Barcamp München bei Microsoft

Barcamp München – re:publica Feeling an der Isar

Endlich wieder ein Barcamp in München, endlich hatte auch ich Zeit, dabei zu sein. Angeblich ist es fünf oder gar sechs Jahre her seit dem letzten Münchner Barcamp. Wer das diesjährige Barcamp erlebt hat, weiß, was in den Jahren gefehlt hat. Als re:publica Fanboy muss ich sagen: noch ein, zwei Bier nach dem ersten Tag und es wäre auf seine Art schon ganz nah dran gewesen. Die Veranstalter, die straff und engagiert durch die zwei Tage führten, melden 62 Sessions und rund 200 Teilnehmer.

Begrüßung und Erläuterung zu Ablauf, Location und Sponsoren

Begrüßung und Erläuterung zu Ablauf, Location und Sponsoren; deutlich sichtbar: die professionelle Umgebung bei Microsoft, ideal für Veranstaltungen.

Weiterlesen

Du gründest einen Bloggerclub – warum?

Am 8. August 2016 haben wir in München den Bloggerclub e.V. gegründet, jawohl, einen echten deutschen Verein. Aus der Sicht der Gründungsmitglieder war das wohl notwendig, denn der Verein wurde einstimmig beschlossen. Da wir alle viel zu tun haben, direkt und indirekt vor allem mit Bloggen, und wir mitten vor den bayerischen Sommerferien gegründet haben, zieht sich der öffentliche Auftritt (bloggerclub.de) leider noch etwas. Deshalb auch hier, von mir, ein paar persönliche Worte über das wieso, weshalb, warum zum Bloggerclub e.V.

Vorweg: Ich bin schon erstaunt darüber, welches Vorurteil einem gegenüber schlägt, wenn man erzählt, dass man Gründungsmitglied eines Vereins ist. Das eine finde ich so typisch deutsch, wie das andere. Der deutsche Verein scheint ausschließlich belegt für Autofahrer, Kaninchen, Schützen und Sportler und wird sofort mit den Funktionären dahinter, die leidenschaftlich um ihrer Selbst willen, um Posten und Pöstchen streiten, in Verbindung gebracht.

Bloggerclub Gründung

Nach der Bloggerclub Gründung: Statement auf Twitter.

Mir persönlich geht es umgekehrt um etwas anderes: um die Demokratisierung und damit einhergehend Entpersonalisierung von Engagement für Blogger. Einige Initiativen werden, in durchaus lobenswerter Absicht, von Einzelpersonen angetrieben – ein Korrektiv und eine Kontrolle ihres Tuns fehlt jedoch. Das muss nicht immer schlecht sein, kann aber in Einzelfällen durchaus nicht gut sein. Das deutsche Vereinsrecht gibt recht genau vor, wie ein Verein zu gründen ist und mit welchen Mehrheiten laut Satzung Entscheidungen getroffen werden müssen – über die Höhe der Mehrheiten, 2/3, 3/4 oder einfache, haben wir wirklich lange gerungen, so das niemand alleine die Oberhand bekommt.

Bloggerclub Gründung

Ernste Gesichter bei der Bloggerclub Gründung: Links der damals noch nicht gewählte 1. Vorsitzende Matthias Lange (redaktion42.com), Nicola Neubauer (verruecktnachhochzeit.de), leitete den Wahlausschuss, und der damals zukünftige 2. Vorsitzende Franz Neumeier (cruisetricks.de).

Die Notwendigkeit eines Vereins, abseits der ebenfalls juristisch begründeten, wohl formulierten Zwecke in der Satzung, sehe ich vor allem in drei Punkten: Netzwerk, Professionalisierug und Interessenvertretung. Man könnte also auch sagen, eine Blogger-Lobby.

