Mit dem Zug im Herbst durchs Chiemgau

Pendeln im Herbst

Hier geht es nicht um Esoterik, sondern ums Zug fahren, und zwar im Herbst. Seit einiger Zeit pendle ich regelmäßig auf der Strecke Salzburg-München.  Dort fährt der Meridian oder der Eurocity der Deutschen Bahn. Zugfahrten an sich schätze ich, da ich mich auf mich konzentrieren kann und nicht auf andere Verkehrsteilnehmer achten muss. Im Meridian habe ich in der Früh das Glück, aufgrund des Einstiegs eine gute Stunde vor München, immer einen Sitzplatz mit Tisch und Steckdose zu ergattern. So kann ich bequem lesen oder arbeiten oder arbeiten und lesen und nebenbei zur Sammlung, zur Besinnung aus dem Fenster schauen. Wenn Jahreszeit und Wetterstimmung passen, kann es allerdings sein, dass ich am Fenster hängenbleibe. So geschehen in den letzten Tagen des goldenen Oktobers. Wie schöne wäre es, ich könnte all diese Momente in Ruhe mit einer ordentlichen Kamera und nicht nur durch die Zugscheibe festhalten. So bleiben leider nur die Aufnahmen per Smartphone und etwas Nachbearbeitung mit Snapseed.

 

Salzburger Land unterwegs mit dem Oldtimer

Salzburger Landpartie

Festspielhaus, Festung, Dom, Museen, Gastronomie und Galerien; die Stadt Salzburg ist so reich an Attraktionen, dass das Umland oft in den Hintergrund tritt. Dabei gibt es im Salzburger Seenland auch zahlreiche attraktive und leckere Ziele, die als Kleinod zu beschreiben, viel zu kurz greift. Nur drei Beispiele: das berühmteste Weihnachtslied der Welt, „Stille Nacht, Heilige Nacht“, hat hier seinen Ursprung; ein Porsche-Enkel lässt seine Oldtimer-Sammlung ausstellen und eines meiner Lieblingsbiere kommt von hier: Trumer Pils. Im Rahmen der Salzburger Bloggerkonferenz „Salt and the City“ waren die Teilnehmer am Sonntag nach der Konferenz eingeladen, alle drei Attraktionen zu besuchen, Landpartie mit dem Oldtimer inklusive.

Jetzt folgt der Standardsatz mit dem Wettergott, der kein Einsehen hatte. Wobei es, glaube ich, weniger an Einsehen mangelte, eher an Koordination. Denn am Konferenztag, während wir fast durchgehend Drinnenprogramm hatten, strahlte draußen die Sonne. Zur Landpartie wurden wir dagegen standesgemäß vom Salzburger Schnürdlregen empfangen. Den Etappen tat dies keinen Abbruch, wenngleich sich die Organisatoren (ja und auch die Fotografen), sicherlich den blauen Himmel des Vortags gewünscht haben.

200 Jahre Stille Nacht, Heilige Nacht

Am 24. Dezember 2018 jährt sich die Uraufführung von Stille Nacht, Heilige Nacht, des berühmtesten Weihnachtsliedes der Welt, zum 200. Mal. Dabei war das Lied in seinen Anfangsjahren mehr Geheimtipp, als Hit.

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Salt and the City

sbgatc17: Das Salz in der Blogosphäre

Salt and the City

Begrüßung durch die Organisatorinnen der Bloggerkonferenz Salt and the City in Salzburg

So versteht Google nie, was ich meine. Das zumindest ist sicher: ein lokaler Hashtag (Salzburg and the City 2017) und zwei Begriffe von denen einer nichts mit dem anderen zu tun hat. Das muss Google verwirren. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass die künstliche Intelligenz, die Google derzeit bieten kann, auf dem Niveau eines sechsjährigen ist. Das heißt Ironie, Wortspiele und subtile Andeutungen gehören noch nicht zum Denkumfang der im deutschsprachigen Raum beliebtesten Suchmaschine. Und jetzt auch die Keywords, Salz und Blogger nicht in den drei ersten Sätzen verwendet, so wird das nie etwas…

Salt and the City: Instawalk am Freitag. Mit Siemens Österreich durch die Altstadt. Im Bild: Fremdnutzung eines Siemens Pollers.

