Garten – mit Freunden motiviert man sich besser, auch wenn es nicht so spaßig ist.
  4. Ist der Lauf generell sehr gut organisiert. Dass die Architekten immer genauso viele Damen- wie Herrentoiletten bauen, ist eines der ungelösten Mysterien der Menschheit (vielleicht beginnt der Shuttle-Service deshalb so früh, damit sich die Damen schon mal rechtzeitig anstellen können…?).
  5. Großer Dank an die Samba-Truppe, die unverwüstlich jedes Jahr die ersten und letzten Meter bei Start und Ziel versüßt.
  6. Großer Dank auch an die Streckenposten, die teilweise mit Musik, Ratschen und Händeklatschen für Abwechslung und Motivation sorgen.

Insofern muss ich vielleicht den einleitenden Tweet etwas relativieren. Wenn man dann mal läuft und vor allem im Ziel eingelaufen ist, ist doch ein bisschen #funbeimrun dabei.

 

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2 Kommentare zu Alle Jahre wieder – die Ismaninger Winterlaufserie

  1. Eva sagt:

    Hi Markus, interessanter Beitrag 🙂
    Ich bin ja das erste Mal dabei gewesen, und fand die Strecke gut… wahrscheinlich, weil es eine ideale Abwechslung zu meinen sonstigen Strecken Oly-Park und Nymphenburger Park ist… ich fand den Boden ideal (wir haben Winter!), den heißen gesüssten Tee super und die Organisation ebenso. Nur der Rückweg auf dem offenen Feld war nicht sehr spannend – aber ich kenne ja auch nur die Serie im Olympia-Park, und immer 5km Runden zu laufen ist definitiv nicht der Hit.
    LG, Eva (beim 17 km dann auch persönlich, am besten vorher, denn dann bist du weg 🙂 )

  2. Pingback: Winterlauf in Ismaning – zweiter Teil | Pflugblatt* (beta)

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