Weiterlesen

#rpTEN – inoffizielle Rückblicke

Zu den angenehmen Seiten der re:publica zählt zweifelsohne der entspannte Umgang des Publikums mit audiovisuellen Aufzeichnungsgeräten. Die Dichte an digitalen Ton- und Bildrekordern jeglicher  Preisklasse und Auflösung dürfte selten so hoch sein. Darum ist die Veranstaltung für mich immer auch ein idealer Ort um eine Kamera auszuprobieren – bei den 1,5 Milliarden unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten lerne ich immer noch. Und eine Lightbox gehört auch in den Blog. Ideen anyone?

Start am Ostkreuz, das Motto ist schon erkannt.

Start am Ostkreuz, das Motto ist schon erkannt.

Weiterlesen

Erstes Ergebnis der re:publica – fünf Thesen zum Journalismus

Wie in den letzten vier Jahren immer, waren auch auf der zehnten re:publica gefühlt 20 bis 30 Prozent der Veranstaltungen direkt oder indirekt dem Journalismus verhaftet. Einige davon habe ich besucht, einiges diskutiert. Daneben habe ich auch an einzelnen Blogger-Sessions teilgenommen. Mit viel eigener Interpretation, aber inspiriert von der #rpTEN komme ich nun auf fünf Thesen zum Journalismus, die im Prinzip nichts neues sind, aber alte Erkenntnisse (leider) erneut bestätigen:

Weiterlesen

So war die re:publica – 2013,14,15

In verspiegeltem silber präsentiert sich das gespiegelte TEN Symbol der re:publica 2016.

In verspiegeltem silber präsentiert sich das gespiegelte TEN Symbol der re:publica 2016.

Während wir auf den Beginn der Konferenz warten bzw. trinken, lassen wir natürlich die letzten re:publicas Revue passieren. Zugegeben: im Friedrichstadtpalast war ich noch nicht dabei. Aber dieses Jahr ist schon meine vierte re:publica. Für mich ist es nicht ganz uneigennützig, denn neben viel Spaß, Networking und Inspiration suche ich natürlich nach Ideen und kreativem Input für meine Arbeit.

Weiterlesen

Das ist meine Leidenschaft – das, hier!

Leidenschaft.

So lautet das Motto der zweiten Blogparade der Ironblogger München.

Jetzt sitze ich also hier, zum zweiten Mal am heutigen Sonntag, vor meinem WordPress und hacke Wörter hinein, in den und das Blog. Ich habe überflogen, über was die Mitblogger schon schrieben und versuche, einzuschätzen, was noch folgen wird.

Ich grüble nach der Lektüre des Textes von Alexandra und denke mir, wie intensiv. Ich bewundere die Textmengen und den spielerischen Trieb von Matthias. Gestern schrieb die höchst kompetente und engagierte Tanja über ihre Leidenschaft für die vielfältigen Aktivitäten von Museen in punkto Social Media.

Jetzt sitze ich also hier und denke nach: Was ist eigentlich meine Leidenschaft?

Weiterlesen

Da mögen sich manche auf den Kopf stellen: Die CeBIT wird es auch im nächsten Jahr sicher wieder geben: 20. bis 24. März 2017.

CeBIT 2016: ein Rückblick in Bildern

Ich war seit langer Zeit wieder einmal in der zweiten Messehälfte auf der CeBIT in Hannover. Und zwar am Donnerstag, den 17. März. Meine verschriftlichten Eindrücke von der CeBIT schildere ich auf der Dampflog, dem Blog von vibrio, meinem Arbeitgeber. Hier gibts nur Bilder. Am Freitag war ich dann auf Rock the Blog; der Bloggerveranstaltung am letzten CeBIT-Tag, ein neues Format, das es erst seit letztem Jahr gibt. Meine Eindrücke von Rock the Blog stehen hier.

Mein CeBIT Tag: wolkenlos

Ich habe einen Comic draus gemacht. Lasst mich wissen, ob ihr ihn lesen könnt. (Die Beschriftung ist übrigens schnell und einfach mit dem Bildbetrachter Faststone entstanden, der bei mir jetzt vermutlich Irfanview ablösen wird. Aber das ist einen eigenen Blogbeitrag wert.)

Cloudless in March auf der CeBIT.

Cloudless in March auf der CeBIT.