Salt and the City: Instawalk am Freitag. Mit Siemens Österreich durch die Altstadt. Im Bild: Fremdnutzung eines Siemens Pollers.

Auf die richtige Prise SEO kommt es an

Das war auch die Erkenntnis, des SEO-Vortrags auf der Salzburger Bloggerkonferenz „Salt and the City“, die am Samstag, 30. September 2017, stattfand. Christoph Huber wollte mit SEO-Mythen aufräumen und verunsicherte uns dabei eigentlich wieder alle, denn einen fixen Regelkatalog gibt es nicht. Von allem etwas, aber nicht zu viel und nicht zu plump, denn das merkt selbst ein sechsjähriger, also die jungen Google-Algorithmen. Aber wonach sollen sich Blogger richten? Letztendlich, an Standards halten, so dass der Google-Seitenleser (Crawler) alles versteht; und Keywords eindeutig verwenden.

In Frage gestellt wurde etwa die Notwendigkeit von Tags in Blogs, insbesondere, da in WordPress für jeden Tag eine neue Seite angelegt wird – das macht es für den Crawler mühsamer eine Seite zu durchsuchen. Für die strukturierte Ordnung empfahl Huber auf die unkontrollierte Verwendung von Tags zu verzichten und stattdessen die Kategorien einzusetzen.

Salt and the City: SEO-Mythen entzaubert

Salt and the City: SEO-Mythen entzaubert

Und vor allem gilt: relevant sein. Allerdings, der Vortrag zur Relevanz fehlte, wie in so vielen Konferenzen. Auch auf die Frage, wie man mit einem Apfelstrudelrezept, dem Tausendsten oder Zehntausendsten, relevant werden könnte, wusste niemand so recht eine Antwort. Erschwerend kommt hinzu, dass bei populären Themen, Backen, Reisen, Kochen,Mode etc., viele kommerzielle Anbieter unterwegs sind, die sich mittels bezahlter Werbung bei den Nutzern nach vorne spielen und dadurch Klicks generieren, die von Google wieder als Relevanz bewertet werden (oder auch nicht, wer weiß das schon…). Ein Vortrag, der hoffentlich dabei hilft, SEO als das einzuordnen, was es ist: eines von mehreren Werkzeugen sichtbar zu werden, aber nicht das allein selig machende Tool zum Erfolg.

Die richtige Stimme würzt jeden Vortrag

Den Einstieg machte am Samstag um zehn Uhr Arno Fischbacher. Der Stimmcoach erinnerte uns gleich zu Beginn wieder an die vielen Fremdschäm-Videos auf YouTube. Verkorkste Haltung und verklemmte Stimme bedingen einander und führen zu peinlichen Auftritten. Manche, die Experten in ihrem Fachgebiet sind, glauben es reicht, einfach mit Kamera und Mikro draufzuhalten; stimmt nicht sagt Fischbacher: „Voice sells“.

Salt and the City: Voice Sells mit Arno Fischbacher

Salt and the City: Voice Sells mit Arno Fischbacher

Während der Vortrag am Anfang etwas Columbo-Like von da nach dort schlingerte, nahm er nach dem ersten Drittel Fahrt auf und schärfte das Bewusstsein dafür, dass Körperhaltung und Stimme miteinander verbunden sind; und dass der Raum, der den Vortragenden umgibt, mit der Stimme „gefüllt“ werden muss. Der professionelle Redner, Coach, Schauspieler und Sprecher gab selbst die besten Beispiele: Schnellsprecher, Leiseredner, Äh-Sager usw. Lässt sich in 45 Minuten die Stimme trainieren – sicher nicht; aber es lässt sich das Bewusstsein dafür schärfen, was eine gute Stimme ausmacht und dass es Wege gibt, dorthin zu kommen. Ein gelungener Start in den Konferenztag.

