Das ist meine Leidenschaft – das, hier!

Leidenschaft.

So lautet das Motto der zweiten Blogparade der Ironblogger München.

Jetzt sitze ich also hier, zum zweiten Mal am heutigen Sonntag, vor meinem WordPress und hacke Wörter hinein, in den und das Blog. Ich habe überflogen, über was die Mitblogger schon schrieben und versuche, einzuschätzen, was noch folgen wird.

Ich grüble nach der Lektüre des Textes von Alexandra und denke mir, wie intensiv. Ich bewundere die Textmengen und den spielerischen Trieb von Matthias. Gestern schrieb die höchst kompetente und engagierte Tanja über ihre Leidenschaft für die vielfältigen Aktivitäten von Museen in punkto Social Media.

Jetzt sitze ich also hier und denke nach: Was ist eigentlich meine Leidenschaft?

Ich laufe gerne, aber derzeit zu wenig und zu kurz, um es als Leidenschaft zu bezeichnen. Ich trinke gerne Wein, weiß aber nur gut, was mir schmeckt. Ich bin auch gerne in den Bergen, aber nicht so hoch, regelmäßig und trainiert, wie manch andere. Ich fotografiere gerne, Rrrrohw und Fotoschobb ist mir aber zu mühsam. Ich liebe Twittern und blogge gerne, habe aber (privat) ein simples WordPress-Theme und keine Analytics installiert.

Was ich aber kann und das leidenschaftlich, ist mich zu den Themen zu äußern; oder um es mit den Worten von Stephan Goldmann zu sagen:

Ich liebe das „selbstbestimmte Publizieren im Internet.“

Ist das eine Leidenschaft? Nun, ich meine schon, nachdem ich heute, Sonntag, zum zweiten Mal hinter WordPress sitze. Am Vormittag habe ich gebloggt, damit ich keine Ironblogger-Strafe zahle; gerade ist ein 26.000 Zeichen Text, 1/6 eines anderen, indirekten Internetz-Projekts, fertig geworden; auf Facebook habe ich die heutige Diskussion über die Zukunft des Münchner Bloggerstammtischs mitverfolgt, gleichzeitig wurde ich Mitglied einer Völkerballmannschaft für die re:publica. Das ist ja alles gar nicht bloggen; stimmt, das ist Social Media oder vielmehr Social Media „live“.

Ich denke, das ist eigentlich meine Leidenschaft: die „selbstbestimmten Internet-Publizierer“.

Die Menschen hinter den Blogs (kleine berufliche Anmerkung: darum funktionieren Corporate Accounts in Social Media so schlecht).

Menschen, die ich auf Social Media und danach „live“ kennengelernt habe, sind

  • engagiert,
  • selbstständig,
  • unkonventionell,
  • tolerant,
  • offen,
  • hilfsbereit und
  • mitteilungsbedüftig.

Das unterscheidet die Social-Media-Welt (von außen gerne als „Blase“ bezeichnet) von anderen Welten, beispielsweise in klassischen Organisationen. Gut, das mag jetzt meine persönliche Timeline sein, aber hier habe ich auch jeden Kontakt selbst ausgewählt und folge nicht irgendwelchen Promis, Empfehlungen oder Algorithmen.

Ich durfte und darf durch Social Media viele, neue interessante Menschen kennenlernen und treffe sie in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Menschen, die ich ohne, nie kennengelernt hätte. Und das beste daran ist ja, anders als viele Apologeten des Internetz meinten, am schönsten ist es, wenn man sich „live“ trifft: zum Teilen von Wissen auf dem Münchner Bloggerstammtisch, zum Erfahrungsaustausch unter höchst Engagierten bei den Ironbloggern, beim Social Media Club, demnächst auf der re:publica.  Oder auf einer der vielen anderen Social-Media-Veranstaltungen.

Deutschland, deine Ironblogger: Auf der re:publica 2015.

Deutschland, deine Ironblogger: Auf der re:publica 2015.

Sicher lässt sich mit Social Media derzeit Geld verdienen und Expertenrat ist gefragt. Dennoch ist es schon erstaunlich, wie sehr sich ausgerechnet diese Branche auf Veranstaltungen im richtigen Leben trifft.