Sollten sich Personen oder Dinge auf den Bildern befinden, die sich hier unrechtmäßig veröffentlicht fühlen und nicht abgebildet werden wollen, bitte ich um Nachricht, dann wird das Bild kurzfristig entfernt. Zu den weiteren Bildern gehts hier:

Weiterlesen

Rock the Blog – 2016 gezeichnet von Snapchat

Optimierung, Influencer, Bewegtbild und natürlich Snapchat – das waren die beherrschenden Themen von Rock the Blog 2016, kurz #rtb16. RTB fand letztes Jahr zum ersten Mal statt und bildet nun den letzten Veranstaltungstag der Global Conferences im Rahmen der CeBIT in Hannover.

Beste Idee der Veranstalter: Der Solo-E-Gitarrist als Weckrufer und Pausenfüller. Virtuos und rockig: Damian Salazar.

Beste Idee der Veranstalter: Der Solo-E-Gitarrist als Weckrufer und Pausenfüller. Virtuos und rockig: Damian Salazar.

Nach meiner Interpretation ist das ein gelungener Versuch der CeBIT-Veranstalter, neue Zielgruppen zu erschließen – Social-Media-Afficionados an die CeBIT zu binden.

Weiterlesen

Warum ein Blog keine normale Webseite ist.

Aus technischer Sicht mag diese Frage Stirnrunzeln hervorrufen, aus Sicht des Bloggers ist es aber noch erstaunlich oft erforderlich, dem geneigten Laien zu erläutern, was den Unterschied ausmacht. Letztendlich böte ja jede Webseite die Möglichkeit, Beiträge in chronologischer Ansicht darzustellen, was ja der Ursprung des Internetz-Tagebuchs, des Weblogs, war.