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Einfach umdrehen: See auf dem Kopf. Tauplitzalm, Steiermark, Österreich.

Tipp: Fotobuch für bessere Bilder

Ich habe zu Dunkelkammerzeiten, zwischen 14 und 20 Jahren, schon mal versucht, mir mit Hilfe des ein oder anderen Fotobuchs einen besseren Blick anzulesen. Das fiel mir aber schwer, weil sie entweder Grundlagen behandelten, die ich schon kannte und verstand; oder weil sich viele Fotobücher so sehr mit Theorien der Bildgestaltung befassten, dass das Aufnehmen guter Bilder in den Hintergrund trat. Ich verlegte mich dann darauf, Fotobände anzusehen oder Fotozeitschriften durchzublättern oder besuchte hie und da Fotoausstellungen. Dabei reizen mich im Wesentlichen zwei Genres: Reportagen und Landschaften. Bilder, die sofort etwas in mir auslösen, spannende, traurige, dramatische Geschichten oder schöne Landschaften (gerne auch mit menschlichen Eingriffen).

Warum beachte ich ein Foto?

Ich glaube, wenn man beim Betrachten von Bildern plötzlich inne hält und zunächst nicht weiß warum, dann löst das Bild etwas in einem aus. Bei einem Bild, das einem überhaupt nicht gefällt, frage ich mich „Warum“? Warum wurde das Bild gemacht und warum hat es jemand ausgestellt; was hat das Bild besonderes, das ich nicht erkenne oder nicht verstehe, das versuche ich zu ergründen.

Wenn mir das Bild gefällt, frage ich mich genauso „Warum“. Warum verweile ich; was ist es, das den Impuls der Freude auslöst. Bei Reportagen ist es neben dem Interesse (oder Voyeurismus?) eher die Bewunderung, wie ein Fotograf, etwa im Krieg oder bei Katastrophen, die Ruhe bewahren kann. Bei Fotos frage ich oft auch nach der technischen Komponente: wie hat der Fotograf das gemacht. Kann ich das nachvollziehen oder kann ich vielleicht sogar nachmachen. Das ist, glaube ich, ist dann der Unterschied zwischen einem Künstler und einem guten Handwerker.

Foto-Künstler und Foto-Kopierer

Der Künstler (oder Kreative) schafft etwas Neues, Eigenes, noch nie dagewesenes. Der gute Handwerker schafft eben solche Dinge wie der Künstler, macht ihn aber nur nach, kopiert mehr oder weniger gut. Ich bewundere Fotografen, die es schaffen, einen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln. Mir reicht es, wenn ich es schaffe, Bilder, die mir gefallen, nachzumachen. Inspiration dafür können Bildbände sein, Ausstellungen, Fotomagazine, aber auch Reisebildbände oder sogar gute Postkarten oder Prospekte von Kamera- oder Objektivherstellern.

Anders ist es mir jetzt mit dem Fotobuch „Sehen und Gestalten“ von David duChemin aus dem dpunkt.verlag gegangen. Das Buch gelangte zufällig zu mir. Irgendwo in diesem Internetz habe ich gelesen, dass das Buch kostenlos als Download verfügbar ist. Diese Chance habe ich genutzt und das PDF dann auf mein Tablet geladen. Dort lag es dann bis auf den Weg in den Urlaub. Auf der 12-stündigen Fahrt von München nach Ostfriesland habe ich die ersten Kapitel gelesen und war begeistert.