Woran das liegt: weil die Publizierer, wie der Name schon sagt, gerne öffentlich sind und keine Scheu vor der Öffentlichkeit haben. Jeder von uns hat noch ein Privatleben, aber, was andere interessieren könnte und was für andere interessant ist, wird öffentlich gemacht: Museums-Tipps, Reise-Tipps, Berg-Tipps, Schmink-Tipps, Pasta- und Burger-Tipps, Blumen-Tipps, München-Tipps, Foto-Tipps, Eltern-Tipps, Schwimm-Tipps, Kuchen-Tipps – ja, und natürlich auch Blog- und Social-Media-Tipps. Es gibt eigentlich nichts, was es im Internet nicht gibt, und bei persönlichem Kontakt mit dem Tipp-Publizierer stellt sich heraus: es ist immer irgendwie interessant, wenn es mit einer Person verknüpft ist.

Weil diese Menschen für ihre Themen brennen und ihre Leidenschaft in Blogs gerne und öffentlich teilen: deshalb mag ich sie so leidenschaftlich, die „selbstbestimmten Internet-Publizierer“.

Eine der engagierten ist Sonya Schlenk mit ihrem Blog soschyontour. Sie wird uns morgen, am Dienstag, über ihre Leidenschaft berichten.

7 Gedanken zu „Das ist meine Leidenschaft – das, hier!

  1. Lieber Markus,

    merci beaucoup für das Kompliment! Ja, ich habe die Beiträge einiger Eisenharter gelesen, wunderbar! Ihre verrückte Engagiertheit und das Brennen für ihre Ideen und Themen finde ich grandios und bereichernd. Von daher unterschreibe ich hier sofort deine Aspekte. Nun, laufen ohne Ball muss nicht sein, Wein hingegen schon und da halte ich es wie du!

    Herzlich,
    Tanja

  2. Lieber Markus,
    klasse Gedanke & ein schöner Beitrag!
    Ich musste schmunzeln – (spätestens) als ich an der Textstelle ankam, in der du beschreibst, wie die Menschen, die du auf Social Media kennengelernt hast, „live“ sind. Überrascht bin ich übrigens vor allem immer wieder, welch gutes Bild man sich doch meist von jemandem machen kann, wenn man ihm/ihr auf Twitter oder auf welchen Kanälen auch immer eine Weile folgt. Oder den Blog liest.
    Ich denke, eins ist tatsächlich besonders entscheidend: dem eigenen Gefühl zu vertrauen. – Dafür, über welche Themen man schreiben möchte – statt Vorgaben von Dritten zu bekommen oder permanent auf irgendwelche Rankings und SEO-Ideen zu schielen. Und seine Kontakte nach ganz persönlichem Gusto auszuwählen, statt aus Algorithmen abgeleiteten Empfehlungen zu folgen. Ich bin jedenfalls wie du glücklich, so auf einen ganzen Haufen richtig spannender Leute aufmerksam geworden zu sein (und den einen oder anderen davon inzwischen persönlich zu kennen) …
    Viele Grüße, Nadine

    • Danke für deinen Kommentar. Ich glaube auch, dass die ständige Messbarkeit von jedem und allem nicht immer gut und heilsbringend ist. Das eigene Gefühl trügt einen nicht sehr oft. Wer Erfahrung und gesunden Menschenverstand einsetzt, kommt damit sehr oft auch sehr weit, wenn nicht gar weiter. Insofern schätze ich auch den Erfahrungsaustausch mit den Menschen „hinter“ den sozialen Medien sehr.

  3. Lieber Markus, ich kann mich noch gut erinnern wie ich damals versucht habe dich als Gründungsmitglied der Iron Blogger München zu gewinnen. Zuerst hast du dich drücken wollen, dann doch zugesagt mit dem Hinweis, dass du für ein Jahr schon mal mitmachen könntest. Und heute bist du einer unserer treusten Iron Blogger, wenn immer möglich bei den Treffen dabei, immer aktiv, immer interessiert. Ich finde das großartig.

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