  • Eigentlich ist „das Blog“ (wie Puritaner noch heute artikeln) entstanden als Brücke, zwischen dem programmierorientierten HTML-Editor und einem anwenderfreundlichen Publikations-Software.
  • Das heißt, das Ziel, nämlich die schnelle und einfache Publikation steht im Vordergrund und nicht die Technik. Auch der öffentlichkeitsinteressierte Laie sollte die Chance bekommen, seine Text und Bilder schnell und einfach zu publizieren. Die Basis dafür bot das Internet, wo standardisierte Technologien kostengünstig für jedermann erschwinglich und zugänglich wurden. Eine Domain mit Webspace und den dazugehörigen Programmen gibt es für ein paar Euro und die notwendige Software (z.B. das populäre WordPress) ist oft kostenlos erhältlich und mittlerweile fast selbsterklärend.
  • Dahinter steht die Idee dessen, was man heute auch als „Demokratisierung durch das Internet“ bezeichnet, das heißt Publizieren, Veröffentlichen für Jedermann (und jede Frau). Gedanken, Meinungen, Sichtweisen, ermittelte Fakten und Bilder oder Videos (auch von Katzen) können direkt, ohne Umwege, von einem Milliardenpublikum abgerufen werden. Die Umwege waren früher Rundfunkanstalten und Verlage. Sendezentren und Druckmaschinen waren unermesslich teuer, weshalb nur Informationen das Licht der Öffentlichkeit erblickten, die von Journalisten und Redakteuren ausgewählt wurden. Sie bestimmten, was gesendet oder gedruckt wurde. Heute kann jeder, der sich an die Gesetze hält, veröffentlichen, was er möchte – zumindest in Deutschland ist das zum Glück so.
  • Damit einher geht eine neue Unübersichtlichkeit. Wenn Abermillionen von Menschen zu Verlegern und Sendeanstalten werden, wer kennt sich da noch aus. Wer findet das interessante, relevante, wie heraus. Woher weiß man, ob es stimmt. Da kommt das Grundparadigma des Internetz ins Spiel, die Vernetzung. Je besser vernetzt ein Blog ist, desto sichtbarer wird er; gleiches gilt auch für den Blogger, je besser der Urheber sichtbar ist, desto bekannter wird sein Blog. Dank der Vernetzung werden aber Fehler auch meistens schnell entdeckt; oder Inhalte können mittels Internetz schnell verifziert werden.
  • Und hier herrscht oft das größte Missverständnis im Vergleich mit einer Standardwebseite: einen Blog zu betreiben ist laufende, harte Arbeit. Arbeit, die bei einem Verlag etwa, arbeitsteilig in verschiedenen Händen lag: Für die Artikel ist der Journalist zuständig, für den Verkauf der Werbung der Anzeigenvertrieb, für den Verkauf der Zeitung das Abo-Marketing und der Vertrieb, für die Druckmaschinen der Techniker. Bei einem Blog ist in nahezu allen Fällen der Blogger in Personalunion alles: er kümmert sich um die Inhalte und um die Technik und zwischendurch muss er seinen Blog und sich selbst noch bekannt(er) machen. (Ausnahmen bestätigen mittlerweile die Regel, wenn große Blogs, die viel gelesen werden und verhältnismäßig hohe Einnahmen erzielen, mittlerweile von Autorenteams betreut werden und ihre Blogger die technische Betreuung in Expertenhände geben.)
  • Wichtig ist bei einem Blog deshalb immer die Persönlichkeit des Bloggers. Seine Handschrift ist überall sichtbar: von der Gestaltung des Layouts über den Stil der Texte und die Auswahl der Bilder oder anderer audiosvisueller Komponenten. Auch auf der inhaltlich-technischen Ebene spielt die Vernetzung eine große Rolle: Auf welche Blogs wird verwiesen, von welchen Urhebern werden Inhalte mit eingebaut, auf welche Quellen verweist man.
  • Bloggen heißt auch, sich vernetzen, wo das Vernetzen am besten geht, nämlich in Social Networks. Hier findet man seine Leser, Zuschauer, Gleichgesinnte und kann auch mal diskutieren, wenn die Diskussionen direkt auf dem Blog nicht in Gang kommen. Zudem ist die Präsenz in den Netzwerken wichtig, um seine Inhalte viral weiterzuverbreiten und andere Inhalte teilen zu können. Auch das gehört zur Arbeit des Bloggers.
  • Und nicht zuletzt findet der Austausch und die Vernetzung im echten Leben auch offline statt. Man trifft sich auf Veranstaltungen, mehr oder weniger regelmäßig und tauscht sich zum Thema seines Blogs oder zur Technik aus. Dabei trifft man andere Blogger und lernt von ihnen und gibt selbst Erfahrungen weiter, so dass hier ebenfalls ein wertvoller Beitrag zur Vernetzung stattindet – übrigens, wenn man es so sehen möchte, auch wieder zeitaufwändige Arbeit, meistens am Abend oder Wochenende.
  • Private und Firmenblogs (sogen. Corporate Blogs), die meinen, sie könnten einen Blog wie eine Webseite betreiben, werden mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Sie werden keine, oder zumindest kaum, Beachtung finden, weil das wesentliche Element – die Persönlichkeit und die Vernetzung – fehlt. Eine Webseite ist wie das Schaufenster eines Supermarkts: großes Angebot, das marktschreierisch und unpersönlich von Plakaten herab angeboten wird. Ein Blog dagegen ist wie ein Besuch im Tante-Emma-Laden: persönlich, mit ausgewählten Empfehlungen und einem Ladenbesitzer, der einlädt zu bleiben und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Da kommt man gerne wieder.
  • Abschließend muss erwähnt werden, dass ein Blog im Jahr 2016 nicht unbedingt so aussehen muss, wie meiner hier. Es gibt Blogs, die die chronologische Sortierung nicht mehr in den Vordergrund stellen, sondern statt dessen auf inhaltliche Sortierung setzen; die aussehen, wie ein buntes Magazin und nicht wie ein fortlaufender Strom von Artikeln. Was ich damit zum Schluss sagen will: nicht das Design und die Technik machen den Blog aus, sondern die Haltung des Bloggers, das ist der Unterschied zur normalen Webseite.