Kapiteleinstieg. Sehen und Gestalten.David duChemin. dpunkt.verlag, Heidelberg, 2014

Sehen und Gestalten. David duChemin, dpunkt.verlag, Heidelberg, 2014

Endlich ein Autor, der in einfachen Worten beschreibt, warum ein Bild wirkt. Endlich ein Autor, der gute Bilder als Beispiele anführt, aber nicht mit theoriebegleitenden Bildern langweilt oder mit hyperperfekten Fotos den Leser frustriert. Endlich ein Autor, der zugibt, dass es zwar viele Theorien gibt, diese aber nicht strapaziert, sondern in leicht verstehbaren Bildern zeigt und immer wieder betont, dass alleine die korrekte Einhaltung der Theorie kein gutes Bild macht. Der Autor schreckt auch vor Photoshop und Filtern nicht zurück. Weiterlesen

Leben mit Alexa- Amazon Echo

Seit ungefähr zwei Monaten haben wir mit Alexa von Amazon nun ein weitere Dame im Haus. Zusammenfassend kann ich feststellen: Alexa hört ziemlich brav und macht meistens das, was man ihr aufträgt. Allerdings gibt es Beschränkungen. Und manchmal ist das, was man gerne hören würde, schwer zu verstehen. Und überhaupt fragt man sich manchmal, ob man Spracherkennung und eine neues elektronisches Gerät braucht und will. Alexa ist übrigens einer von vier „Namen“ mit dem man den Amazon Echo steuern kann.

Ich tippe das hier übrigens auf normaler Tastatur in die WordPresse – warum Alexa keinen „Sprache-in-Text-Modus“ hat, bei dem Aufwand, der in die Sprachempfangsfunktion gesteckt wurde, ist mir schleierhaft. Ein wesentliches Feature, das fehlt, aus meiner Sicht.

Dass sie brav hört, hat mich anfangs am meisten an der kleinen schwarzen Säule von Amazon erstaunt, die derzeit bei uns in der Küche steht. Als Kurzzeitmesserersatz bleiben beispielsweise die Hände frei, wenn man in der Küche hantiert, das ist komfortabel. Wenn die Hintergrundgeräusche allerdings zu laut werden, tut sie sich manchmal schwer. Blubberndes Kochwasser, laufender Geschirrspüler und Unterhaltungen im Hintergrund erfordern manchmal schon zwei bis drei Kontaktaufnahmen.

Anders ist es, wenn man frühmorgens alleine die Küche betritt Weiterlesen

Baltrum Nordsee Wattenmeer Strand

Einmal Wattenmeer und zurück

Wenn man aus Bayern kommt und im Wattenmeer der Nordsee steht, fragt man sich schon, mit was das vergleichbar ist: Berge, Gletscher, Lawine…? So richtig passender Vergleich ist uns keiner eingefallen. Nur so viel: wer im Wattenmeer nicht aufpasst und sich nicht an die Regeln hält, ist genauso verloren, wie jemand, der unvorsichtig, nicht richtig ausgerüstet und unerfahren eine anspruchsvolle Bergtour unternimmt. Die Einheimischen sind hier, wie überall in der Natur, im Vorteil, weil sie die Bedingungen kennen. Für Touristen sind die Gezeiten ein faszinierendes Schauspiel und das Wattenmeer ein einzigartiges Ökosystem, das man genauer unter die Lupe nehmen sollte – mit einem Wattführer natürlich. Auch wir profitierten von seiner Ortskenntnis und Erfahrung, nicht nur seinem Wissen.

Wattführer gibt es praktisch auch wie Sand im Wattenmeer; einige vermarkten sich gut, auch via Internet; Handzettel gibts im Touristenamt. Wir haben uns für eine Tour entschieden, organisiert vom Nationalpark. So hatten wir nicht die Qual der Wahl und das Nationalparkhaus auf der Insel Baltrum, genannt „Gezeitenhaus“, unserem Urlaubsstandort, empfiehlt sich immer schon durch seine engagierte Leitung, spannende Führungen und abwechslungsreiche Ausstellungen. Wenn Wanderung, dann schon von A nach B und nicht im Kreis, also wollten wir vom Festland zurück auf die Insel; das erschien uns praktisch, weil wir dann quasi zum Abschluss der Wanderung „zu Hause“ sind.

Wattenmeer: es gilt der Fahrplan der Gezeiten

Nun ist das mit den Gezeiten so eine Sache, eigentlich nicht kompliziert, ändern sich aber jeden Tag; der Gezeitenkalender, einschließlich Badezeiten, wird zur täglichen Anlaufstelle am Smartphone. Entsprechend ändern sich auch die Abfahrts- und Ankunftszeiten der Schiffe für die Überfahrt täglich. In unserem Fall mussten wir das Schiff um sieben aufs Festland nehmen, damit wir um elf an der Wanderung vom Festlandshafen in Neßmersiel zurück nach Baltrum teilnehmen konnten.

Schlimm war nicht nur das für Strandurlaubsverhältnisse frühe Aufstehen; für Abwechslung sorgt wenigstens die Überfahrt mit dem Schiff. Schlimm war bei der Ankunft am Hafen in Neßmersiel das schlechte Wetter und das geschlossene Restaurant über dem Strandbad. Dafür entsprach der Warteraum allen Vorurteilen: grelle Neonröhren beleuchteten lieblose Resopaltische und Plastikstühle; geheizt wurde durch zwei Automaten, einer für Getränke und Suppen der andere für die üblichen Süßigkeiten. Dass ein Zeitungskiosk fehlte, wurde durch schnelles WLAN wettgemacht. So ließen sich die dreieinhalb Stunden Wartezeit leichter überbrücken, zumal bei dem Nieselregen vor der Türe.

Der Regen wurde allerdings von Stunde zu Stunde schwächer und die Wolkendecke verlor ihr grau etwas und lichtete sich, Belohnung fürs Warten. Ab halb elf sammelten sich immer mehr Leute im Warteraum.  Man begutachtete gegenseitig die Ausrüstung: Ölzeug, Outdoorjacke, Gore-Tex-Umhang, Turnschuhe, Strandschlappen, Badeschuhe.

Wir vertrauten auf den Rat unseres Wattführers, der uns persönlich am Tag nach der Buchung nochmal angerufen hatte:

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Traunstein, Blick

Ich bin dann mal wieder da…

Wenn es im Blog ruhiger wird, ist es erfahrungsgemäß woanders etwas weniger ruhig. So auch bei mir: nicht nur die familiäre Anbindung des Autors an Partnerin mit K1 und K2 als sogenannten „Beutekindern“, sondern auch mit K3 als eigenem Nachzügler, verändern den Lebensrhythmus. Auch der Standort hat sich verändert, da natürlich für eine fünfköpfige Familie inklusive Baby die zentrale Stadtwohnung nicht mehr ideal erschien.

München, Blick

Letzter Blick von der Münchner Terrasse auf Alten Peter und Neues Rathaus (zwischen den Häusern im Hintergrund; in Wirklichkeit stehe ich schon auf der Fläche der Nachbarn).

Statt, wie die letzten zwei Jahre, aus der Mitte der bayerischen Landeshauptstadt bloggt und arbeitet* der Autor nach dem im Juni abgeschlossenen Umzug nun vornehmlich aus dem Herzen des Chiemgaus in Oberbayern. Ich sitze nun in der Kleinstadt Traunstein (20.000 Einwohner), rund zehn Kilometer östlich des Chiemsees gelegen, knapp 40 Kilometer vor der bayerisch-österreichischen Grenze bei Salzburg und damit ziemlich genau 100 Kilometer von München entfernt. In Kürze: Leben und Arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Traunstein, Blick

Wenn es im Dachgeschoß nicht zu heiß ist, bietet sich mir dieser Blick von meinem Schreibtisch.

So ist die Lage. Und sie ist nicht schlecht. Ich besinne mich auf den Blog zurück aus mehreren Gründen: abgesehen von der Grundmotivation (selbstbestimmtes Publizieren im Internet) bin ich

  • Mitglied im Bloggerclub e.V. und sollte alleine deshalb wieder etwas Schwung auch in meinem Blog bringen;
  • soeben wieder „aktives Mitglied“ der Ironblogger München geworden (habe mich also von 30 Euro Schulden befreit und bin nun wieder in der wöchentlichen Blogpflicht), schätze allerdings die Gesellschaft der Ironblogger sehr, weshalb es mich in die Runde zurück zog;
  • auf das erste Treffen der Chiemgau-Blogger eingeladen, was ich unbedingt unterstützen will;
  • für Salt and the City angemeldet, die „Blogger-Konferenz aus Salzburg. Von Bloggern für Blogger.“ Da sollte man selbst auch bloggen.
  • auf einigen anderen Social-Media-Kanälen vertreten, u.a. Twitter, für die ein Blog die ideale Ergänzung ist.
  • beruflich unter anderem auch in Sachen Social Media unterwegs und mache etwas mit Medien und viel mit Content. Weitere Erfahrung mit einem eigenen Blog schadet da nicht.
  • immer noch am ausprobieren und möchte noch Storytelling-Tools und Podcast mit in meinem Blog einbringen (deshalb heißt der Blog auch mit vollem Namen „pflugblatt beta“ weil er nie fertig ist, genauso wie die Beiträge);
  • last but not least über einige interessante Blogprojekte gestolpert, die mich darauf gestoßen haben, dass mir mein eigener Blog doch auch wichtig ist, z. B. die „Zeit für Optimisten“, die „Blogs wieder great machen“ will.

Drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe. Bis spätestens nächsten Sonntag wieder in diesem Theater. Übrigens: ich werde kein Mami-, kein Papi- und kein Chiemgau-Blogger werden, sondern werde ein „über-alles-mögliche-bloggen“-Blogger (S. Dehler) bleiben.

* zum Thema „Arbeiten“: Ich halte mich für einen „hyperprivilegierten“ Arbeitnehmer, da in meiner Agentur die Präsenzpflicht quasi aufgehoben wurde und das Motto „Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsort“ (so nennt es Microsoft) maximal ausgeschöpft werden kann. Ich pendle im Durchschnitt zwei Tage die Woche von Traunstein ins Büro in die Münchner Innenstadt oder auf Termine. Details dazu in einem späteren Blogbeitrag.

re:publica Berlin 2017

re:publica 2017: zwischen Nerd, Mainstream und VR

re:publica Berlin 2017

Treffpunkt und Hingucker: der Logowürfel in der Mitte des Innenhofs.

Mir hat etwas gefehlt dieses Jahr auf der re:publica, mir persönlich; und zwar fast anderthalb Tage der Veranstaltung. Aus privaten Gründen war die Anreise sowieso erst für Montag früh geplant; berufsbedingt bin ich dann erst Montagmittag in München losgekommen und am Dienstagvormittag habe ich von Berlin aus gearbeitet. Leben und Arbeiten eines #wolkenworker.

Am Ende hat sich beim mittlerweile obligatorischen Abschlussessen im Zsa-Zsa-Burger (Motzstr. 28, Tipp: Strawberry Fields Burger mit Camenbert und Erdbeeren, medium rare) herausgestellt, dass es auch anderen so ging, die später kamen. Damit sei die Frage beantwortet, warum es für die re:publica keine Tagestickets gibt. Es ist einfach eine Veranstaltung, die zum Eintauchen gedacht ist, und das geht nur, wenn man von Anfang bis Ende dabei ist. Es ist keine Business-Konferenz, auf der man nur einen Speaker oder eine Session verpasst, sondern man verpasst das langsame Eingrooven und das besingliche Ausgrooven, Mama.

Ankunft auf der re:publica, in Stimmung kommen

In der Tat waren meine Gefühle eher negativ, als ich mich am späten Dienstagvormittag Richtung Veranstaltungsort Station am Gleisdreieck aufmachte. Stress in der Arbeit und dann raus in eine volle Veranstaltung mit vielen Leuten auf ein Gelände, das wieder neu sortiert war, so schien es. Auf der Zugfahrt nach Berlin hatte ich mir noch schnell in der App ein persönliches Programm zusammengeschlampert. Und dann stehst du da; gut gelaunte, vernetzte Leute überall, jeder in re:publica Mood, mit viel reden und viel Innovation und Engagement, jeder in bester Stimmung, doch mir fehlt die Orientierung. Hilfreich ist es da, „alte“ Bekannte wieder zu treffen: die geben Halt und reißen einen mit (wenn sie schon den zweiten Tag da sind). Und so gings dann doch zügig in die erste Session.

re:publica Berlin 2017

Heißt er eigentlich noch Affenfelsen? Netzwerken, Entspannen, Kommunizieren, Arbeiten auf der re:publica

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Ein Mensch aus Eisen mit Bier in der Hand: das muss ein Ironblogger sein.: gesehen auf dem Hofbräuhaus in München, vor weiß-blauem Himmel.

Farbgedanken zur Blogosphäre und überhaupt

Schloss Schleissheim, Lustwandeln

Mit blauer Schärpe in der Schlacht: Unumschränkter Herrscher, der bayerische Kurfürst Max Emanuel. Vom Blogger entdeckt beim #Lustwandeln

Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten.*

Das gilt ja irgendwie auch ein bisschen für die Münchner Blogosphäre, zumindest in meinem Dunstkreis, wie ich meine Filterblase oder meine Timeline lieber nenne. Wir bloggen über alles: Draußensein, Sport, Reisen, Essen, Fotografie, EDV, Kultur, Mode – aber Politik und politisierende gesellschaftliche Themen, dafür scheinen sich die Münchner Blogger dann doch etwas zu fein zu sein. Oder woran liegt es, dass Blogger Politik nur mit spitzen Fingern anfassen? So kann es einem zumindest vorkommen, wenn man die ersten zehn Beiträge der Blogparade weiß-blau / blau-weiß der Münchner Ironblogger liest:

Es geht um Vieles, um Farben, um Wasser, um Nivea (oder besser gesagt Creme 21), um Bilder und um Museen, aber um Bayern – die Heimat des weiß-blauen – geht es höchstens indirekt (zum Beispiel in den bayerischen Museen oder Landschaftsmotiven). (Und um „Schalke“, den Fußballclub mit den blau-weißen (nicht weiß-blauen!) Farben, geht es bei den Münchner Ironbloggern schon gar nicht.)

Draußen (Outdoor) unter weiß-blauem Himmel: auf den Heuberg.

Draußen (Outdoor wie Blogger sagen) unter weiß-blauem Himmel: auf den Heuberg.

Dabei könnte das vorgegebene Farbthema weiß-blau / blau-weiß der Blogparade durchaus Anlass für eine politisch gefärbte Reizwortgeschichte bieten:

  • Sind die Schwarzen so erfolgreich wegen Bayern oder ist Weiß-Blau-Land so erfolgreich wegen der CSU?
  • Sind die Roten im Weiß-Blau-Land so erfolglos wegen der Schwarzen oder eher wegen sich selbst?
  • Sind die Grünen in Bayern überhaupt erfolgreich und warum nicht erfolgreicher?
  • Wer sind die freien Wähler und warum heißen sie nicht die freien Politiker und welche Farbe haben sie eigentlich und sind sie außerhalb des weiß-blauen Dunstkreises auch irgendwie erfolgreich?
  • Warum wurden die Gelb-Blauen (ha, blau!) nach der erfolgreichen Regierungsbeteiligung mit den Schwarzen in Bayern, doch wieder nur die erfolglose FDP?
  • Wenn es rechts neben den Schwarzen keine Demokraten mehr gibt, wie erfolgreich wird dann die AfD in Bayern (ich habe nichts von braun gesagt)?
  • Sind links von den Schwarzen die orangen von der ÖDP oder sind die mehr rechts von Grünen, aber wo sind dann die roten, falls die überhaupt sind, in Bayern, s.o.?
Ob blau-gelb eine Erfolgsformel bleibt: hoffentlich, unter weiß-blauem Himmmel mit #PulseofEurope

Ob blau-gelb eine Erfolgsformel bleibt: hoffentlich, unter weiß-blauem Himmmel mit #PulseofEurope

Ist alles nur eine Frage der richtigen Farben – denn welche Partei außer der CSU hat eigentlich noch nennenswert weiß-blau in ihrem Farbraster? Oder kupfert jetzt die AfD dieses Erfolgsrezept ab? Und wenn Erfolg, warum sind die rot-weißen Bayern im Fußball so erfolgreich und die weiß-blauen 60er so wenig? Am weiß kann es also nicht liegen, also doch am rot – aber mit Blick auf die Roten im Landtag… Aber halt: im schwarz-goldenen (Stadtfarben nicht Lokalregierung) München sind doch regelmäßig die Roten an der Macht.

Ist der rot-weiße Fußballverein aus dem schwarz-goldenen (Stadtfarben!) München den blau-weißen aus Schalke deshalb überlegen, weil er aus dem weiß-blauen – NICHT blau-weißen – Bayern kommt?

Sicher unterwegs zum Essenstagebuchschreiber: Kurier in weiß-blauer Uniform vom Feinkosthaus Dallmayr in München

Sicher unterwegs zum Essenstagebuchschreiber: Kurier in weiß-blauer Uniform vom Feinkosthaus Dallmayr in München

Fragen über Fra…, naaaa Farben – Farben über Fragen, Fragen über Farben. Apropos, Vorschlag für die nächste Blogparade, eben zu München: schwarz-gold / gold-schwarz; wäre vermutlich ähnlich offen, abstrakt und kreativ. Dann doch lieber schwarz-weiß, mit schönen Fotos und so?

weiß-blau/blau-weiß: schwarz-weuß geht auch draußen: Blick vom Hirschberg (Oberbayern)

weiß-blau/blau-weiß muss nicht sein, schwarz-weiß geht draußen auch: Blick vom Hirschberg (Oberbayern)

Wer konkrete Antworten auf die abstrakten Farbfragen weiß, darf sie gerne als Kommentar unten platzieren.

Gestern hat sich übrigens die liebe Doris Schuppe Gedanken über den Einsatz der Farben blau und weiß (nicht weiß und blau!) bei Webpräsenzen und auf Social-Media-Plattformen gemacht: Blogparade mit Nutzwert. Für  morgen freue ich mich im Rahmen der Blogparade auf tolle Fotos der Phototravellers Biggi und Flo, da gibts was auf die Augen.

* Übrigens: das oftmals Franz Josef Strauß zugeschriebene Zitat hat angeblich „nur“ der bayerische Kabarettist Gerhard Polt erfunden.

München #PulseofEurope

Warum ich zur Sonntagsdemo gehe: #PulseOfEurope

Auf dem Max-Jospehs-Platz in München: wehende europäische Überzeugung bei #PulseofEurope

Auf dem Max-Jospehs-Platz in München: wehende europäische Überzeugung bei #PulseofEurope

Ich glaube nicht, dass die Zukunft einer globalisierten Welt in der Abschottung einzelner Länder liegt. Wir wollen (und sollen) grenzenlos Handel treiben, wir wollen (und sollen) weltweit verreisen; wir wollen (und sollten) von Kulturen anderer Völker und Länder lernen. Das Internet reicht in den hinterletzten Winkel der Erde, wenn wir wollen, können wir von dort unsere Lokalzeitung zu Hause lesen oder wir können zu Hause lesen, was dort passiert, live und quasi in Echtzeit. Und dann sollen in Mitteleuropa und in der gesamten westlichen Welt wieder Grenzen hochgezogen werden? Das passt doch nicht zusammen. Deshalb versuche ich, jeden Sonntag auf die #PulseOfEurope Demo zu gehen.
Ich kann mich noch gut erinnern, als es zum Urlaubsgefühl in Europa gehörte, gültige Pässe zu besitzen…

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